Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 35 (1855) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
35 (1855)
Date
1855-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/4908862-5999336-6000690--0495-4909225
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zur. j . Belehrung und Anlerhatlung auf jüdischem Gebiete. Herau«gegebe» vo» -'j' Rabbiner Dt. Ludwig Philipps-« in Magdeburg. fRo. 35. 1855-1 Bon dieser 3eitf<brffr rrldHlst »4*fntlt4 trat Ru»«er. Prot« U$, «ans* 1 Ölt. Öi»tKl|4brl« TA N«r. »Ke Dntdsl»vlnn«en. Bonn» grttun-»«rprdttt»»rn nrd««n Bekrll»n,«n an. — lS.)«hr,. 3.ffi«art«L] Wohin wir es bringen wollen? Dahin, daß jeder Jude mit Keuntuiß uud mit Stolz auf die Geschichte seines Stammet uud Glaubeut. und daher mit gerechte« Stolze auf diese blickt. . . . Die Juden im jetzigen Aegypten. Je mehr man den Boden betrachtet, wo eine gerechte Vorsehung die Schmach der entwürdigten Menschheit rächte, wo der seit Jahrhunderten der Tyrannei gewohnte Sklave dennoch die Stimme der Freiheit nicht verkannte, und schnell seine Fesseln zerbrach; jemehr manl in dem damaligen ägyptischen StaatSwesen den Spiegel l erblickt, in dem «ine weise Gesetzgebungalle Gebrechen vopau-sehen konnte, die eine hierarchische Verfassung mit sich führte, desto begierll ger Haschen wir nach den wenigen zuverlässigen Nachrichten, die unS selten und spärlich auS jenem Lande über die politifchrn Zustände unsrer dortigen GlaubenSbrüder zukommen. BeklagenSwerth ist es, daß der Jude dort jeden Augenblick durch seine eigenen Schicksale an die Leiden seiner Voreltern in Aegypten erinnert werden muß. In der That. wenn man die vierthalb Jahrtausende berückfichtigt, welche die Geschichte, seit jqner Zeit zurückgelegt hat, wenn man bedenkt, baß der Herrscher ein Muselmann ist. der Frankreich und England so oft zum Muster nehmen will, dann muß der ägyptische Jude in feinem Daterlande nichtmept alS jenes Sclavenhaus, in modernem Styl restaurirt. sehen, welchenur dazu bestimmt zu sein: scheint, me die Erinnerung zu verlöschen, die die Geschichte einer barbarischen Zeit unaufdrängt. Freilich sehen wir darrftere Ungewitter nicht mit Mißvergnügen, weil ein Heller Sonnenschein rer Freiheit edurchbrach, während unjetzt keine Hoffnung lächelt, daß bald eine-Hellere Zeit jener trüben folgen werde. Wie sollte auch-eio Hab. süchtiger, fanatischer. DeSpok, der jede GelegenhM freudig ergreift,'^sein -eigene- Volk zu b<mu&en, eine^Anzahl fremd« Vekenner schonen, Ywbßd ßlst überall mehr^Er weniger der Intoleranz ode^AwMDPtzch^ Opfer brim gm müssen! f ES giebt*) ungefähr 5000>I>deu tu Aegyptm (arabisch Yahoöd amanut: gimcltt Yahoödfflp deren aröüest« in WtdM i Theil in der H *) Rach Lanj und schmuzigen Viertel; die Gäßchen, welche dieses.durch» schneiden, stnd großentheilS fo eng, daß kaum zwei Personen neben einander fich in dieselben wagen können. In der Geficht-bildung und in dem allgemeinen Ausdruck ihrer Persönlichkeit stechen die orientalifchm Juden wemger von allen östlichen Nationen ab, als die europäischen von den Völkern, unter welchen fie leben. Diele ägyptische Juden haben wunde Augen und ein aufgeblasene- Gefichr. eine Folge deübermäßigen Gebrauchvon Gesamöl ist ihrer Nahtung. In ihrer Kleidung und äuß^ ren Haltung find fie im Allgemeinen ziemlich nachlässig, oft sogar schmuzig. Ihre Turbanfind von derselben Farbe, als die der Christen. Die Frauen verschleiern fich 'und kleiden fich, -ssmtlich, in jedn Hinsicht wie alle übrigen ägyptischen Krauen. Die Juden besitzen in ihre» Mertel zn Eairo itcht Gynagogm, und erfreuen sich zw« überhaupt nicht allem einer religiösen Duldung, sonhßra seufzen auch nicht unter einem so drückmden Joche i der Regierung, als in jedem andern'Lande des türkischen Reichs. Doch'müffan .fie in Eairo eine Summe dafür ent^ richten, daß ihr Viertel mir dem Besuche de- Moff'r^-'ikt verschont bleibt; ehen so verfuhr man in Rückficht auf den Da'lee mit ihnsn, so lange dieser eriftirte. Da! sie aber da- Privilegium besitzen. Nahrung-mittel the»rer!aldie übrigen Einwohner der Residenz verkaufm zu dürfen, so stopfen sie. um ihre Maaren zu höheren PreisenkoS« zuwerden, ihre Rlldeüage« voll mit Dörrttth, besondermit Früchten, welche man hier besser findet, als nt ‘ übrigen Gtadttheilest. Wie di» Kopien uud andersej Ursache, weil «an, chnen theils nicht vlll zutravt. auch, weil der Pascha ihr Gold mehr liebt, als Dienst. bezahlm die Juden ein Jahrgeld, und sind ' des Kriegsdienstes ledig. Im Allgemeinen behände! die Muselmänner chft der größten Verachtung und S«! auch sagt matt; daß sie wiederum dem Mohamedaner der mohamedanifchen Religion mehr Haß entgegen als irgend ein andere- Volk. Im Koran wenigsten- «6: „Du wirst gewiß; Juden und Heiden am feindselig unter allen Menschen finden gegen die Rechtgläul und unter diesen Menschen wirst Du diejenigen am g« testen zu der Freundschaft mit den Rechtgläubigen welche sagen: 7;„Wir find Ehristeu!"" Lane zog Zug im Ehara^«l der Juden gegen einen «uselmännssij ~ eund in Zweifels worauf ihm dieser zu« Bewei' etgniß erzählte, welchewenige Tage zuvor in zugetragen, happ und welchejedoch nur der gret osm Verachtung., die man den Juden dort zu - .

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.