Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 41 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Bolköblatt. Zur Belehrung imih Änserhaltung aus jüdischem Gebiete Heraus-egebell von ' Rabbiner Djr. Ludwig Philippso« in Magdeburg. sRo. 41. 18S5 s -von <rbb<t«t eine ^tuwuur. ftn* tf»?dbt- ,Ä & ,_ m _. , , 1 lblr, «rrtkljSdrl,?'/, N«r. Nil, Vua>b«nk,vn,»n. ^»«amtrr I L. «IllllkÜ. 4°. lkÜLlMÜl.! und Aeirong«ex»rdino»«u n«d««n veSettnnne» a». - l ~ ~ D J jtj* Lieder von Ludwig Schragge. Die Wahl. Demant'leucht« in der Nacht. [ ‘ Demant blitzt im. Sonnenschein« AIS Erkorner vom Gesteine; . Wie de» Marmor'» heii'ge Macht Unter Meister» Meißelfchlag Kommt voll Herrlichkeit zu Tag, Unter aller Blumen Art. Die im Feld und die im Garten Frühlingsgluth und Menschen warten, Rur die Ros' erwählet ward. Ob Gestalt und Farbenpfacht, Ob de» süßen Dufte» Macht. Unter allem Thiergeschlecht. Wie sie auf der Erde weilen, Durch die Wüst' und Fluren eilest. Har der Löwe Königsrecht. 1 3n der Vögel lust'ger Schaar Nur der breitbeschwingte Aar. In der Menschenvölker Zabl, Wie sie in der Vorzeit lebten. Wie sie bi» zur Jetztzeit strebtea, Sprich', wen traf| Die hohe Wahil? Israel — im GotteSlicht Lebt e» ewig, stirbt e» nicht. 5 i > Hoch — hoher. Heb' den Gipfel über Wolken. > Chimboraffo, zu den Sternen, I Daß der Name Deiner Größe Dringt bi» zu den weit sten Fernen. Laß der Flammen Garbenbündel, Aetna, steigen bi» zunt Himmel, Und der Lava Glutbstrom fließen Auf der Länder Angstgewimmel. Höher stieg de» Horeb'» Kipfel Als die Himelay und Ande», Dunkel scheint der Aetna gen die Säume seine- LichtgewandeS. Denk der Erde Flammeusäulen All zu Einem Brand vereinet, Sie erblassen vor dety Sttahle, Der vom Lichte Gottes scheinet. Die Aufopferung. j . ,_jAtnsenber verbürgt die Wahrheit dieser Degebenheit.) k Zn einer großen Resihenz wohnten in einer Hauptstraße, welch« fast schnurgerade die schöue Stadt durchschnetdet, nahe bei einander zwti jüdische Familien, beide von bedeutendem Anfehn nur nach verschiedenen Richtungen. Die eine glänzte durch ihren enormen Reichthum, aber tu dem Hause des Banquler« und Eommerzteurathes R. herrschte ein frivoler Ton- Glanz ohne Eharakter^ Eitelkeit durch und durch. Die aftdre war die de» uur unbedeutenden Kaufmann» B., der mit Mühe die Ehre seiner Firma aufrecht erhielt, und die vielen Opfer erschwang, welche ihm Erhaltung armer Eltern, Geschwister, Oheime, Basen u. dgl., die stets einem gutherzigen jüdischen Manne anhänaen,. kasteien. Denn sonst glichen flch die beiden FamUien*daria, daß jede, nur ein einziges Kind hatte, der Banaüier einen i einzigen Sohn, der Kaufmann — eine einzige Tochter. Aber Herr D. war eia biederer, frommer Mann im echtesten Sinne des Wortes; er hielt sein Hau» jüdisch, ohne dm religiösen Formen mehr Werth beizulegen, als ihnen inaeivohnt, der warme und bethtti- ' gende AusdruÄ der lebendigen Religiosität zu sein, er that Gute» mir Wort, Thar chid Person so viel er nur vermochte, und ging die Wegje de».Recht» nicht bloß um dar Meinung der Menschen willen, sondern tsteil unk wo sie nur Forderung GonrS und des GewiffenS. Daher sein große» Ansehn in der Gemeinde, die ihm wiederholt Ehrenämter übertrug. Die Väter wurden alt, die Kinder wuchsen heran. Die Erziehung war nach der Art de» Hause». Albert ward von einem Erzieher,- der wederx Jude noch Christ war. aber durch sein« Manieren gltnzre, erzogen, seine Multer^var früh verstorben, sein Dater von seinen großen Geschäften stets eingenommen. Er leriAe Vieles, aber nichts gründlich, frühzeitig.lernte er die Welt, früh die Genüsse, früh die Aüsschwenunge« der Welt kennen. Er hüpfte durch da» Gymnasium, besucht« zwei Zahre eia« Universität des gute» Tones wegen, dann «acht« er Rei» sen durch Europa.'! ' Auch Minna B. worb! zur Zungfrau ohne mütterliche