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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 28 (1855) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
28 (1855)
Date
1855-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volksblatt. i Zur j' Belehrung uni) Unlerhaftung auf jtiftifdjem gebiete, j Hera«<gegebrn »ov Rabbiner ltr. Ludwig Philippson in Magdeburg. fRo. 28. 1853-1 Bon ticf<d 3«irf*nfi trfitoint wM-«Rlli>t «in« JimrRKt. ¥r«i# »,»- Aat>r> nanit# I «hlr. 4ti»rt<l>Anj '•/, Mor. #ilir iPud'lxiiifiuntfcti. »rÄomirr und Ztmin-dtxrkdit'oncn n<dmcn Bt^»vni'^rn an. > 2. <3«|rg. S.ttiirtiL] Täuschet Euch selbsten nicht! Fürwahr, wie täuschen fy sich selbsten um ibr bestes Erdenglück, die ihr ganze- Dasein in Erwerb und Genuß verlegen! Wie matt, wie einförmig, wie farblos ist ihr Leben! Die Segel ibre- Schiffevost keinem fcbwellenden Winde gehoben; entweder ste geben in den Sorgen de- Lebenunter, oder ihr Dasein steckt wie Gumpstvasser. Auf. lasset Euch vom Hauche der Religion, und zwar der lebendigen Religion anwrben, und alle Räderwerke Eure- Geistewerden stch in frischen» Krei-laufe bewegen. neue Schwingen wird er stch anbeften und ausstei» gen in da- Reich de- Lichte- und reinen Aelhers! Reue Kragen, neue Interessen, neue Thätigkeir, neue Errungniffe de- Geistewerden durch Euer Leben gehen und es verniannichfaltigen .... I Deine Geschichte, o Jade! .X. Rur ein Literaturzweig debiblischen Gebietehat in de» Thorah nicht unmittelbar, sonde.n pur mittelbar seine Wurzel. War einmal in der religiösen Lvrik die sub, sective Turchfühlung der religiösen 3deei gegeben, da-Derhältniß re- Einzelnen (Jndividunms) als solchen zur Religion vom Standpunkte der Empfindung geweckt, so mußte man mir der fortschreitenden Entwickelung bald aus den» Gebiete des Gefühlin da- Gebiet der Refterion gelangen, die Empfindung führte zum Nachdenken, zur Forschung, zum Zweifel und dessen Lösung. Don der Lyrik gelangte man zur Didaktik, wurzelnd in den ln der Tborah ausgesprochenen Lehrsätzen. Diese religiöse Didaktik prägt, sich m dreifacher Gestalt au-. Zuerst einfach die Resultate de- Leben-, die Erfahrungen |t,« LebenS. wie fic stch auden Kämpfen und Siegen de- Lebenunterhalb dereligiösen Geistes ergeben, ausgeprägt in „Sprüchen" D-Vcft, welche die Ergebnisse de» Einzelnen z« allgemeinen Regeln erheben, deren Richtigkeit durch Jedermann- Wissen verbürgt ist. Diese „Sprüche" erscheinen in der Zeit, wo Reife de- Geistesich noch mit der Frische der religiösen Gesinnung veremsgte. Wie David den Psalm, so erhob Schelomoh die „Sprüche" zu nakm Li. teraturzweige. Don da ab sind die „Sprüche" nicht wie. der audem Leben dejüdischen Volkes gewichen, bis auf den heutigen Tag'). Das Buch „Sprüche Schelvmoh's" •) Wir eriaitrn ai die -ei-reiche» Erklär»-«» jüdisch» selbst ist. wie eselbst ausfpricht. aus mehrfachen Samm lungen zusammsngestellt. von denen ein bedeutender Tbeil unstreitig Schelomoh angehon, ander« Theile, wie 22. 17 - 23, 14. auS der Zeit de» Königs Joasch (870). ander Zeit des Königs Jbtham (750), nämlich Kapp. 1—♦., ferner2L, 1H—24,22, endlich Kapp.2S—27. Kapp.28.LS., audes frommen Ehiskijähs Zeit (711)24. 23— 34., au» JoschijabS Zeit (620) 30, 1--9. Kap. 31-, so wie schließlich 30. 11—33. und der Bearbeiter des letzten Stuckes der Zeit Maleachi's angehört (450). Bekannt ist es. daß die ältesten Sprüche in den Dirke Abolh nur ein Jahrhundert jünger find. Si, erscheinen aber nach Abschluß der b. Schrift sofort wieder in Sjrach, und entfalten sich in unerschöpfticher Fülle im Midrasch und Talmud. | In ihrem Fortschritt erscheint aber zweitensdl^ Didaktik als Diskussion. Disputation^ als Streitfrage unh! Verhandlung der verschttdrnrn Ansichten; eS treten die Lessre j-satze, die Gegensätze, die Verneinung und ihre Widerleg! gung aus.. Wir haben ein großes. tieffmaigsteS-Meistetz» werk, welches die Lehre über die göttliche Wallung ü» den Geschicken der Menschen behandelt, die alte Dolks-; lehre von der strengen Vergeltung vernichtet, die Leu^- | nung selbst aber überwindet und durch die neue, w auch in der Tborab wurzelnde Lehre ersetzt von der E ziehung des Menschen durch die göttliche Wallung zu ..Lichte des LebenS," ein Meisterstück. daS zugleich die 1 Di-cuffion in künstlerisch bedachtrr Form gliedert und m dem Ausdruck der mäitigstea. urkräftigsten Poesie dur dringt uns überströmt — daS Buch Jjob Dieses merk würdige Werk, welches mr mit wenigen Erzeugnissen d menschlichen Geistes vergesellschaftet werden kann, konnte nur jener schöpferischen Zeit entspringen, in welcher das I entwickelte israelitische Leben und das geahnte, wenn auch! noch nicht geschaute Verderben auf die ungeschwächte Kraft des Geistetraf, der Leit Jeschajahs (710). wofür auch Ibe»! sondere Data sprechen**). 1 Allein, auch hierbei konnte es.nicht verbleiben. Der Wu'ergao-, zerstörende Schicksale, Abhängigkeit. Täuschung großer Hoffnung. Richtigkeit des nationalen Lebenwani delten .ie Di-cuffion zur Dialektik. Hier konnte inner» hqlb der religiösen Idee nur ein Streben bleiben: «sj, «ostte nachgewiesen werden, daß danolhwendige Ergeb ntß .*1 Dialektik, die Richtigkeit alles Menschlichen, die Sprichwörter aus Hambnri, der «ll-e». Zt-. d. Ackrpch. Jahech <8»r. •*) 6. »ser «ibelw. «d. NI. S. 631.1 t v

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