Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 48 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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f ftelefjnmg unf) Unterhaltung auf indischem Zekiele. Hrrausgegeben von Rabbiner Dr, Ludwig Philippson kin Magdeburg. sRo. 48.1855 ] Bon kirier' «onflf I Iblr. 4«>k und 3<t fftAml »ö<t>enttiib ein» Nummer. Pkt,» rrezabi- , . — rrliäuri« 7'/, N.ir. >lle Biukbanriunj,',». VoüumNkr I L. .jflOrf} 4». (BlUftll 'I bn^lexvedmone» nedmen Beüellun^rn un. » Die Tempelwcihc. Festgedicht zur Einweihung der neuen Srnagoge zu tFrettag. den 29. Juni 1855.) Der dortigen Dem chrn der Bruderliebe gewidmet von Heribert Mannheim, inde atS Zei, Rau'). ,.O Morgenland, o Palmenland! Wie Hab' ich dock nack deinen Auen Mein Auge oft fcbon hingewanvt. Die Wunoerberrlichkeit zu schauen, Worin dort AUeS steht und Prangt, Ich hör' im Geist die Eicken rauschen. Ick seh' die Cever vor mir stehn, ~ Ich möchte träumend d'runter lauschen Und selig aus und nitdrr gehn. O Morgenland, o Sonnenlank. Ist nicht in dir daS Lickt entglommen. Das. von deS Horeb'g Höh'» gesandt. Run über alle Welt gekommen? O sei mir tausendmal sgegrüßt, Du Land, wo Milch und Honig stießt. Hock rauschen über ri^ir die Palmen. Und die Gefühle werhen Psalmen; AuS jedem Blumenkelche quillt Die Liebe, die mein Herz erfüllt!" So hör' ick beiße Sehnsucht klagest Im niegestillten Hc So klingt es seit des Unglücks klagen 2» Israel in jedem ..Dort stand der Temrel, bochcrhaben Dem ewig e i n'g e n Der durch die Fülle Sein Volk erhob zur malhsckmerz; Herz. Gott geweiht, riner Gab,» Herrlichkeit. Dort streut' der Dichtung reinste Blühen In heil'qen Liedern T avid aus. Und Psalmen, die vol'Liebe glühten Erfüllten jauchzend GptteS HauS! O rauschet Harfen, rauscht ihr Klänge DeS Volkes heilige Gesänge! Aus jedem einzleü Tone quill! Die Liebe, die mi^in Herz erfüllt!" Doch wie? warum zurück denn werden Den Blick in solche ferne Zeit? Lebst Du nur der ^Vergangenheit? Soll unfruchtbarer Schmerz nie en^en? •) E» ward gedruckt vertheilt. Die Vater ruh'n am 3ordan«Skranb." Sie ruh'n seit- Tausenden von Jahren, Du magst die Liebe ihnen wahren,!! Tir blüht ein neue- Vaterland. Dü bist aus deutschem-Fleisch und >Bein, Deutsch ist Dein Herz.- deutsch Deine Sprache, Deutsch klingt Dein 3ubek> Deine Klage, j~~ Willst Du nicht ganz ein Deutscher sein? Und ist. Jerusalem gefunken- Sein Tempel nur noch Schutt und Staubs Bedenk' dem Zeitenstrom zum Rauh" Wird, waS das. irv'sche Licht getrunken. — Und ist'S denn, nicht ein Freuvrnta^ Doll hoher, festlich hoher Stunden,. Den heute Israel gefunden, j Wie'S sonst kaum ein^» finden niagck Dein Tempel steigt in hoher Schöne, Ein junger Phönir, stolz empor; Begrüßet ibn im Jubelchor. Begrüßt ihK segnend, Aaron sSöjne! Doch k.-mrt Ihr auch des Tempels ÜLeihe?-- Alö einst Jesüias vor dem Herrn, : Dem König über Meer^-und L^uid,! Dem Könige der Kön'qe, stand/ j DeS ew'gen Lickt,8 ew'gem Stern,! Da sank er, heil'ger Furcht zum Raub, Anbetend in den Staub!! Und Seraphim, er sah.sie stehn,. ' f Die: „Heilig! heilig! heilig!" riefen. Und alle Hohen, alle Tiefen Erfüllte GvtteS mächtig Wehm. Er aber sprach: „Weh' mir! weh' tnik! „Ich bin;in Mann unreiner Lippen, „Wie dürft' ich aus dem Kelche nippen „Der Herrlichkeit, die ich geseh'n?" Da stieg mit glänzendem Gefieder >.— Die Kol^e von deS Alt«'S Brand,' D/e glühende, -in feiner Hand — Ein Seraph zum Propheten nieder; — Berührt mit ihr des ManneS Mund Und sprach: „Die Du nun heilig, rein, „Sollst Du Jehovah's Bote sein. „Auf, mache seinen Willen kund!"