Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 16 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 4)
- Language
- German
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64 sich leidst denken, mit welcher Freude und Entzücken ne ihrer Befreiung entgegen sehen müssen. Wir, mein Bruder und ich, wurden zu den großen Festtagen nach Hause abgeholt, und bei ^einer solchen Spazierfahrt ereignete fich folgende.Degebenheir. di, in Ansehung meiner sehr kritisch war. Meine Mutter Jam einst vor dem Pstnqstfeste stach der Stadt, wo wir in der Schule waren, um verschieveoeS zu^lhrem HauSwesen Rorbwendiges einzukausen. Sie nahm und bierauf mit nach Hause. Die Befreiung von der Schule und der Anblick ver schönen Natur, die fich um diese Zerr iy ihrem besten Schmucke zeigt, ent» zückte uns so sehr. daß wir dadurch, aus allerband mutb- ,rillige Einfälle geriethen. Als wir nicht mebr weit von unsrer Hsimath entfernt waren, sprang mein Bruder anS , dem Wagen und lief zu Fuße; ich t-oüle ihm diesen küb» j 11rir Sprung nachmachen, balle aber zum Unglücke nicht , aenug brösle dazu. Ich fiel daher hart, am Wagens. Nieter. so daß meine Beine zwischen die Räder kamen', und, das Rad über mein linkes Bein fuhr, da-^dadurch jäm». metlich zerauetscht wurde. Man brachte mich bald t-odl! nach Hause. Mein Fuß wurde contraet^ und ich 'konnte j ,bn gar nicht bewegen. ' ' . Man eonsulirte darüber einen jüdischen Dortdr. der > zwar nicht ordentlich auf einer Universität flucirt uin> i jHomovsrt, sondern fich seine mebicinischen Kenntnisse blos j. dadurch erworben batte, daß er bei einem Arzte gedient! und einige mevicinische Bücher ist polnischer SpraLe^ge. lesen, der aber Nichts destoweniger ein sehr gutes prakri? ' scher Arzt war unk viel glückliche Kuren machte. Dieser sagte, daß er jetzt zwar keine Medicin im Varratbehabe ' seine Msdicinapotheke war ungefähr zwanzig' Meilen > von dein Orte entfernt) und sogleich nichts Methodisches ' verordnen könne, unterdessen mochte man doch ein leichte- . Hausmittel gebrauchen. Man sollte nämlich einen Hund ,od) schlaastn und den comrocten Kuß hjnrinstecken: diese- > einige Mal wiederholt, würde gewiß Erleichterung fchaft \ ferft Man befolgte seine Vorschrift mit dem erwünschten! Erfolge, so daß ich nach einigen Wecken den Kuß wiedtl ' bewegen und darauf treten konnte, auch nach und nach > völlig wieder hergestellr wurde. . i Dlumenlese. Tuchebediente, dachte er von ihm. dieser scheint mit fremdem Eigevthum tS nicht so genau zu nehmen, und bat vermutblich auch meinen geliehenen Becher fich zuzueignen gesucht. Er ließ idn festnehmen und daS Gestandniß desselben rechtfertigte den Verdacht. Ein Versuchter. behauptet ein Witzling, muß schon eine halbe Stunde. bevor der Wahnfinn ibn befallt, Spuren von Geisteszerrüttung haben, denn wie würde er sonst aus den unsinnigen Einfall kommen, verrückt zu werden? Wein und Iudenthum. Sohn der Berge. Blut der Reben. Sei mir tausendfach gegrüßt. Weibe folgt Dir durch daS Leben, Wo Dein nasses Feuer stießt — Bon der Wiege biS zum Grabe, Immerdar in Lust und Leid. Wird, o! edle HimmelSgabe, 7 Alles unS durch Dich geweiht- Deine Tropfen sie vereinen Beides Schmerz und Luft in mir; Denn sein Lebensbild im Kleinen Sieht Israels Sohn in Dir. Ward nicht durch d,S Berge- Glühen. In der Sonne heißen Kuß. Dir die edle Glmh verlieben. Die dem Gaumen Hochgenuß? Ebenso ward auch dem Volke, Dem nun kein Altar snehr raucht. Einst am Berg auS Glutb und Wolke Glutb des Glaubeneingchaucht! — Mag die Bosheit Klag' erheben, Daß nach Blur wir lüstern sei'n. Ja! beim Blute Deiner Reben Weib'n wir unsere Feste ein. — Durch des Druckes Kraft Gehst Du auS der Haft: So zeigt auch nach schwerem Drucke, Sich mein Volk im Freiheitsschmucke. Auszüge von Erzählungen. Gletchvtiirv, Gedanken und Meinungen. wie Erklärungen von Schrtststellen aus hebräischen Werken. ' ' Bon Joseph Rrwicz in Breslau.. R. Elieser ben Jakob lehrt, wenn Jemand ein Maß Weizen stiehlt, mahlt,^knetet, bäckt eS und erhebt davon dem Himmel dankend eine Gabe. dessen Dank ist eine Gotteslästerung; dieses sagt auch der DerS, Psalm 10, 3. Der Stehler, der da lobet, erzürnt Gott.' Daß der srvmme Gebrauch nicht das verbotene Mittel rechtfertigt, ist vielfach gelehrter Grundsatz im Iudenthum. — Dem srommkn Mar Euira ist em silberner Becher, b«? er von seinem Wirtbe geliehen batte, entwendet worden. Als er »achher einen Schüler fab. her sich - die Hände wusch, und zum Abtrvcknen sich eines fremden [ Horzitz. 1856. Rabbiner Ehrentheil.; Allgemeine Zeitung fce« Iudentdums. Ro. i. <826. Leitende Artikel: Spanien. — Bemerkung. — Einige Fragen au» dem Eraivl der Evoagogengemeinbeu in Preußen I (Forts.). — Liserainrhericht IX. (Schloß). — Zeitiiugsnachj richr en: Deutschland: Frankfurt a. M.. Worms. Worms. Landau. > aus der baverischen Pfalz. Hamburg. Leipzig. Peenßen: Berlin, au» d. 9tegirrung»ber. Trier, von der Mosel. Desterreichischer Kriserstaat: Wien, Wien. Wien. Wien. Peftb. aus Galizien, au» Galizien. Lemberg, Lemberg. Frankreich: Pari«. Großbritannien: London, London. Holland: Amsterdam. Türkei: Konstautiuopel. Tonis: luni». (S* 1 Zn beziehen durch jede» Postamt und jede Buchbaudr luug. Jährlich 3 Tbaler. vierheljahrig •/« Tdaler. Beräntwortllcher Redacteur: K. Rabe. V<Nu, v»n Vs»«arrsa«k « vuck»d^»»l»a- 1» Seiptii- — Druck von Niexanrer Die»e tu Leipti-. 1