Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 20 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 4)
- Language
- German
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Als dieser Abends se kam, machte ihm seine Frau die bittersten weil er einem Fremden solch Geheimniß offen- Der Mann betheuene, daß er von Allem isse, und da sie sich -in ihrem schändlichen Trei». sahen, gingen fie zum Heidmtbume über; eildem das zahlreiche Geschlecht der Scheinheilitticht auSgestorben. R. C h a n i n a höchst wchltbätiger Mann, er schikhte jeden Frei- Ortsarmen zur Bestreitung der S«bbath-Kosten Summen Geldes. Einst ließ er Einem durch seine Sus sein SuS ist etwa 20 Sgr.)! überbringen; kehrte zurück unv erzählte im haMgen. gereizten der Mann durchaus keine Geldhülfe verdiene, ' Frage von ihm hörte, auf welchem Gedecke, ei oder farbigem er heute fervirt zu fein begehre, ieüe Frau," erwieverte der fromme Mann, „seren .daß eS Betrüger unter den Armen giebt, denn in kann uns vielleicht um einen kleinen Theil en, wenn wit nicht AlleS, wie wir sollte»!, zu igkettszwecken verwenden; denn eS heißt in der 5 M. 15. 9. „wenn der Arme über Dich zu iet, wird es Dir zur Sünde gereichen/' und Koaha lehrt: „wer nickt wohlthätig ist, gleicht endiener." ft re b!N Elternliebe. Mutter deS R. Tharpbon überfiel einst bei einem ang in ihrem Hof ein solcher Sckmerz an ihren daß fie nicht auf die hartes Steifte «ufzutreten R. Tharphon legte seine beiden' Hände unter . bis fie ihr Schlafzimmer und Bett erreichte, rkrankte R. Tbarpbon und angesehene Rabbinen bn zu besuchen. Die besorgte Mutter bat die auf's Dringendste, für ihren so gziten Sohn zu erzählte ibne» Labei obiges Ereigniß. Die aber entgegneten. daß, wenn er so Millionen» n, er noch lange nicht die Ehrerbietung ihr erwelche Gott von einem zreue» Sohne verlange. u d er iethet, n ar Eine wahre Anekdote. London war ein englischer Israelit von einer icffstadt übergestedelk, er harte sich in der City ein seine Familie war noch zurückgeblieben, ihr vorausgegangen, um zu ihrer Aufnahme ordnen. Der Kaufmann war allein in seinem dem er am Freitag»Abend den Sabbath mit Gesang begrüßte; die Person, die ihm' da» hatte er entlassen und fang nach Tisch die fe scher Dichter. — Da mahnte ihn die Glocke, Mitternachtsstunde nohe sei und Niemand - war e, um ihm die Lampe zu löschen, die er als * sraelit „jcht berührt^ Da ging er vor das 1t rt Lrte, Nih Haus auf die Straße, um eknen Vorübergehenden zu bitten, ihm die Lampe zu löschen. In London ist die Sttaße um Mitternacht sehr belebt,, denn bekanntlich benutzt der Engländer die Nacht zu seinen geselligen Unterhaltungen. Ein Gentleman ging an dem Haufe vorüber und der Israelit bat ihn, sich zu ihm hinauzufbrmühen, um ihm die Lampe zu löschen. Willig folgte der Herr dem Gesuche, aber die Lampe wurde sobald nicht gelöscht. Bis in die Morgenstunde hinein sprachen die beiden Fremden vom Judenthum und seinen heiligen Satzungen, und als der frühe Mörgenstrabl fie erinnerte, daß die Lampe entbehrlich fei, empfahl sich der Fremde. Unter der Hausflur überließ er dem fremden Israeliten, der ihm dankte, seine Karle, und als er beim Tageslicht sie betrachtete, traten ihm in einfacher Schrift die Worte entgegen: „Richert Peel." Der große „Baumwollen-Lord" und Staats! ist gestorben, aber diese Anekdote hat sich erhalte»», noch kamen die beiden Herren zusammen, unv der Jsravß lit nanme ihn scherzweise gegen Glaubensgenossen sei»e „staatsminiflerliche Schabes-Gore." Kichert Ein Pole hatte seinen Bart in moderner Weise zugestutzt und fragte einen Juden, wie ihm diese» stehe. „Gebt Euch doch keine Mühe mit Eurem Barte!" erwieberte Jener. „So oder so — er bleibt doch immer rin Schno-rrbart*) (Schnurrbart). ' Ein-solcher schnorrbärtiger Pole befand sich'einmal bei Gelegenheit einer Hochzeit unter den geduldeten Gästen, welche-zwar von allen Gerichten an einem b-sondern Tischchen etwas erhielten, jedoch mit sichtbarer Auswahl des Schlechtesten. So wurden unter andern Fische aufgekragen und die größten und schönsten derselben kamen richtig wieder auf die Haupttafel, während die kleinen dem Seirentischchen zufielen. Der Pole (der, nebenbei bemerktein 'sind war) wendete ein ihm zugefallrne» Fisckchen aus feinem Teller hin und her und hielt auch zuwei» len sein Ohr daran, als-ob er eine. Unterredung mit dem Fischcken hätte. Endlich auf dieses sonderbare Treiben aufmerksam geworden, ftagte man von dem großen Tische herüber den Polen, waS er da mache. „Ich Hab' daS Fischelche e Kaschje geftagt," war die Antwort, und als man wissen wollte, was er denn gefragt habe, antwortete er: „Ich Hab' gefragt: ~2T?'?rs ipm rr '2 ewa» 1X22 N72 ,,©aS haben Eure Väter BöseS an mir gefunden, daß sie sich.ferne von mir halten?" *) Schnorren, f. v. ». betteln. wahrscheinlich von de« alten nieberdentschen Worte Snoren, fanllenzen, liederlich leben. Allgemeine Zeitnng des Judenthnm«. No. 8. «885. Leitende Artikel: Die religiösen Richtnnge» »nd Parteien. (Schloß). — Der Wieberrinttitt der Inden t» Spante» — Zeirnngsnachrtchten. Dentschland: MLncken. an«Schwaben. Jeßmtz. an« dem Badischen. Dorm«, an« Württemberg, Bamberg. Preußen: Berlin Sefterreichischer Kaiserftaat: «ien. — Correfponben,: De. Litirnchal's «nfenlhalt in Sdchland. IV. KS“ S» beziehen dnrch jede» Pofinmi mid jede B»chhand. lnng. Jährlich S Dhaler, vterlrljntzrig */n Tbaler., Berantwortltcher Redactenr: K. Nabe. VerlckK »»U Bn»»nt»tN»r'» «AwhaodkUnn I, — vrn« »»> »>,,,,»er Wteve in Lei»,,».