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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 40 (1855) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
40 (1855)
Date
1855-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volksblatt Belehrung und Anterhaltung auf jüdischem Gebiete. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippsou in Magdeburg. sRo. 4«. 18SS l Bk» k,rser Zri gan-ß 1 Tdlr. un» «s»ris, txtotint vMKKlid* «int »um««., fini r„ Iadr. , ,» a ifrKljJbrig *■/, «ar. «lle VuchdanklunDN,. Poa««ttr k jflörfl. 4. TflffBrtfli. l )fitu«j#fjrftiticiH* ncbait* •'rftUnagta an. Ein Wort, sowohl im Interesse'des Judenthums, als der jüdischen Literatur-Gesellschaft. t^tngesanvr aus L«rr«vv in Ungarn.) __ Zn Ro. 26. deS „jüdischen Bolköblatieö" wird auf die bösen Folgen deS RomanlesenS bingensiefen, und die fromme Dille an alle jüdischen Ellern gerichtet, ihre Kinder vor diesem geist- und lerztöktenden Nebel zu bewahre». Wahrlich! wahrlich! eS ist dieses ein Wunsch, der auS acht jüdischem, Lchr frommem Herzen kam! — NichlS ist in diesem Artikel überlrieben gezeichnet; —- und eS ist schmerzlich für den Leser, zur Voraussetzung gcnölhigl zu sein, daß eine solche eindringliche Bitte nur die nothwendige Folge einer traurigen Erfahrung sein müsse! — Ach ja! eS ist leider wahr, daß die Slhne und Töchter Israels eher etwas von der neuesten Romanliteratur, als von einem religiösen oder einem Erziehungsbuche wissen. Aber — glaubst Tu denn, mein frommer Bruder in Israel, daß Du mit Deiner warmen dringenden Bitte etwas für die Hebung jenes wurzelstarken UebelS gethan hast? — Glaubst Du denn, daß dieser frymme Wunsch, auch nur in zwei Herzen von zehn, einer nachhaltigen WiederhaU findet?*) —• Hast Du nicht bedacht, daß für die nicht lesen den Eltern Deine-Volkes Dein Wörtern nichtg csagteS, und für die lesenden «!in umsonstgesagtes ist?**) —-Ist Dir denn unbekannt, daß auch die lesende Mutter nichts — Göttlicheres!! alS den „ewige» Juden" — nicht- Interessanteres, alS die ..Geheimnisse von PanS," und nicht- Angenehmere-, als die Memoiren eine- Arzte-" kennt? — Solltest Du vielleicht nicht wissen, daß sogar nicht wenige Lehrer der Jugend, nichts — Galanteres zu thun haben.. alden Müttern ihrer Zöglinge, und diesen, wenn fie einmal erwachsen find, die neuesten Romane von DumaS in die Hand zu gehen? — Woher willst Du also jüdische Mütter nehmen? — Ach. diese- Nebel ist ein gar zu starke-, ein gar zu allgemeines, als daß eine fromme Bitte eheben sollte! — Sollte eaber kein wirksame- Mittel geben, welchemit Erfolg gegen diese- Kreb-übel anzuwenven wäre? — . *) Damit »Lren mir schon sehr zufrieden. Redact^ ") Doch etwa- -» stark gesagt. Ae da er. Sollte ekeine Radikalkur für diese harsnäckige Krankheit unsre- Volk,- geben? — Ich ghuibe, ja! Cgiebt ein Mittel, dahelfen muß; und Liese- Mittel kann da- Judenthum nur auder Hand der jüdischen Literatur-Gesellschaft erhallen. Und wenn dieselbe dem Judemhum« diese- Mittel bieftn wird, so — es muß dieseeine natürliche Folge der Wirkung des Wittelselbst sein — so wird "ha- Judenthum au- Dankbarkeit dafür der Lirrratur-Gesellschqst eine feste und unauflösliche Eristenz sichern. — Diese- Mittel, fragst Du mich, mein Bruder in Israel, — waist e-? Du wirst wohl selbst schon daran gedacht haben. Und der Begründer der Literatur-Gesellschaft, dieser tiefe Kenner und Würdiger de- Judenthumnach allen seinen Richtungen hin sollte er daran nicht gedacht haben? — Diese- Mittel ist — eine reiajüdische Jugendliteratur! Za. wir brauchen jüdische Jugendschrijtcn. Unsere Kinder sollen schon im zarten Jugendalter auf eine angenehme und belehrende Weise zugleich da- Judenthum kennen lernen. Sie sollen enicht nur von der Seite feinereligiösen Prinzip«-; fie sollen es von Seite seiner historischen Grundlage, - und mehr noch von Seite seiner mehr als dreitausentjährigen Historie kennen lernen. — Sollte denn da- Judenthum keinen Franz Hoffman», oder keinen Gustav Rieritzin seinem Schooße bergen.? — Oder ist die jüdische Geschichte, dieser unermeßliche Schatz, nicht reich genug an Momenten, die dem Kinde aljüdische- Leben, jüdische- Fühlen, jüdische- Handeln, jüdisches Dulden und — aljüdische- Vorwärt-schretlrn vorgeführt werder^könnten? — "Gewiß, es braucht nur^einer Anregung, und jüdische Literaten werden die Geschichte Israelzum Nutzen und Frommen der Jugend au-zubeulen wissen. Mehr noch! Da- Judenthum — oder eigentlich di« Literatur-Gefellschaft —. wird auch noch einen Alerander DumaS erzeugen, der, wie dieser große Meister, auch die.jüdische Geschichte be». nützen wird, um «»fern Müttern und Töchtern — göttliche. interessa nte und'anziehende Lektüre für ihre Mußestunden zu liefern! ' Scheint Dir. mein Bruder in Israel, diesenicht ein geeignete- Mittel, um jüdische Mütter und jüdische Väter zu erhalten? — Und gerade nur die Literatur-Gesellschaft kann undiese- Mittel bieten. Welcher jüdische Lfteral wird sonst den Muth haben, bloß für da» Judenthum, zumal jüdische Jugendschristen und Romane, zu schreiben? — Zwar liegen un» Beispiele vor. Ehaben Kompert, Breper, Krämer'», a. m. geschrieben. Aber eia Theil

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