Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 44 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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176 Tl'eil ist der Mübe nickt werth, beschrieben zu werden. ES sind sritt 'in zwölf Jabre versioffen. Mein Gewerbe seden Sie. ES ist ein schreckliche». volle Gefahren und Klippen, rob er Beschwerden und Schmach. Allein ick bade es lieb gewo anen, und in allen Gefahren und Dersucbungen har un«! der Gedanke an die Pfleger meiner Kinddeir. und roch medr der Gedanke an >Z amuel rein und beschützt erd iltkn. Ich kann sagen, ich bi» seiner würdig geblieben. '!ich habe übrigens jenes Städtchen nie wieder betreten, toi» borke ich, daß er einige Jahre ftmrer gebeiratbet und ehr glücklich lebt, die Mutter ist bald darauf gestorben — Ariedr ibre^ Asche, sie bai rielleichk Recht gehabt . . - Tie Leben Sgeschichle deS armen, be^ria'lbloscn Mädchens batte lunch lies gerübrr. Ach baue tnckt die geringste Ursache, an! deren Wahrhaftigkeit zu zweiftln. . Sie trug Alles einfach und rubig vor. Ich gab shr meine Arreste zum Abschi geratben. eine tfuitt re, mit der Aufforderung, chknn sie in Nord sch an nnch zu wenden,, ich l^oürde süche^. ibr n im Aller zu verschaffen. ., (^Zahlungen nach alten O.uellcn. '^on ■Kii't in .vcrrftitt^n. Die Thränen.! AIS > aftc Voreltern da:- erste Gehjo« übertreten und von der : erbotenen Frucht des BaumqS genosten bauen, erschien ( ioll..ln strengem -Ernste, rief Adam und Eva vor den kbren der Gerechtigkeit und sprach zu ihnen: Mein erf eS Gebot, das ich euch ertheide, habt ih/ übertreten. so r darum auS dem Orte der Anmulh. Ibr seid nicht wür >ig deS WonnegenuffeS dieses* Ortes. Fort, arbeitet mi dem Schweiße eures Angesichtes, gehel vielen Müden , nk Plagen entgegen und erwartet am Ende nichts alS den lod. Wisset, von Staub fei» ibr und zu Staub sollt ibr wieder werden. DaS Unheil war gesprochen, tzchweigl ad und voll Scham und Reue verließen die ersten Mt! schen den wonnevollen Garten, ach, sie hätten so gerne das Gerbane ungeschehen gemacht, doch eS ryar nicht mö stich. Gott hatte aber den Thron der Gerechtigkeit verl iffen und den Tbron der Barmherzigkeit bestiegen. Jbn jammene denn doch daß nunmehrige barte Schicksal seiner Kinder, sie so hülfloeinem traurigen Berhingntff: hingegeben zu wissen, den zahllosen Widerwärtigkeiten! eineS stürmischen und verwickelten LebenS, daS füllte mn väterliches Herz mit Knmmer. Sr rief die Vertriebene » nochmals vor seinen heilige« Thron und sprach: Zhr ha r eS gehört, mein Unheil ist unwiberrnflich, doch will ich feine Ettenge zu mildern fdchen. Mich dauert eure La je! Diele Leiden werden euch heimsuchen, Noch und Krankh it euch überfallen, der Tod wird in eure Häuser einkcbo a und euch dre Geliebten von der Seite nehmen, eure ei neu Mitmenschen werben euch Kummer bereiten und ener < wz mit Gram und Mißmuch füllen. Die Freuden selbst, pit euch auf eurem Lebenswege begegnen, werden in Staut und Galle gehüllt fein, ach, Shr Unglückliche«, wa» soll euch da trösten. waS euren schmerz mildern? Hier habt ihr zwei göttliche Tbautropfen in euren Augen, betrachtet sie als die köstlichste Arznei des Himmels, so oft stk in euren Augen perlen und auf die blaffe, vurchbärmte Wan-ge herabrollen, werdet ihr Erleichterung finden. So bald und so oft die Tbränen fließen, werbeich kommen und heilsamen Balsam träufeln in das geängstigte Gemülb. Seid getrost, nzeine Kinder, nun ist eure Lage erträglich." Die rLerurtbeUlen hörten den Ausspruch des Vaters der Barmberzigkeil. Die Thränen naten sofort in ihre Augen, stromweise stoffen die dicke» Zähren von ibren Waagen herab, sie stoffen immer stärker und reichlicher, und wie der Allgütige im Voraus verkündete: die Thränen erleichterten daS Herz, ffe reinigien die unreine Atmosphäre des Gemütbes, sic schwemmten den allzugroßen Kummer hinweg. 3bre innere Beklommenheit sing zu weichen an, sie albmeten leichter. Die ungeregelten, wildlobenden, unbändigen Fluiben ihrer Herzen machten ruhiger stießenden Wogen Play, unv stellten das innere Gleichgewicht allmällg wieder her. Wohl noch betrübt und niedergeschlagen, ober doch mit dem ruhigen erträglichen' Gefühle rer Entsagung enlsernlen sie fich vom Paradiese. Dg sprachen die Engel des Herrn, die feinem Dienste sich wihme»,^'cine Rabe nicht verlassen: „Gon der L^ebe und Gliäre! Was ist eSdenn, was das Gemükb dieftr Menidwn so schnell änderte und sie so still duldend sind ruhig ergebend in deinen Entschluß machte? Welch' wildem Schmer; waren sie noch vor wenigen Minuten ßreisgegeben und wie prägt sich jetzt ein Zug ruhiger Ergebung aas ihrem Gesichte aus!" — „Meine lieben! Diener," sprach der Allbarmherzige. „waS sonst kein Geschöpf der Erde erhalten, gab ich diesen Menschen, die Thränen, sw bedürfen sie: der Thräncnauell, den ich ihrem Auge eröffnrte, ist der heilsamste Trank, den ich besaß, wohl dem, dem dieser Quell nicht ganz versiegt. Unterhaltung^ - Pillen. Don I. R. in B. Eine Frau tadelte daS widersprechende Benehmen ihres ManneS an den beiden "NS-Nächten, er saß ip» Sterbekinel wie ein Todter. und aß Klößchen wie ein Lebendiger. , - tzzstiand grüßte an einem Sonnabend seinen Bekannten mit „guten rois." Der Gegrüßte stellte sich darüber beleidigt, „Schämen Sie fich, einen Guten -SchaboS- Gruß anzunehmen k" — „Ich weiß aber nicht," erwiederte Jener, „wofür Sie. mich halten, wenn Sie mir etwawünschen, waS man keinem wünscht. Allgemeine Zeitung de» Judentbum». No. 49. <SSS. Harfe,klänge: Die Sendnaa Israel». V. — Leiteude Artikel: Die jildtsch-orientalische Frage. — Bemerkuageu. — Zelt,»«»Nachrichten: Palästina. Preußen: LLtzow. au» Masuren, KSuigSberg. Hechtnge«. Lrätz. Lucla». Oesterretchtfcher Kaiferstaat: Wien, Böhmisch - Letppa. Italic» r an» Oberitaliea. ' - Zu beziehe» durch jede» Postamt und jede Buchhaadlang. Jährlich 3 Thaler. vierteljährig % Thaler. Berantu'örtlich er Aedacteur: K. Nabe. ,»» v-u»,»e»»er « »uchdauMmi, t> gtt*i«. - ©re* een «lexaAder «jede tu Sn»»'».