Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 36 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 143 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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143 lchrrn. wer da» Belh Din halte», wer Kidduschim geben und Ebalizah und Gel. wer darauf sehen, daß die Jehudim daS Gesetz halten und die Ueberlreter beim Ebacham- Bascbi anzeigen. wer .... Ben-Daruch. Aber, sagt, woher wißt Ihr denn daS, am Ende ist an der ganzen Lache nichts ... Zakub. Nicht wahr soll'S fein? haben sie eS doch in der Talmud-Tborah erzählt als ganz gewiß, und in, SNdrr Viertelstunde wird ein großer Pascha auf dem Plate er: scheinen und einen Haltischerif verlesen,, von der hohen Piorte auSgegangen. und vom Sultan selbst unterschrie» den .... ' Bcn-Baruch. In einer Viertelstunde? Und dasagt Ihr nicht gleich? Damuß ich anhören. (Er schließt schnell seine Lasten zu). Kommt. Ihr könnt mir Nachfolgen! ... (Beide eilen davon.) Dritte Scene. Baba, eine schon etwaalte junge Türkin, die Tochter Harun-Bey'S, sehr aufgeputzt, auf einem OhMra ruhend in ibrem Boudoir. Vor ihr kstiket Md-sso, der Sohn Ben-BaruchS. ein hübscher,! aber ungeftWchtek israelitischer Jüngling in fränkischer Kleidung, tn tie «t sich aber nicht gut zu schicken weiß. Menasse. So ist e< «ir'Endkhch geluntze*. hti Mit» sche Erscheinung, bis zu Dir.zu bringen! Alle Wumar-;,n und Eunuchen der Welt vermochtet» mich nicht ßlEtzu« halten, alle Schwerter hätte ich stumpf gemacht, alle Dolche zerbrochen, seitdem Ihr mir durch die Aloeblüth« in! dem Blumenstrauß zu erkennen gegeben, daß Euer strahieudeß Sonnenäuge mir dem Morgenroth der > Gunst-auf ml h gefallen und mich überstlberr hat .... | Baba. Wer srid Ihr? Wie nennt Ihr Euch? Menasfe. Ich bin Meuaffe. der Sohn deS tSeldwechSlerS Ben-Baruch. dereichen Ben-Baruch ...» Baba. O weh! doch hübsch seid Ihr ....; Mena sse. Wie glücklich bin ich. daß Ihr daß findet, erscheinet Ihr mir doch als einer der himmlischen Heerschaaren, von denen unsre Weifen so SckönfS erzählen .... . j Baba. Sprecht Ihr auch die Wahrbeit? Menasfe. Nehmt mich als Euren Diener, als Euren gehorsamen Knecht an. stellt mich auf die Probe, auf hundert gefährliche Proben — und Du sollst esehen, ob ich die Wahrheit rede . . . (Er ergreift ihre Hand und küßt>ste. sie duldet et). Welche Wonne, -diese reizende. mlk Edelsteinen geschmückte Hand, selbst der kostbarste Edelstein, an die bkennenben Lippen zu führen .... O Herrlich,! senke Dein Antlitz zu mir nieder, berühre meine Stirn, daß sie geweiht werde .... Agla, die alte Amme Baba'S. stürzt herein. > Entschuldige, Herrin-,, daß ich hereindringe, aber es ist ztt viel, eS ist für Euch Beide, die durch mich zusammengeführt find, zu wichtig . . . .• Baba. WaS ist geschehen? Kommt mein Vater hierher? ... Agla. Nein! bewahre . . . Rena sfe. Kommen die Eunuchen und wollen mich? ... Agla. Nicht im Geringsten, die haben ihren Bakschisch (Trinkgeld) genügend .... I Baba. Nun. so sprich, ich lefehl' eS. waS ist'S? Agio. Man hat mir erzählt. Muselmännern gleichgestellt werden daS mein Vater, ein ehrlicher Ehr and baß fortan die RajahS keinen alle RajahS de» syllen — ach! hätte st in Bruffa. erlebt — Haradsch mehr bezah- Sultan, ich wefde mich len und alle Ehrenämter bekommest sollen Menasfe. Gesegnet sei der um ein Paschalik bewerben.... Agla. Ihr Beide könnt EuS'xNun heirathen. Baba. Heirarhea? . . die?rau eineS Zehuhen werden? ... Du bist verrückt, Aga. Ich^ Harun-Bey'S Tochter? . . . Nein, zum Liebhaber war der rothwangige Jüngling wohl gut. aber zum Mcnne nehme ich nur einen Pascha von drei Roßschweifen Agla. Run. daS kann Rath! werden, denn Menaste, hört wohl zu. dafür sollen alle st ajahS so gut wie die Muselmänner Soldat werden . Da könnt Ihr ja Pascha werden, wenn Ihr tapfer seid . ... Menasse. Soldat? Soldat?! Hab' ich recht gehört . . . Nimmermehr! Und wenn ich Sultan werden könnte ... DaS ist gefährlich, da kann maa todtgeschossen werden, »der ein Krüppel, da wird man ^rattk und verliert sein gutes Aussehen .... nein! daS ist schrecklich,' verdammtsei, wer dieS Gesetz erfunden .... AVer/ich glaube eS nicht, wag soll her Sultan mit diesen Soldaten . . . die Ithudi« laufen rückwäns davon, weil sie, sich nicht schlage» wollen mtt -Evom für Iischmakl» und die Gia»rS laufen vorwärts davon, weil sie sich nicht mit ihresgleichen für die Türken schlagen werden .... Agla. Du glaubst eS nicht? Nun, in einer Piertelstunve erscheint stttfiv Pascha auf dem Platze, und wird'S bekannt machen. Menasfe. Da» muß ich selbst hören, ich ziltre vor Schreck, leb' wohl, schöne Baba. (Er-stürzt ab). Babg, Agla, gieb mir Männerkleider, ich will eS auch hören. eS wird da eine schöne Masse Zusammensein, Du begleitest mich. Vierte Scene. | Ein großer Platz in Conßantinopel. Ungeheure Menschenmafse, unter welcher an verschiedenen Plätzen der dicke Harun-Bey. Almanzor .der dürre Derwisch. Ben-Baruch der Geldwechsler, der angehende Ehacham Iakub, der geputzte Menasfe. Baba die alte Jungst und Agla die alte Amme, sich befinden. Trompetenstöße, Ressd-Pascha mit. Gefolge erscheint; allgemeine Stille, er verliest: Allah ist groß, und Muhamed sei« Prophet! Der Sultan, unser Herr, der König der Könige, hat in seiner Weisheit und Guave beschlossen, daß fortan die Rajah» keinen Haradsch mebr bezahlen solle«. Die RajahS rufen: Gott segne den Sultan! Fm»fzig Piaster jährlich pro Kopf gespart! Die Türken rufen: Die Pest darauf, nun müssen wir ebezahlen! Refid Pascha: Ferner, daß fortan alle RajahS Kriegsdienste leisten sollen wie die Muselmänner. Die RajahS: Himmel und Hölle! daS ist scheulich! Die Türken: Gott und deif Prophet! daS dulde» wir nicht!