Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 15 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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60 ternder Stimme den 107tcn Psalm laut »orbeter und alle Anwesenden mit einem wilden Geklatfch und begeisterter Melodie einfallen. Notizen des Tages. Don den Orden^und Medaillen, welche für industrielle Auszeichnung bei der Pariser Weltindustrieausstellung ertbeilr worden, haben eine verbältnißmäßig bedeutende Zahl, Juden-erhalten. Sogar fünf algier'fche Juden haben für Proben einheimischer Fabrikation, z. B. ein rrachtigeS Zelt, Goldschmieberei und Bijoutterie Mevail« len erhalten. — Der Entwurf 'zu einer neuen Gewerbeordnung für die k. k. österreichischen Staaten enthalt keinerlei Be-! schränkung hinfichtlich der Juden. Es ist sehr charäkreri! stisch, daß, abgesehen vom-Staatsdienste, auch in'Preußen die bürgerliche Gleichstellung realiter durch die preußische Gewerbeordnung vom 1845 geschah. — 2y London ist ein jüdisches College, Theologen berauSzubilden, eröffnet worden. ES bestehen solche Anstalten nun in Padua, Metz. BreSlau und London. — ■ > Dlumenlefe. Auszüge von Erzählnngen, Slrichniffrn, Sedaaken «ad Meiaun- > geo. wie Erklärungen vo» Scbriststelleu aus hebräischen Serken. Lo» Joseph Rawicz i, Breslau. j .R. .Ammi und R. Assi saßen vor R. Jizchak Niphcha uod verlangten von ihm etwas zu hören, der Eine Etwas I im Gesetze, dev Andere EtwaS in der Moral. Als R. \ Jizchak EtwaS in Agadatha vortragen wollte, ließ ihn Jener nicht zu Worte kommen, und als er irr SchMathatha vorkragen, wollte, verhinderte ihn dieser daran. Der Lehrer sagte hierauf: Ein Gleichniß wird Euch auf die Folge' Eure- Streiteaufmerksam machen. Ein Mann hatte zwei Frauen, wovon die eine jung, die. andere alt war. Diese suchten daS Äußere ihre- Mannes ihren Jahren anzupaffen, die junge riß ihm die weißen Haare, [ die alte die schwarzen Haare guS. WaS haben sie sich mit dem AuSrrißen erputzt?. Einen Kahlkopf! — Zn« reffen seid unbesorgt,, ich werde EtwaS vonragen,. waS Beideenthalten wird? Er befriedigte dann ihre Wißbegierde. -Man frug die Schlange, erzählt der Midrasch gleichnißredend, „waS für ein Vergnügen hast Du davon, daß Du beißest?'^ — „Ei, ei, ich dachte,^ erwiederre die Der-, legene, „bevor, man an mich diese Frage richtet, sollte man dem Verleumder diesen Vorwurf machen, in.wessen Auftrag, in weffrn Solde verleumdet er denn?" — „Aber Du beißest mit einem Gliede und Dein Gift verbreitet sich in allen Gliedern de- KörperS?" — „Auch hierin, dächte ich. Übertritt mich jener Mann mit der ge- Fefahrlichen Zunge, er steht in Svrien und fein Pfeil verwundet in Rom, bald wieder in Rom und trifft tödtUL in Syrien. — Die Rache der Kleider. Talmudifche Sage von Rabbiner Ehrenlbeil. Haltet, Menschen, groß und klein. Sure Kleider gut und rein. . Haltet ihr di, Kleider schlecht, Wisset: auch daS Kleid fich rächt. War einmal ein Hirtenknabe. Den gar manche Tugend ziert, Den die hohe Sängergabe An den Hof des Königführt. Doch bald jagt in weite Ferne Ihn de- Königfinst'rer Geist. Weil da- Volk dem neuen Sterne Huldigt, und ihn Retter heißt. David hieß der junge Hirte. Saul de- König- Name war. Wie nun David fliehend irrte. Späht nach ihm de- König- Schaar. Sieh, da trifft zu feiner Freude David seine- FeindeS Spur, Rächt sich nicht — vom KönigSkleive Schnitt er einen Zipfel nur. Doch weil durch den Schnitt, den kühnen. Jene- Kleid verstümmelt ward, Wollt' Gott diese Schuld auch sühnen. Trifft ihn einst die Strafe hart. König ward er, ward znm Greise, Den der Purpurmantel ziert; Doch sein Blur. es gleicht dem Eise, Und fein Herz im Lei.e friert. Muß sich grämen, muß sich härmen, Matt und wankend wird sein Schritt. Kleider wollen ihn nicht wärmen. Weil er einst ein Kleid zerschnitt. Diedie Rache, die im Bunde Einst da- Heer der Kleider nahm; Diedie Sage, deren Kunde Auf die späten Enkel kam. Berichtiguuq. S. 55. so. 2. Z. ü. v. oben lteS: „den abschläglichrn RegierungSbescheid." Allgemein« Zeitung deS JudentbumS. No. 1. <856. Leitende Artikel: Znm Beginn des neuen Jahrgangs. — An die Abonnenten oeS Instituts inr Förderung der israelitischen Literatur. — Einige Fragen au« dem Statut der Syaagogen- Gemeiuden tu Preugen (Forts.). — Literaturbericht IX. (Fons.). — Da« Judentbum nad die ESpntperiode der »«rtschea Literatur. — Ein Wort über den Gebrauch de« kl. ifrael. Gesangbuchs von vr. Pdilivvfon, von Simon Hecht. — Zeitungsnachrichten: Preußen: Berlin, Berlin. Berlin. Oesterreichischer Kaifrrstaat: Horzitz. £57 Za beziebe» durch jedes Postamt und jede Lochband» lang. Jährlich S Tbaler. vieNeljühNg '/« Tbaler. Verantwortlicher Kedarteur: K. Rabe. 4>«rI^K ren ¥ Jas* ftirtiitr'l PtuMwiMnsj i« — ttntf rc« Nltsänr^r Wird» i« Setp,!