Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 3 (1855-1856)
- Issue
- 7 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 4)
- Language
- German
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Der Mund des Volkes gab dem unglücklichen Apostaten den charakteristisch-witzigen Beinamen d,S ..ewigen Juden." — Z — in Lemberg. Anlagen und Antworten. 94. H. in G. Ich bin seit einer Reihe von Zähren Schächter und Derberer in einer kleinen Gemeinde. Da dieselbe einn.ues Gotteshaus baut, so wünscht fie auch Zeinen geregelten Gottesdienst einzuführen-, ich bin zwar nach dem alten Style ein ziemlich guter Ehafan, dem neuern aber fast ganz fremd. Rarben Sie mir daher, auf welche Weise ich am leichtesten und unter welcher Beihülfe ich so etwaerfahren kanü? Antwort. Da ist daS Ratbfawste. fie.geben auf ein« kurze Zeit nach einer nicht großen Gemeinde, welche einen geregelten Gottesdienst har. und hören und sehen eda ab, und lassen sich von einem erfahrenen Eachver-, ständigen rathen. Einige Male solchem Gottesdienste bei-' gewohnt, hilft mehr als hundert Beschreibungen. 95. Derselbe. Finden-Sie für recht, daß rin MLdchen am Jahrestag ibreS DaterS sagen kann,-wenn er. keine Knaben hmrerlassen bat? Antwort. Ich finde nicht da- Geringste entgegen, »aß ein Mädchen-daS Kaddisch-Geber mit anderen Leidtxagenden leise wirbelet. Hingegen, daß da- Mädchen eS laut vor der Gemeinde vorbetel, ist wider den herkömmlichen Brauch, aut dem daS ganze Kaddiich beruht. Notizen des Tages. Nach einer Verordnung deS k. k. Unterrichtsministeriumdarf fortan im ganzen österreich. Kaiferstaare kein jüdischer Lehrer mebr Schächter sein. Die Krau Herz geb. Edle von Lämel in Wien hat 50,000 Fl. gestiftet zu einer Kinderbewahranstalr in Jerusalem. DaS k. Obertribunal in Berlin hat alle Beschränkungen der Juden, die in dem Gesetze vom 23. Juli 1847 enthalten sind, durch die Verfassung für aufgehoben erklär». Das gute Her;. Zu seinen besten Schülern Rabbi Jochanan sprach: „DaS ist de- Leben- Perle? — darüber denket nach. WaS ist der sichre Anker, daran sich blicht die Fluch? Don allen Erdenschätzen,,waS ist da» höchste Gut? —" Der Eine sprach: ....DaS Auge. daS sanft-wohlwollend blickt Und mit der eignen Habe den Nächsten gern beglückt."" „DaS Auge kann erblinden." entgegnet Jmer drauf, ..Die Habe geht verloren, wer kennt de» Schicksal» Lauf!—" DerAndre drauf versetzet: „„Ein wahrer,.biedrer Fr e,un b Ist wohl die warme Sonne, die 's Leben sanft bescheinig-"" „Doch Wolken können trüben den heitern Horizont; 8Her har,» schon ergründet, wo Tugend sicher wohnt?—" ....Ein treuer Nachbar heilet,"" wende: der Dritte ein. „„Durch Offenheit und Freude de» Leben» Weh undPein."!' ..Auch Freude ist ein Wahn oft. der'» Erdenleid vergißt Und in dem stolzen Glücke den Schmerz nicht wahr ermißt." „„So ist'» — versetzt der Vierte — der-Geist, der weise schaut, Und für der Zukunft Folgen Entwürf' undPläne baut.—"" „Und wenn am Kelsen scheiternd, ste rettung-lo» vergeh'». Wie soll da» nackte Leben im Kampf de» Schicksal» fl,hn?—" Der Fünfte von den Schülern — der Jüngste — staunt und schweigt. Da Keiner hat von Allen der Frage Ziel erreicht. „Elasar. du willst schweigen,—Rabbi Jochanan spricht, Du Quell,.der nie versieget, auch du verstehst mich nicht?" Der Schüler steht betroffen; nicht hält er'S mehr zurück; ES leuchtet wie verklärend sein qlanzerfüllter Blick. E» reißer wie im Strudel Beredtsamkeit ihn fort, Es schwebt auf seinen Lippen — der Lösung weise- Wort: ,;„Dem Menschenleben find wohl der Gaben viel verlieh«, Doch wie sie ihm geworden, sie schneller noch entflieh»; Der Mensch in seinem Wahne greift nach dem Fernen nur. Doch von de« besten Gute verliert er meist die Spur"" ,. „Und immer weiter schweifen nur will der kühne Blick, Bis endlich von der Wandrung — der Tod ihn hält zurück; Wenn von de- Dasein- Gütern daS beste er nicht fand, Dann hat er-feine Laufbahn, fein bohr- Ziel verkannt."" „„Und doch liegt'- ihm so nahe, und doch wird'» ihm so leicht, Wenn er nur will ergreifen den Anker, ihm gereicht. Denn Quelle selbst de- Leben-, in Freude und in Schmerz, Verbleibt der treuste Wächter ihm stet- „eingute»Herz!"" — Die Schüler überlegen », wa» ernst der Jüngste sprach. Bis drauf der Rabbi endlich ihr lange- Schweigen brach: „Wonach ihr lang' gesuchet — der Güter treuster Hort — E r hat eS jetzt umfasset'mit einem einz'gen Wort.—" „Da» gute Herz lenkt'- Auge, da» gernvie Welt beglückt, Erhält getreu den Nachbar, den Freund estetentzückt, Und läßt den Gei st besorglich vertrau» in Weh und Schmerz; Elasar, o bewahre dir stets ein gute- Herz! —" Walpurgi». Allgemeine Zeitung de- Judentbum». No. 44. 4865. Harfeokläuge: Die Sendunff Israel». XU. — Leitende Artikel: An alle Förderer de» Jastitul» für Israel. Literatur. — Garer Raih für viele Lehrer, insbesondere an kleinere» One» u. Gemeinden. — Ltteraturbericht VHI. (Fons) — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Oldenburg, Leipzig. Preußen: Berlin, Berlin. Berli«, Viersen. Diersrn. Oetzerretchischer Kaiserftaat: Wien. Wien, Wien. Magdeburg. Frankreich: Paris. Großbritannien: London. London. London. Nordamerika: Einctnnart. — Literarische Nachrichten: An» de« Pesther Comitat. — Corresvoudeuz: Meine Reisen in Rußland, von vr. Littenthal in Eiacinuart. VHI. All gemeine Zeitung de» Jubenthum». No. 45. 4855. Leitend« Artikel: An alle Theilnrbmer de» Institut» zur Förderung der israelit. Literatur.— Aphorismen.— Zeitung»« Nachrichten: Dentschlanb: aus Bayern, au»derbayerschenPfalz, Gotha. Sonn». Preußen: Magdeburg. Berlin. Bettln. Oesterreich,scher Kalserstaat: Lemberg. Lemberg. Belgien: an» Belgien. Frankreich: an» dem Elsaß. Italien: Dutt». Turin. — Literarische Nach richten: an» Mähren. HA Zn beziehe» durch jede» Postamt »nd jede Buchhandlung. .Jährlich 3 Thaler. vterieljähttg •/« Thal». verantwortlicher Redactenr: Jt Nabe. d-rlaa »*h Va,«-Srt«ee'» OKAbnthag i» — Cratf »ob »Itfaattr Wied« tu Leid»!-.