Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 17 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 4)
- Language
- German
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Gelüh! f bft Enthaltsamkeit zu <tf iten." ,.Was. ®ntli| so schöü beschq-tet? warte! r der junge Hin en abzulegen und-mich als Nasir*) antwartete R. Simon. „Du, mein . lind, so! jung und o zart. Du willst Deine Jugend ' hwachen! Dein schößes Gesicht verunzieren und nach Ablau Deines! Gelübdes Dein Haar abaehmen, daS Dein ' — „Za, mein Vater!" antschlossen, „höre mich an und Du i first sinken, baß m^in Antschkuß kein.unbedachtsamer i l ch bin lein armer jHirte und weidete seit meiner frühes en Kinaheit die Schaf, meines DaterS. Ich liebte Gott, meine Eltern und! meine Mitmenschen. und war glückt ch in der Erfüllung! meiner Pflicht, Eines Tages jedocb als sic» einzelne meiner Schafe an dem Ufer eines Stroi »es verliefen, erblickt^ ich mich in dem abspiegelnden Dass r. Damals, zum ersten Male, sagte mir die Stimme der 4 elbstsuchl, daß ich schön wäre, undmeine Blicke bliebet gefesselt an jenen reinen-Wellen hängen, in welch«^ > h mich mir so vielen Selbstzufriedenheit spiegelte." , Rein schöner Trauisi ward von meinem liebsten Scharr unrernrochen, welches sich in den Strom stürzte, u»; i trinken! und mein Abbild schwinden machte. Vom blinder Zorn« hingerissen,! beschmutzte ich jum ersten Male meinl Lippen Imit einem Abscheulichen Flache, ich schlug gewa lig mein armes Sch es, welches mit Schrecken zurück« Mick, voisi Strom fongeri sen wurde und bald meinen Augen r »schwand. . Zugleich mellre sich w .der ruhige Uebsrleguyg ein und mir i »r das iGefübl meine- Kehlers; jch weinte und bereuet : ich erzählte meinem Pater das Gethane, welcher mir sohl au« verrieb: loch aber bin W in.Schuld gegen > reinen »en und tri l außer der Reue Lin Opfer der Bers hnung!hm weihen, DaS .ist'-, frommer Pater! warn» ich Dßch bitte, nein Nasiräer-Gelübde anzunehdie Zierde meines Kopfes, unriallen: damit die rosigen Wan klein n Man rern übe! digt. men; damit diese Haare, bar« »erzig dsr Scheere v gen erbleichets vom Haiuche des Fastens undz beson« derS damit im nicht mehr werd r. ^er Hobspriester legt denke schön, sondern gut zu seine Hand ayf den Kops des SchäßerS und sprach: ..Sei gesegnet unter den daß em daß Israel viele He:;en zable gleich dem Deinigen!" « 1 Eil sich ein wegen fand Marüi essen mit sor Wchh funkelnden Augen. - „Aon der Prewütbe b. traf, „löober kommst Tu?" sagte er, kehr« a denn bis und Du den erzöger -i- ..4 ch so.' Nun, Jeder also bertue 'und Gelübde der biniracht gebrachftes Opfer.! iabbi Miier hatte eites SabbakbS ftine Vrerfigt mehr alS gewöhnlich verlängert Unter seine« Auditorium be- Frau, die bei ihrer Rächhaüsekunft ihren Der verspät »en Vorbereitung beS Mittags- Du kannst wirrer dabin zurückich lasse Dih nicht eher in mein Haus, als Rabbi ins iltirst, der mein Mahl gestört hat/" ßt: sich des Pein» zu enthalte». das Haar wachsen s rrü nach beendigter Zeit des Gelübdes scheereu Die arme Frau, den Zorn und dieDrutalirät ihres ManneS kennend, entfernere sich erschrocken in daS HauS eineihrer Nachbarn, dort ibr Leiden erzählend und hinzufügend, daß sie lieber sterben wollte, als «n,n so heiligen Mann, wie R. Maier. zu'Üeleibtgen. Aber der Prediger, dem das berichtet worden, ließ sie alsobald kommen, sagte ihr, daß er die Schuld ihres Verdrusses trage, ruhte nicht, bis sie, ohne eS zu wollen, ihn wirklich beleidigte. Das wurde dem Manne wieder berichtet, seine Erbitterung war befriedigt. er schätzte wieder seine Frau und lebt, darnach in Frieden mit ihr. Als die Schüler deS Rabbi Maier das beleidigende Verfahren dieser Frau bemerkten, und sich darüber aufhielten, wie er die Würde seines Amtes so außer Acht lassen könnte, sagt« ihnen der edle Geistlich,: „Man muß dem Zorn Selbstbeherrschung, der Beleidigung Ruhe entgegensetzen. Ich für meine Person, ich denke, daß kein Opfer entehr», das zur Herstellung deS Friedens unv der Einigkeit unter den Gliedern der Gemeinde dienr. Wenn ich mich einer unordentlichen Leidenschaft oder einer unvernünftigen Reizbarkeit überließe, kann wohl würde ich meinem Charakrer als Lehrer der heiligen Religion einen .empfindlichen Stoß versetzen und meine eigentliche Würde beschmutzen. Anekdote. Ein mit 8 Töchtern begabter Vater sab mir Besorgnis sie der Reife zur Heirath schon entgegen blühen. Er schrieb an seinen reichen Verwandten, schilderte seine unbemittelte Lage, bat rücksichtlich der Versorgung seiner Töchter, ihm nur einmal bebülstich zu sein, und zwar damit, daß er ihnen durch Festsetzung einer Mitgift den Weg zum ehelichen Leben eröffne. Tie Antwort blieb auS. Er wieberbofte seine Bitte, die Bekümmerniß seines HerzenS, welches nicht ruben kann, so lang das Ge« fübl der Verwandtschaft dorr schläft, und drohte mir der Ueberbringuntz von 4 feiner Töchter, wenn er länger zögern sollte, ibn durch ein gefälliges Schreiben auS seiner väterlichen Verlegenheit zu reißen. Die kurzen Worte des langen SinncS lauteren so:! ~"£:' ra:? T*3" '5 ntQ THN -'CK 772 ' T*"!J* ri»? TlE 15 '::r. nVcb nr» int: etc r*r r~:z -irs ‘-ns •■rrem 52ix nrra Allgemeine Zeitung des Iudenrhnms. No. i. «8Üö. Leitende Artikel. Der rechte Begriff des TalmadiSw»«. — Der Wiedereintritt der Zuden in Spanien. — Da» jüdisch« Schulwesen in. Preuße». — Zeilllngsnachrrchten: Palästina: Jerusalem. Deutschland: Magdeburg. Dresden. Worms Oefterreichischer -aiserstaat: Wien. Die Schweiz: aus dem Aargau. Donaufürstrnlbümer: ans der Moldau. — Literarische Nachrichten: Hannover. 3» beziehe» durch jede« Postamt and jede Buchhandlung. Jädrlich 3 Thalrr. vieneljährig % THaler. Berantwertlicher Rrdactenr: K. Rabe. äbrbtjvoii # Pai+iBtlun* ™ — Druck von «texevdrr «,»d» in Seipi»».