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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 43 (1855) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
43 (1855)
Date
1855-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zur Belehrung und Anterhatlung aus jüdischem ssebiele. Herau-gegrbeu von ' Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Magdeburg. L ■-«M M A inSF -|'C'4on »ic(«r 3(ii|d)iift tr«b«iBt vAditnmife <tne Kummer. Prei« ret'Jabrr a t» , £ [3to* 43.1855.} T ILIahn. 4.V»artRl.} Mitleid. 1 Doch wenn der Tag in Westen finkt, ' Schließt sich für fie die Himmel-pforte. ~~ fLon einer Dame.) 1 Sobald da- Lied, waaufwärtdringt. Verklungen mir dem. letzten Worte, l i Vorüber war der. Tag de- Hen n. i ' Hernieder sank der Abend leise, Verkündet durch den ersten Stefn, Nach frommer Vätev aller Weife. In seinem Lehnstuhl fitzt der Gteis, Vom faltigen Talar umflossen, Auf Bart und Haar bar stlberryeiß . Sich schon des Alter- Schnee ergossen. Und wie der Sabbarbtag verwert. Erbebet fromm er seine Hände,; Auf daß er auch noch zum Geb«' DeS Tages letzten Rest verwende! Langsam laßt David'- Lobgesang*) Er leise von den Lippen fließen, . Daß sich die Töne und ihr Klang ' Mild in deS Hörer- Brust ergießen. Zu seinen Fußen sitzt die Maid, Zn tiefe Andacht ganz verloren, Zur Ruh' und stillen Einsamkeii Har sie dieS Plätzchen auserkoren. 1 Und schüchtern bebt sie endlich an. Fast deucht eS ihr ein kühnes Wagen: ..Wollt mir nicht zürnen, frommer Mann, Gern möckt' ich Euch um ElwaS fragen. Sonst wenn binauf zum HimmelSdom' Ihr lasset die Gebete schweben. Darf laut und frei der Rede Strom Sich auf der Andacht Schwingen heben; Doch wenn der Sabbathtag entflieht, > Hernieder finkt der Dämm'rung Schauer, Da töner leise Euer Lied, > Als galt eS einer tiefen Trauer?"! Und d'rauf der GreiS: „„Am Tag der Huld, Wo Gott geruht Hat nach sechs Tagen, Da ruh'n selbst die, die ihre Schuld Zum HSllenpsuhl hat hingetragen Sieh', darum schwingt mit leisem Klang Dies Lied fich auf gleich stillen Klagen, Weil wir durch. unfern Abendsang Die Armen aus dem Himmel jagen. Tönt eS nun leis', gemessen fort. '— So ziehen langsam fie von dannen, Nicht möchr' ich durch ein rasches Wort Zu früh sie auS dem Eden bannen!"" 3. Esther Zaundorn. (Don M.) i Endlich war ich dahin gelangt, wenn auch erst im Spätsommer, mich von meinen Geschäften,frei zu machen, und einige Wochen auf dem Lande am. Fuße de- Gebirgezuzubringen. 3ch hatte eine tüchtige Morgentour gemacht, ein tüchtige- Mittagsbrot eingenommen, und hielt nun meine Sjrste auf dem Divan. Meine Augen sanken zu. Traumbilder umgaukelten' mich, dann sank ich i» süße- Vergessen,meiner selbst. Wie la^ge? weiß ich nicht. Da drangen Töne, angebehme. fteundliche Töne hinein, die Töne wurden Harmonie, endlich Melodie — ich wachte auf, und vernahm. von der Hausflur eine angenehm» Frauenstimme, wenn auch ungefchult und ohne Meiall, die fich mit der Harfe, fast möcht' ich sagen, meisterhaft begleitete. Sie sang jetzt: * n- Jch wand're, wand're immerfort, Denn nirgend hab'^ich Ruheort. Bon Hauzu Hau-, Dorfein, Dorfau-, Ich habe keine Stätte, Wer ist e-, der mich rette? *~- 3^ wand're früh, - ich wand're stuit. — Seitdem mein Fuß auf Erden geht. Don Stadt zu Stadt, Wie auch der Pfad, |j So lang der Fuß fich rühret, Wer ist eS, der mich führet? , *> Pf. Ui.

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