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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 7 (1855) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1855-1856)
Issue
7 (1855)
Date
1855-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches VolkSlilatt. 3« t - Relehrung ünö Anler Haltung auf jüdischem gebiete. Herausgegeben vo» Rabbiner vr. Ludwig Philippsou in Magdeburg. [So. 7. 1835.] Von dieser Aeirsckriisr erlLeti» «ttentltt eine Nummer. Preis dttiIadri-«»». . . j gang« 1 Alt. ®i4rl(ljitirig V/% N«r. U« OudibanMUBgm. PoAsmier I j|. 1||)r| 1 T u°» Z.ituug«ex»«rl»o»eu »evm.» »e»evu»ge, au. l «• CT*?*»* WMUW.J! Die drei Nationen, i <gonr*uugo 4. Der Krämer machie eine , einladende Geberde gegen den Indianer, die dieser verstand. Der Häuptling begann: „Wenn meine Brüder sich früh aufmachen von hier auS und rastloS wandern mit der Sonne, so würben sie, nach allen Seiten bin, in dreien Tagereisen noch nicht an die Grenze der Fluren gelangen, welche vietn Stamm vor kaum fünfzig Jahren bewohnte und beherrschte. Der Ehippewoier war nicht bloS von den Thieren deS Urwaldes gefürchtet, die sein Arm befehdete, sondern auch von andern Stämmen ringsum, die weit flohen, wenn sie die Spur seines Makofin» erblickten. ' Unsere Weiber sangen Spottlieder in ihren WigwamS auf alle Rothhäute, aber Niemand getrauete fich, ihnen Stillschweigen' aufzulegen. So oft auch die Sonne niederging im Abend, oder der Winter seine Fessel über die Ströme und Seen legte: immer sahen sie die Söhne meine- Stammes siegreich und auf den Pfaden ibrer Feinde. Aber es sollte anderwerden. ..." „Lange schpn hatten meine Väter von den weißen Männern gehört, die mir der Sonne gekommen über ra- Meer in ungeheueren Kanoe'S, mit Feuerwaffen und Feuerwaffer, und wie. sie die Kinder der Ebene überwunden, und die Wälder niedergebrannt, und große Wohnungen gebaut, gegen die unsere WigwamS wie Schößlinge gegen Eichen. Aber sie schüttelten nur ihre Sperre und schwangen ihre TomahawSk zum Zeichen, daß sie sie nicht fürchteten und ihnen zu begegnen wissen würden. Flüchtlinge kamen, die vo« Untergang ihrer Stämme, von der Macht der Weißen erzählten, aber man wies sie fort als Feige, die der Schlacht entronnen. So vergingen die Jahre. Da vernahm man eine- Morgens Schläge gegen die Bäume deS WaldrS. und Krachen der niederstürzenden; und ein Häuptling eilte herbei, der früh ^uf gewesen auf der Fährt«! de- Hirsche-, und am'Rande de» WaldrS einige Männer gesehe« mit weißem Angesicht und Bärten. Da erhob sich da» KrieHSgeschrei, und eine Schaar tapferer Krieger machte fich auf. Bald kehrten:fie zurück, und die Skalpe der Weißen hingen an ihretu Gürtel. Rur Wenige waren entflohen, unser^ Väter aber zu sehr in dem unbewohnten Anblick versunken, all iag sie sie ereilt hätten." ,.Wa» hätte die» auch geholfen? WaS kompttn sollte, wäre doch nicht auögebljeben. Bald rückten neue Schaa» ren Weißer heran. Seitdem war der Tomahawk an-ge-, graben zwischen «einen Vätern und den Weißen. Aber jene vermochte«/-- auf die Länge nicht. Die Büchsen der Weißen ereiltm die Söhne de» Walde-, auch auder Ferne. Unser Stamm schmolz zusammen. In einem großen Rarhe wurde beschloffdn, sich zurückzuziehen. Der große Geist hatte ebeschlossen^ und wir konnten Nicht» bagfj gen. Aber so großen Raum wir auch zwischen uo< und den Weißen legten, wenige Zahre, und wieder erschollen die Artschlage in unseren Wäldern, wieder wurde blutig gestritten. Dir überfielen die Weißen in ihren Häusern, auf der Jagd, bei der Arbeit, und tilgten sie. Aber sie lichteten die Waldung, rückten mit ihren Feuerwaffen her» | an, und meine Väter erlagen?' „Hier, wo wir jetzt lagern beim Sturm« der Nacht, hier auf diesem Hügel, in und vor dieser Höhle waren die Häuptlinge derer, die übrig geblieben, versammelt. Da trat ein ehrwürdiger Greis auf, und sprach zu ihnen: „Meine Tage find gezählt; wenige noch, und ich bin bei meinen Vätern in den gesegneten Gründen. Aber nicht blobei meinen Vätern; auch bei meinen Kindern. Alle find, sie gefallen in diesem schrecklichen Kampfe, den der große Geist über unS bestellt hat, um unfern Stamm zu vernichten von der Erde. Rur fein Name soll noch ge» nannt werden al» Eine», der gewesen. Sehet, ich steh' allein; kein Sohn, der mir ein Wildpret audem Dickicht de- Wald,- brächte, keine Tochter, die mir den Makvsin an den zitternden Fuß binve. Sie find Alle gefallen. Ich habe um sie Alle die Todtenklage angestimmt. WaS wollet Ihr als» von mir? Höret die Stimme dm kinderlosen Greise-, der seinem Stamme den Ruf der Weisheit täft* nen läßt. Ihr vermöge» Nichtgegen diese Peißen. Der große Geist hat fie ausgerüstet mit größerer Zahl, Kit schärferen Messern, mit Feuerwaffen. Wollet Ihr Alle erliegen? so sendet Abgeordnete hin zum Sitze ihrer obersten Häuptlinge in der fernen Burg am Meere. Saget. Ihr wollet »i, KriegSart vergraben? Ihr wollet die Frie-. denSpfeife rauchen mit ihnen, die mit dem Blute Eure, Söhne befleckt find. Saget, Ihr wolle» ziehen weit, weit hiaweg, wobin fie Euch weisen wollen. Ihr wollet die Gräber Eurer Däter verlassen, und die.Ströme, audenen sie getrunken/und die Wälder, in welchen ste gejagt. Dafür lasset Euch geben Feuerwaffen, so viel Ihr bedürft, und dm schwarzen Staub, mit dem sie geftllt werdm, und die runden Steine, die ste schleudern. Damit ziehet hin gen AbKd, so weit Ihr vermöge», und fie everlangen. v

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