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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 27 (1855) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
27 (1855)
Date
1855-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Bolksvlatt. Z,r Belehrung und Unterhaltung aus jüdischem HeKiele. Hera»«-e-eben von^ Rabbiner Ür. Ludwig PhUippsou in Magdeburg. l«o. r? I8SS.1 «»» dieser SetifckrN, erkcken» „ne W»«»«r. 9uM de» A«dr- . a «an»» 1 tMr. t»i<rl(i|lfcri(i 7'/, War *i« t-m*ba«tlun*KB. 4>r64nta I £_ un» 3rtnin«#ryrffiiifnfn nfhwt^*'ffhrltmiMit an. I . Zahrz. 3. (ffimttL] Erzieht uns jüdische Mütter! von «. N. ..Gebt unS fromme Müller," sagte Napoleon 1. gelegentlich zu einer Aebtiffm, „io «wird es mir der Religion nicht schlecht stehen!" 1 Und wir rufen: Gebt unS fromme jüdische Mütter, dann wird der immer mehr umsichgrjisende JndifferentiSmuS auS der jüdischen Familie allmalig schwinden, und unsere heilige Religio» wieder zu Ehren gelangen! Ja, die fromme jüdische Mutter belebte und erwärmte einst, einer strahlenden Gönne gleich, hen häuslichen KreiS. Zn ihrem Hause, daS ihre Welt war, waltete sie mit stiller Geschäftigkeit, und erfüllte, von achtem Gottvertrauen genagen, ihren schwierigen Beruf als Gattin, Mutter und Wirkhin. Rächend, helfend und tröstend stand die jüdische Gattin ihrem Gatten, dem sie mit inniger Liebe anhing, zur Seite, Freud' und Leidmit rbm theilenb. Während der Gatte seinem Erwerbe »achging, arbeitete sie däheick und erflehte für ihn vom Gott ihrer Däter Heil und Gegen. War der Bund ihrer. Ehe von des Himmelhöchstem Gegen, mit Kindern beglückt, so war ebesonder» »er jüdischen Mutter heiligste- Bestreben, ihre Kind» lein in der Däter Religion zu erziehen. Ihre Söhne mußten frühzeitig mit den ReligionSgefetzen und deren Uebung sich vertraut machen, und ihre^Töchter suchte fie durch eine religiöse Erziehung für ihren künftigen Beruf vorzubereiten. Sie wußte, daß ein Weib ohne Religion auf dem -eben-orean leicht Schtffbruch leidet. — Die jüdische Mutter konnte man «it Recht die Krone de- Hausenennen. Denke man sich nur einen Freitag Abend in einer jüdischen Familie. Da fitzt sie. die fromme Mutter, umringt von ihren Kindern, denen fie segnend die Hände auflegt. mir freudestrahlendem Gesichte, während der Vater fein trrbsr tnbo fingt. Heller all dje Sabbach» lampe prahlt jede- Angesicht vor Freude. Was ist'», das diefe Familie so freudig stimmt? Rach sechs mühevollen Tagen, die dem Vater viele Gchweißtropfe» und der gm len Mutter manche Gorge aufgebürder haben, bankt man dem Geber alles Guten für den Tag der Ruhe. Die fromme jüdische Mutter hat an diesttn Tage ihr Erbauung-buch aufgeschlagen, sich Trost und Kräfte für die künftigen Wochentage daraus schöpfend. Auch ihre Kinder muffen diesen von Gott geheiligte« Tag seine» Zwecke gemäß verbringen. War die jüdische Mutter einerseits ei» nachahmrmgs. würdige- Vorbild religiöser Tugenden»!/» zeichnete fie sich anderseits nicht minder als tüchtige Hauswirthtn auch». Sie suchte durch eine weise Sparsamkeit das Vermöge» ihres Mannes zu vermehren und zjr erhalten. Ärbett-I samkeir betrachtete sie als eiue der Beldiugnnge» des h-uchj lichen Glückes. Prunk» und Putzsucht lagen ihr fcntj Do» ist in kurzen Umrissen, freundlicher Leser, das Bild der jüdischen Mutter von sonst. Glaubst D«. wenn' wir bas Bild der jüdischen Multes von jetzt entrollen^ daß es woblchueober auf Dich einwlr^en wird? Wir erlaub ben uns. Deinem Urthril vorzugreifeu, und antworten mit einem Rein; denn: die jetzige jüdische Mutter war dass' Mädchen der Jetztzeit, und dieses gehört nur seiner Ge«l bun nach zur jüdischen Religio». —1 Das jüdische Mädchen wird nach seiner Gebutt durch keinen religiöse» Vut in unsere Religion ausgenommen. 8* genießt zwar, fri* bglb e» schulpflichtig ist. den nöchtgen^ Schulunterricht, betrachtet aber denselben gar bald als eine lästige Theorie, weil rdaelterliche Haus jiii den i« wr Schule empfangenen Lehren im Widerspruch findtt. Wenn »a» _ auch hie und da dajüdische Mäpchan durch die Tmsir» marlon in seinen Glauben-grundsätzen zu stärtze» fuchs,' diesen Eindruck wird da- -eben nur zu bald verwischest. Wie kann daauch anderfein! Leider dkeitzt sich büjüdische Mädchen im Leben fast selbst überlaffe». Es übst mancherlei, nur nicht Religion. Gabbath und Festtage $4ben für dajüdische Mädchen keinen andern Zweck, als » I» wocke gekleidet zu erscheinen. Don Erbauung andti»- sen Lagen kann bei ihm keine Rehe sei»; dafür aber It»-:. fern ihm Flygare-Earle», Duma» und Eue die Geistes- Nahrung^ Die Namen der Männer dagegen, die als Kämpfer für ben Glauben, dem es zufälliger Weise «»gehött, weltberühmt find, die kennt es nicht. — Endlich ist das Gotte-Haus fast allerotts für das jüdische Mädchen so lange ein überflüssiges Gebäude, bis Hymens Bund ihm feine Lhvre erschließen. Und das jüdische Rädchen wird Gattin, wird Mutter. Wi^d es im Stande sei«, seinen Beruf ausznfülleo? Ja, so lange der Gatte im Grand», die Ansprüche feiner Gattin zu erfüllen. Sobald er aber nicht mehr in der Lage ist, ihr die Mittel zu der verschwenderischen Pracht zu'. bieten, io wird ihre Liebe zu ihm erkalten. Und wie erzieht die jüdische Mutter der Jetztzeit ihre Kinder? Ihre Söhne werden wohlgebtldtte Stutzer, die da» Höchste und Heiligste in der Religion niit Füßen ftrtfn, sich sogar schämen, Jude zu sein! — Die Töchter wandelt» in der Mutter Fußtapfen, und find vorzüglich dazu berufen, ganze Generationen «nfrm heilige» Religion zu entfremden. Nicht selten aber (titfaUrn jüdische

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