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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 52 (1855) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
52 (1855)
Date
1855-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volksblatt. t t* | 3« . * Belehrung unh Unterhaltung ans jüdischem Heüiete. - i. Herau-gegebe» ron ' 1 Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Magdeburg. lRo. 52. 1833.] Äon Vieser Z«(t,ck> riaufl# 1 Sblr. i und t '(ft «ricfeont aMtmli* flut «unimft. Piti» ve» A.dra , m . , itrttljiliTtg "ty 9ffli. iu.t Äuchvanelungk». Potibmier 1 Jt. JytiDfJ! *+- BllMIffll 1 eitunglexpedittouen »edme» ÄeSrUungeii »n. t /»y. 1 . . 1 J Pi^mon. Loa Jehuda Halevi (um M4o|. (Mit eilltin Sicfräu auS dem Lropk'eren Jona: p'i-r' Vn l«'). Uebcrsepl t4>n Dr. Zuuz. . i 1. O Schläfer! werde wach, I Die Betäubung ^asse. Nicht Menschen folge nach. D,S Höchsten. We^ ^erfasse; Laufe bin ru diesen Gott i Rasch wie HimmckSfunken. > Wie, Du bist Schlafes trunken? Rufe doch zu Demem Gott! > 2. Schaue an. erwacht, das Himmelszelt, Die Werke seiner Hände. Des Firmamentes Wände. Das er in ven Armen halt,! * Wo jeinfr Ringej Siegel. Den Sternen lecher Flügel. Vor feinen Schrecken bebend I Auf seine Hülfe blicke hin. Daß das Schicksal Dich erhebend Stolz nicht mache Deinen Sinn. Schlummernd bringe nicht Dein Leben hin. Stehe auf. rufe Deinen Gott! 3. Und betritt um Mitternacht Di« bewährten Spuren j Jener edelen Natnren, Deren Mund ein HymnuS seiner Mach't. Deren Rächte andacht-volle Klage, Und fromme Kasten ihre Tage; Ihre Herzen GotteS Straßen. Sie an seinem Throne saßen, Ihr Weg ist eine Leiter Hinaufzusteigen zu Gott. Und Du schläfst weiter? ' Auf und rufe Deinen Gott! j 4. Woher käme Weisheit, Geringen, f l Die aus Staub ein kurzes Sein empfingen? An dem Menschew ist vor Thieren Kein Vorzug zu verspüren. > y GotteS Herrlichkeit werden inne — Mit Augon nicht, doch im Sinne — Die den Quell von ihrem Sein Finden. der köstlicher denn Wein: Alf-, Fleisch und Bein! Wirst Du finden Deinen Gott; Schlafe drum nicht, wieder ein,; Stehe aus, zu rufen Deinen Gott. 5. Der ewig Unwandelbare Schaffet waS er will, Er tüdtet, er belebz, ' Schleudert nieder und erhebt. Daß. im Gericht, er Dich bewahre, - Verehre ihn. folgsam, still; Frage nicht nach Wo und Wann, WaS unten, oben sein kann; Sei vertrauensvoll, keine Frage Ueber Deinen Gott! Auf. dem Schlaf entsage, Und rufe an^o rufe Deinen Go«! An unsre Leser. Vor mir steht, als ein hochgeehrter Schmuck meine- SchreibtischeS. ein fußhoher Becher aus dunkelm Gestein. Vielleicht weiß der eine oder andere meiner Lefer.^vaß er niir vor einem Jahre von befreundeter Hand auS Jerusalem zugesandt worden. Er ist gehauen auS dem Gestein, auf dessen Rücken einst der Tempel deS Herrn sich erhob, von grünlich schwarzer Farbe, gefällig geformt, mit ^Blätterwerk auf Fuß und um den Kelch, ^vad ringsum eingegraben, außer einem Schilde mit der Wdmung, eine Anficht der Höhle Machpelah. in'welcher die Erzväter bestattet worden, und über welche die Türken ein fchöne- Gebäude errichtet haben, de- Grabmal- Rachels, des Grabmals deS Propheten Secharjah und der Gebäude an den ehemaligen heiligsten Stätten. In diesen Becher hat eine vorsorgliche Hand einen Fischen Blumenstrauß gestellt, Kinder der Flora» wie sie theilnoch späte Sprößlinge der Jahreszeit, theils künstlicher Pflege sind, Rosen und Astern, Reseda und Fuchsta, Orangenblüthen und Myrthe. Und indem ich nun-Dich, mein Leser, zum Schlüsse diesezweiten Jahrgangde- „jüdischen VolkSblatteS" anreden will: fällt mein Blick auf diesen-marmornen Becher voll Blumen — wie er wohl schwerlich zu dieser Zeit noch auf dem Tische eineandern Schriftstellerfich trifft . . . Und stehe, r& überkömmt mich eine Fluth von Gedanken und Gefühlen, die wogend durch meine Seele ziehen .. . Wie, Du, theurer, viellieber Becher, »bi« bist Du so weit hergewandert? Lo-geriffen von dem Schooße, .dem D» entsprossen, in künstliche, moderne Form gebracht, dur^ die Wüste, über da- Meer, über Berge und Ebenen

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