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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 41 (1855) · p. Seite 164

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
41 (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 164 (sequence 4)
Language
German
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m Rekigionsbandbuch für den israelitischen Lehrer noch gar nicht eristirt, während j^der Tag ejn neue- Religionsbuch für die Schüler bietet —* fast bringt dasselbe, glaubt aber wa- Besondere-'zu bringen. 89. M. in R. Ist eS einem jungen Manne möglich. der den größten Thei! de- *£Ti in der Heiligen Ursprache versteht und dem auch sonst verschiedene Theile der israelitischen Literatur nicht fremd.sind, sich durch Selbststudium gründliche Kenntnisse im Talmud zu verschaffen, — und auf welche Weise? Antwort. Gründliche Keimrniffe kövneo wir uichr glauben — wenn auch dem Gestie nichtunmöglich ist. Die Art unp Weise? Vorerst ffotrt er die Mifchna, «d zwar nach Geiger s Lehrbuch der Mischnasprache und nach Jost's Uebersetzung der Mlschna. Wenn er diese tüchtig inne hat, dann— such« er sich einen tüchtigen Lehrer für die Gemara. Da- Einzige was er ohne einen solchen tbun könnte, Mess. Berachoth nach Pinner - Ueberseyung zu stubiren. Notizen des Tages. In Amerika macht die. Frgge, ob deir äuven ai» Sonntag der Betrieb ihre- GewsrbeS. gestattet sein solle oder nicht? viel Rumor — und wird in den einzelnen Umon-staaten sehr verschieden brckntwortet. In Polen sollen die Derhülrniffe der Juden neu geordnet und —wie man sagt, Und waso leicht wäre — verbessert werden. Der jüdische Gesangverein von Laupbeim hat bei dem schwäbischen Sängerfeste den ersten ländlichen Preis gewonnen. . * Eine Geschichte aus der jüdischen Geschichte Polens. In riesen Tagen blätterte ich in einer' Geschichte PolenS und fand darin eine Erzählung, die ich für werth Halle, daß sie im „Volksblatte" tziirgetbeilt werde. — „Im Zabre 1539. zur Zeit teS König- SigiSmund, worbe — fo erzählt Lucas Gopnicki. Präfecr von Tp» koczvn in seinem Chronikon — Katharina, Gemablin des Bürgermeisters Melchior Vogel, eine Frau von 80 Jahres. wegen Abfallzum Judenthume auf dem Markte zu Krakau, wie ich selbst gesehen h«be, verbrannt. Um ihr i Glaubcnsbekennmiß anzuhören, batte der Bischof von 'Krakau in seinem Bischofsttzc. all» Canonici und die Professoren des CollegiumS versammelt. AlS sie in Gemäßheil deS christlichen Glaubensbekenntnisses gefragt wurde, ob ste an Gott, den Daker, allmächtigen Schöpfer Himmel- und der Erde, glaube, antwortete sie: ich glaube' an deo Gott, der Allegeschaffen stak, waS wir sehen und nicht sehen, der durch menschlich^ Vernunft nicht begriffen werden kann, von dessen Wohlwaten aber wir Menschen und Alles in der Welt zeugen. Sie erweiterte dies noch, indem sie die Macht Gottes und seine unaussprechlichen Wohlthaten aufzählte. Man fuhr tveiter fort, sie nach der Dreieinigkeit zu fragen. Allein sie setzte allen Fr», gen hiernach ein consequenteS Leugnen entgegen, und nllen Bemühungen der Professoren gegenüber gab fie »ine entgegengesetzte Ueberzeugung zu erkennen. Endlich, da fie sich von diesen jüdischen Lehren nicht abbringen, ließ, wurde fie der Gotteslästerung schuldig befunden und der Stabtohrigkeit zuqeschickt. Nach einigen Tagen wurde fie. wie ich oben bemerkt habe, verbrannt. Die Todesstrafe erduldete sie, ohne niedergeschlagen gewesen zu sein." Was sagt der frühere Ortbodore Selig Cassel, jetzige Herr Paulus Stephauu- Selig Cassel zu dem Juden,hum diese- WeibeS im 16. Jahrhundert? B.r. Blumenlest. Auszüge vou Er-ähluvgeu. Aleichuisseu. Gedanken und Mein»», ge». wir Erklärungen vou Scbriststellen auhebräischen Werken. -T57N p-prra lebrt: Willst Du Herr Deiner Begierde sein, höre ein Gleichniß. Die Leidenschaft gleicht dem Eisen, auS welchem, so lange man es im Feuer hält, jedes beliebige Gerälh verfertigt werden kann, ebenso kannst Du im Feuer der Gelehrsamkeit Deinem Triebe jede beliebige Richtung geben. l , Derselbe lehrt ferner: ES genüge nicht, daß Du fried-, liche Gesinnungen in Deinem Hause verbreitest, sondern Du mußt dem Frieden auch Bahn zu brechen suchen in dem Strome der Menschheit; die« will der Vers Psalm 34, 15. sagen: Suche den Frieden (in Deinem Orte) und jage ihm nach (auch in anderen Kreisen). Stilistisches Curiosum. „Concurs. Die israelitische Gemeinde zu Gr. Kikinda in Ungarn (soll beißen: in der Wojwobschaft Serbien und dem Temescher Banate) wünscht einen Eantor und Lehrer u. s. w., und einen Schächter, der auch den Kirchenbienst versehen soll, anzustellen." Die dortigen Kirchenvorfteber werden flch schönstenbedanken für einen Kirchendiener, der zugleich Schächter ist. —- Dies erinnert an jenes geistreiche Mädchen, welches in einer nobeln Gesellschaft den Ausdruck ..Schulklopfer" zu ordinär fand, und dafür das graziöse Wort „Tempeldrescher" wählte. —> Allgemeine Zeitung de- Iudenlhums. Ro. 46. 1855. Leitende Artikel: Au» den Berge». III. — Literalorberickt. VI. — ZeiluugSnachrtcdteu: Deutschland: au» dem Mecklenburgische», aus Baden. Oefterretchifcher Kaiserstaat: Wie», Wie», aus Mähren, aus Bebmen, Weßprim. Amerika: aus Nordamerika. 3" bezieh«» durch jede- Postamt und jede vuchbantluug. Jährlich 3 Tbaler. vierteljährig '/« Thaler. Verantwortlicher Redacteur: K. Nabe. B/rla,, »»« Va»«l,ir»»er « kuä»anrlun« in — r^ru-: v--n L-xtk in tifl. /

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