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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 47 (1855) · p. Seite 186

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
47 (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 186 (sequence 2)
Language
German
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186 / Der an Gastlichkeit g,zweifelt. / Diese Perle hier .et findet, S Nach im Traume diese« PLrchenS / 8ob und Drei« er laut verkündet. I Mit dem ersten Morgenstrahle I Decker Elia« den Müden. I flfymmj. den Gürtel sammt dem Ma it l, J Der ihn trägt nach Nord' und Sude». / Und zum Häuschen hingewendet, S/ Spricht er mit erhobenen Händen: S „Mög' da« Aüblein dort im Stalle „Bis zum Abendroth verenden!" Schweigend höret die« Ben Lewi, Fragt er sich auch in Gedanken: Ob man Gastlichkeit so lohnen, Und dem Wohlthun so mag danken? Willig folgt er seinem Meister Schnell durchwandernd hundert Länder, Tie er nennen nie gehöret, Immer wechselnd die Gewänder. i Wie vom Tbau, der unbeachtet Riederträufelt aus die Fluren, °"--- So auch sprießet Segenssülle Dort, wh ihres Wanvelns Spuren. Wieder, wie am Tage früher, Isi'S auch beut' ein .kommen, Echv^nden; Nur der Hunde lustig Bellen Ihr Derweilen konnte künden. .Freut sich herzlich drum Ben Lewi, Als der 'Abend schon sich nahet-,' Und ein stattliches Gebäude Ddrr am Berghang sie empsahet. Hundert Knechte, hundert Mägde Dringen heim der Ernte Segen, Unbeachtet dort im Winkel Unsre Wanvtrr hin sich , legen. Noch den Fluch auf seinen Lippen, Schläft er bi« zum andern Morgen, Wo ihn Eliaerwecket Zu des TageS Müh'n und Sorgen. Die Ruine still verlassend, Spricht der Heil'ge im Gebete: „Ausgebaut sein diese Mauern, „Fertig bis zur Abendrölhe." — Staunend sieht darauf Ben Lewi, Wie sich Steine reih'n und fügen; Ohne Meßschnur, Kalk und Mörtel Wände sich zur Wölbung biegen. — Sieht'S und kann nicht an sich halten, Kann des Meisters Thun nicht fassen, Muß von ihm Erklärung fordern, Ten er bald doch muß verlassen. „Herr und Meister!" spricht er bittend, „Willst doch sagen Deinem Knechte, „Wie Du Gutes so bestrafen, „So belohnen kannst daS Schlechte." — „Nahmst den Leuten dort ihr Kühlem, „DaS ste jetzt „och tief betrauern; „Baust dem Neidhard mit dem Stetnheiz „Hier zum Lohn' aüf seine Mauern?" Kaum war diese- Won gesprochen, Rauscht und schwirrt eS durch die Lüste Töntwie Rabenschar, die krächzend Nachts umkreist die Tvdtenkrüfte. Rab Josua sucht den Meister, J Doch war dieser schon entschwunden;! Trauernd zieht er feine- Wege-, i I Blutend aus des Herzen- Wunden. [ Und die Rabenscharen krächzen:! „Willst Du EliaS klügelnd deuten,! „Hast Du den Vertrag gebrochen, J „Kannst ihn ferner nicht begleiten." —! III. Ein Verließ -ist'«, daS seit Jahren Schutt bede^el und Gerolle, Waren schon bestellt die Maurer -• Mit dem Winkelmaß, der Kelle; AIS dabeim nach vielen Zähren Einst Ben Lewi eine Stelle Zm Folianten blätternd suchet, Rauscht - und schwirrt'- durch seine Zelle. Denn der Hausherr braucht den ^pe^cher, Da schon voll find alle Tennen; Hungernd legk fick bin Ben Lewi, Will des Neidhärd'S Nam' nicht dtnifli} Und er findet im Folianten Auf ein Blättchen, gilb, veraltet: „Gütig ist der Herr in Allem, „WaS er thut unb schafft und waltet." — .Dem die Erde unermüdet Ihren reichen Segen sendet, Tennoch er nicht die geringste Gabe einem Armen spendet. „Al- Du mit mir zogst, Ben Lewi, „Mußt' da- Kühlem ich verderben, „Weil im Himmel ward beschlossen: „Daß daS Weib bald sollte sterben."

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