Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 11 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches BvlMlatt. 3bi j * kelehrung und Hntpröaftung auf jüdischem geöipte. Herausgegede» von * * Rabbiner Dr + Ludwig Philippsou in Magdeburg. »au. 4 4 4 m i ©ob blrfcr SdtfArtft rrfArlnt »tArntltA »in» Nummer. P»t« d< Jabrra ck _4 ja . . -> I ’jfo. 11. lria«. I «anj,» I nix. ©irrtdjäbrig “J'A Mur. MDt ©BAbaudluKgrsi. ©cftdwtrr I «f JflhrÄ 1 . BltllftH *v' n uB» 3'fun0#r;rtbim>n«n odnrta ©<ft<Ouog«n am. Ein schönes Gebet. Eine» der vorzüglichsten Gebetstücke in unserm Gebetbuche ist da» dem Mar C. Rabbiner zugeschriebene -NL2, welche» am Schluffe!jed^ Schemona! E»re oder Thephillab recitirt, jedoch bei der lauten Wiederholung ausgelassen wird. E» ist eist Mustergebet voll Demuth und Liebe und Gottesfurcht, und dabei rubiind auf dem Kelsengrunde der göttlichen Lehre. | „Mein Gott! bewahre meine Zunge vor Bösem, und meine Lippen Trügliche» zu reden —" erbittet den Beistand Gotte». Herrschaft über die AUnge zu behaltet die so viel Verderben anzurichten vermag- und über welche der Mensch so leicht sich der Macht begievt — „laß meii e Seele ruhig sein Denen gegenüber,-vie mir fluchen. und meine Seele fei demüthig wie Sta»b der Erde vor Jedem —" welch' großer Inhalt: Ruhe und Gelassenheit selbst gegen den Lästerer, Beleidiger, Flacher, und Demtth vor Allem? — „Oeffne mein Herz Deiner Lehre. | mfine Seele eile Deinen Geboten nach." — „Aller, di« wider mich Böse» sinnen, Entwürfe vrveiiele bald und verwirre ihre Pläne —" nickt um ihre Vernichtung, nur um die Vereitelung ihrer bösen Anschläge flehet der frommgefinnte Beter — „thu die» um Deine» Namen willen», um Deiner Rechte willen, um Deiner Heiligkeit willen, um Deiner Lehre willen —" denn hie Anbetung G^tte» und die Verbreitung der göttlichen Lehre gewinnt an stärke, wenn alle» Böse, sich al» eitel, und nur dem Urheber Verderben bringend erweist — „damit gerettet werden Deine Geliebten; Deine Rechte helfe, und erhöre mich.!" Nun der schöne Schluß alle» Beten», der Psalmver»: „Mögen wohlgefällig fein die Worte meine» Munde» und da» Trachten meine» Herzen» vor Dir. Ewiger, mein Fel» und mein Er. löser!" Endlich, der Himmel de» Frieden», her sich über Alle» Irdische wölbe: „Der Frieden schafft in seinen Höhen, er wird auch Frieden schaffen un» und dem ganzen Israel — Amen."; To entstanden Verfolgungen der Juden! » ,»n>ntNch brr Matur führt jur ©thrrrfAana Nr Mdtur uni jur | Vtfrnnratft wottri.'* «chletirmacher. Jüngst la» ich einen Aufsatz von Schleiden „Ueber Kremdenpolizei in der Natur," worin die Wanderungen der Pflanzen und Thiere au» dem Orient Nach dem Oceident beschrieben werden. Bei den Jnfu^ionSthierchen angelangt, fährt der Verfasser mit seiner Beschreibung folgendermaßen fort: „Eine» der hierher gehörigen Gebilde, die bkmroähe Uollas proiligiosa, ist in neuerer Zeit oft erwähnt worden. Die», unschuldige kleine Geschöpf, dessen Njatur al» Jnfuston»thier ich allerdmg» nach meinen eignen! Unter, suchungen bezweifeln muß, spielt "rine furchtbare ökolle in der Geschichte de» Aberglauben». Im Jabre 1347 zog sie von Hamburos durch da» nordwestliche Dkulschland bi» an den Rhein, überall, wo fie in der feuchten Kust der Keller ein vaffenve» Klima fand, gekochte Kartoffesss und andere Speisetzorräthe mit einer dicklichen, prachtvoll scharlachrothen Flüssigkeit überziehend. Damals hielt'man sie für einen Vorboten der Cholera." r- „Im Jahre 332 v. Ehr. G. aber erschien sie gleichzeitig mit der. Pest in Rom, und kostete 170 armen Matronen-da» Leben, di« man al» Zauberinnen^ hinrichtete. —' Im Jahre 1510 --- also unter Joachim l., gen. Nestor — fand fie sich in Berlin ein. besonder» aus deu Oblaten in den feuchten Gewölben der Sakristeien; „70 unglückliche Juden erlitten dafür V» Feuertod, weil sie angeblich die Hostie mit Chrtsteublut vergiftet haben, sollten." „Diese Beispiele ließen fich leicht bi» zum Entsetzlichen vermehren." — So weit Schleiden. Was solle» wohl die Herren Obscuranten — natürlich nicht von.israel. Seite, denn fast jedeSBlati unserer heil. Schriften^weiset den Lehrer auf die ßkatur hin-—- zu diesem Histörchen sagen, die gern alle Naturkunde au» den Schulen verbannen möchten? — Mit Recht ruft ein berühmter Pädagoge dev' Gegenwart seinen College» zu: „Jeder Lehrer ein Naturkenner, t Jeder Landschullehrer ein Naturforscher."^ ~ Bilburg, im Octbr 1855. Ollendorff. , - - ,> Humoristisches Potpourri.*) i i. Auch eine orientalische Frage. Frage. Wann sagt man „Juden?" Wann sagt man „Hebräer?" Wann sagt Man „Israeliten?" •) Aus M. <?. Saphir » Humorist. Kal. f. d. Jahr! <8SV.