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Jüdisches Volksblatt · 1855-01-01 · 23 (1855) · p. Seite 92

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
23 (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 92 (sequence 4)
Language
German
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dUitgli» rinrn Echivr vor, woran bfe verheiratheten Mil» | FUbrr d r Gemeinde alberechtigte Zuhörer Theil nahen D e Zuhörer nah«en ihren Sitz auf den zu bei« tlfm Seit, ».res Stuhles hinlaufende, Estraden. Manch, il jedoö erhob sich eia Unberufener von feinem Sitze, polnn sch den Dortrag des Lehrer» zu unterbrechen, aber, um nicht unnütz Worte uttd Zeit zu verfchwen- , beb, ttfam mit dem Zeigefinger nachdem tt binwie»: Mt Unbo iifnu fange von vorne an, er lerne erst vom E runde a »f. um gründlich radeln zu können. 5. (IW Mauer.) Wir kehren nun zum innernDor- Höf zurück verlassen diesen und wenden unS auf dem Lost, m Bort »f recht-, um die nordöstliche Ecke .der Cyna» gi ge und wir erblicken sogleich an der Ostwand de- Gotteshaus,» ine in die Mauer eingehende Vertiefung; ein mm vo» mittlerer Größe füllt sie der Länge nach aus. wir «eher» an der sogenannten Mauer de- Rabbi I huda S ge. Die «u er ibre Mutter, welche da- Pfand der ehelichen Liebe Herzen trug, wollte gerade ta< schmale Gaß« chebi, welc eS jene Ostwand von den gezenüberstehenden <$< »fern tr nnt, paffiren, als ein mit wilden Pferden befst, unter 2 agen im raschen Lauf der Mündung d,S Gäß» ch, ,6 zurol te; nicht recht-, nickt links konnte die unglücklich r Mutte' au-weicken, in größerer Schnelligkeit al-die Aer Pferde den längern. aber offenen Rückweg zu durch, renien, gef altere ibr nicht die süße Last unter ihrem Her« —: »er ,en deut ein u Auge den Füßen verzwe ffung-vollen Anblick der Unglücklichen-; noch blick, und zwei Leben endigten grausam unter >er scheuen Pferde .... - doch nein! Gott hat» Erbar urn —, rückwärtwich die Mauer, die todten Ste ne fckie ren zu fühlen und menschlicher zu fühlen aldas »erstem i« Herz ee- Unmenschen, der Wagen schoß pfei schnell t »rüber und die Mutter trat unversehrt hervor. Zen Risch, jedoch ist biauf beutigen Tag geblieben und fübii allbekc int den Ramen: „Mauer de- Rabbi Jehudo ha bur« die und ) au«! m einer natfe itze eine > läng rer Zei Sab athe Drrk ittdigun k ttende >aS zuwe ldete. brau, i öfter Na» rücklickf - denfe ben ab hebt «de Leb Schm ze^ an führe der Be gelehr!en o Vers» hrn auf de fieg -Cbasid. Wundersam lautet hierüber die kannibalische Lenker der Pferde ergötzte fich an v« Anc e lhasid." istarb gegen Ente Februar 1217 in Regen-. (Forts, folgt.) Wahre Anekhote dem Gebiete de«, israelitische» kultn«. jüdischen Gemeinde, in B. j an dem Rabbi» greisen, ortbodoren Robbinen, bestand seit die bockst alberne Sitte,' kaff reweilam dem Reumonde beim Recitziren devor de- Neumend-tageüblichen Gebet- T^rn tp Gemeinde der heiligen Lade den Rückm kehrte sicht der auf der Westseite befivdlicken Tbüre i )er Rabbiner, der diesen verkehrten Mißoahrgenommen batte. rügteWenselben auf das ohne daß eibm jedoch gelungen wäre, istrüen. 772777;rm „Ein Gebrauch Meinung auf." bildete die undurchdringliche t »rlcher die schärfsten Pfeile eindringlicher übrt-! chrung erfolglos abprallten. Was jedoch dem rtqodoren Rabbinen nach den angestrengtesten nicht gelungen war, das vermochte endlich— re chste und überzeugendste Litis« «in gewöhnlicher lfchlichter — TLacher, der noch dazu nicht einmal Zftaelst war. Va» Innere der alten Synagoge war namllch lam e seit undenklichen Zeiten seine- Staube- und Schmuzes nicht beraubt worden, so daß sich allmälig Staub' auf Staub, Schmuz aufSchmuz HLuste. biendlich darau» eine undurch. dringliche Kruste geworden; uud sie war e-, die auch den Blick der Gemeinde fo lange gettübt hatte. Denn al» nach vielen Zähren da» Bedürfnis erreicht war, da» Innere der Synagoge von ihrem langjährigen Schmuze zu reinigen, wa» zeigte fich, nachdem da» alte Schmuzgewand gehörig entfernt war, den erstaunten Blicken der Gemeinde? Auf der Westseite der Svnagoge über der Tbüre fand sich eben jene» am Sabbarhe vor dem Neumonde übliche Geber tp in die Mauer eingehauen; dessen Schriftzüge waren jedoch in Folge de» darauf aufgehäuften Staube» allmälig unleserlich und zuletzt ganz unkenntlich geworden. — Jetzt war da- Räthsel der Sphynr glücklich gelöst. Die Altvordern jener Gemeinde, für welche jene» auf der Tbürseite der Synagoge befindliche Gebtt noch leserlich war. batten sich jeweils beim Sagen de» Gebetnach der Thürseite hingewendet, eben um jene-Gebet dort abzulesen. Diesahen deren Kinder und abmten in der Einfalt ihrer Herzen enach, ebne sich um den Grund jener Wendung weiter zu kümmern, und diese Sitte erhielt st» fort und fort, auch nachdem die Schriftzüge jene» Gebetunleserlich geworden. So wurde aus jener ursprünglich vernünftigen Wendung zuletzt die sinnloseste Verkehrtheit. Die rznwiffende Gemeinde hielt an dem nun einmal von den Vätern ererbten Gebrauche fest, wie an einem, auuralter Zeit stammenden, heiligen, gotte-dienstlichen Gebrauche, bi-.eendlich der Gnade dessen, der die Erde erleuchtet arnd die darauf wohnen, gefallen hatte, rrpcb prr:? OT* „die Augen den Blicken zu öffnen" (Zes. 42. 7.), ' diejenigen zu erleuchten, die bidahin sprechen konnten mit den Worten desselben Propheten (Jesi 59, 10): ..Wir tappen wie Blinde gegen die Wand, wie Augenlose lappen wir." So war jener Tüncher berufen, nicht nur dem Zn« nern de- Gotte-hausejener Gemeinde eine freundlichbelle Lichtfarbe zu bieten, sondern zugleich in da- Innere ihrer Geister, rücksichtlich eine» langjährigen, albernen gottesdienstlichen Mißbrauch», die Lichtstrahlen besserer Erkennt» niß leuchten zu lassen. So bat jener Tüncher dadurch, daß er der Gemeinde etwa» weiß machte, den unwiderlegbaren Beweis geliefert, daß ihr Seelsorger durch seine Be» lehrung über daS Ungeeignete jenealbernen Gebrauch-, derselben nicht, wie sie glanbte. etwaweiß machen wollte. Es dürste diese Anekdote al- Eommentar gelten für manche in unfern Cultus eingeschlichene und denselben ver- .unstaltende und entwürdigende Mißbräuche, an welchen die unwissende Menge sich öfter mit aller Vertraulichkeit an- Nammen, und so gerade die Zurücksübrung unseres Eultu» zu seiner altebrwürdigen Form am erfolgreichsten hindert. W. Allgemeine Zeitung de« Judeutbum«. No. 8. <8üS. Leitende Artikel: Aufforderung an alle beutsch-lesenden Is» rocktten zur Gründung einer tsraelttischeu Literatur-Gesellschaft. — Da« Botu» der zweiten Preußischen Kammer. — Ein neue« Gesetz überEtdeslei-nngderInden. — Zeirung«nachrtchten: Dentschland: an« SüMemderg. Sonn«. Preußen: Berlin, ael» der Pro» vtn« Posen. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Dien. Prag Die Schweiz: an« demAargan. — Abhandlungen verschiedenen Inhalt«; Dichter und Kaufmann v. B. Auerbach, ttine kritische Skizze, von Kabdiner Dr. Grünbaum in Landau. Zn beziehen durch jede« Postamt und jede Bnchhand» ung. Jährlich 3 Thaler. vierteljährig */« Thaler. Verantwortlicher gebieten: K. Rnfrf. Ctrto* «o» ka»»,r r>er « BwttdaMaa« üt kevziO. rnxt »w

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