Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 15 (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 4)
- Language
- German
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«0 i raclitifätti in frtnet größte« Reinbeit. Mit Hülfe - Maiors.^weLber uns alSTolrnetscher riefte, konnten n ir lange mir «nander plaudern. und die Vielseitigkeit dr Kenntnisse lewundern. welche. dieser .der Welt so nzlich fremde Mann besitzt. 's Kann man iS wohl begreife^ dslß es', in. einer solchen Abgeschiedenheit,! aller unrntbehrlichin Hülfsmittel zu «i* mm solchen Srüdium beraubt, mtzgljcb war, .eine Riesen, aweil zu unternahmen. wie es die Geschichte dekaraiti. fmen Stamme-, von Moses bis auf rAsre.Zeiten, zu schrei» bep ist? Und dennoch beschäftigt siH seil einer Reihe von ren unser Rabbiner hiermit, ebne sich durch die Hin» dei niffe aller Art entmutbigen zu lasen, welche sich einem söl hen Unternehmen entgegenstellin». Ueber zwanzig Jahre-find verflossen, seitdem er an em bebräisrüen ALerke arbeitet. Wje läßt sich unser Er^aunen beschreiben, als wir dieseft Mann vor unS sa» welcher. b< gabt mit einer so großen Intelligenz, einer wunderbare» Gelebrsamkeir, ünb einer so poetischen ntasie, auf diese» Felsen ein Dasein beschließt, wel im Gchvoßj. der Gesellschaft so> schön und fruchtbar die be» so Pb che« hätqe sein könr heil Wie! en. Er zeigte unS imehrere Manuscripte ger Poesien, welche er in seiner' Jugend verfaßt hatte, sehr bedav trte ich es, die Eingebungen eines solchen Dick^erS nicht k sen zu können. >ie ein w ihrer Patriarch lebt Sr in Milten von uit» gefa r zebn Kitdern jedes AlterS. welcheseine Einsamkeit beleb n und verschönen. Mebrere kleine Zimmer, welche durch innere Gallerten mit einander qerbugden sind, bilden seine Wohnung! Es ist dorr sehr ei »fach, sehr bescheiden, aber Idas merkwürdige Antlitz des R> bbinen, das morgen» ländi che Cosiüm seiner Frau unk T ichter, verleihen dieser t, aurigen Äobnung einen Reiz, »ei welchem man nicht gleich jültig. bleiben kann. Er fübr e uns selbst in die Sym zöge, ein ^kleines Gebäude, in »oelchem seit lange die Einfo nkeit wohjnt. ] _ 4 ' Akotizcn des Tages. Tie würtlembergische Kammer 'hat ein neues Ju« denge!tz angenommen, wonach die den Schacher betreibende, Süden fielen Beschränkungen Unterworfen, alle Juden a ,er von < ctivem und passive»» Wahlrecht ausgeschlos sen sitzd. Cantoii Thurgau bat man neue Beschränkungen 3,» für dißt B^kessr der Juden ersinnen mit d D lr^gesalltn. c-Juden in Australien bab 45.50 )^THale, n für die Armen in melk. wollen, , ist aber da« n eine Summe von Jerusalem grsam» Klei igkeitnr aus der jüdischen Geschichte. '! von Kmanuel H < ch t. iSeriletznng.» dß. Der kaiserliche Arzt. Alst Franz I. von Karl V. gefangtn genommen, wurde er kran und verlangte einen jüdischen Arzt, da damals jüdische Aerzte in besonderer Achtung und Rufe standen- Karl V. wollte ibm einen getauften Juden schicken, der König von Frankreich weigerte sich aber, ihn zu benutzen und ließ rem Kaiser sagen: ..Wenn der Arzt, den Ihr mir zusandet, wirklich ein Mann von bedeutender Brauchbarkeit und Wissenschaft wäre, hätte er nicht uvthig gehabt durch GlaubenSwechse! seine Carriirre zu machen. 37. Der Arbeiter und die Aerzte. R. Israel u. R. Akiba gingen eine« Tages vor Je» rusalem spazieren, als ein Kranker, sich mühsam an Krücken fonschleppend, beide R/bbinen, sie als renommirre Aerzte erkennend, um ein Heilmittel anging. Tie beiden Herren gaben ihm die nötbigen Anweisungen, worauf sie der Kranke dantsagend verließ. — Ein Arbeiter aber, der de»n ganzen Verfahren beiwohnte, näherte sich ihnen also» bald und sagte iy groben Worten: ..Menschen ohne Religion; Nach wachem Rechte dürft Jbr Euch den Befehlen GolteS widersetzen? Da Gott diesen Mann erkrankest^ läßt, so wird dazu seine ewige Weisheit einen guten Grund haben und Ihr erkühnt Euch. seinen UrtheilSspruch zu oerbindern?" — „Lieber Freund!" erwiederten rubig die.^ Rabbinen. „WaS ist Dein Gewerbe?"— „Ich? Ich bin ein Bauer." — „So sag, unS. wer schuf die Erde und läßt ibr dir Früchte entsprießen?" — „Welche Frage! Wer anders als Goit.". — . „Warum aber, wenn Gott die Ernte bcrvvrruft. unterstehst Du Djch, sie einzuthun?" — „Weil daS Getreide zu meiner und meiner Familie Nahrung dient und dann habe ich wohl auch einiges Recht - an den Erzeugnissen der -Erde; dann würde ich daS Feld nicht bearbeiten, 'daS Unkraut auSreißen." " „Was? Du erlaubst Dir, die Pflanzen auSzujäten, welche die Güte GokteS in Deinem Felde bat wachsen lassen?" — „Ohne Umstand! Denn ohne diev würden die Feldfrüchte nur spärlich sein; erst wenn ich Vas Feld beackere, besäe, ausjäte und pflege, kann ich eine gute Ernte erwarten." — „So erkennst Du denn auch, unwissender Mann! warum wir das Recht haben, durch Mittel der Kunst die Krankheiten deS Körpers und. durch Mittel der Wissenschaft die der Seele zu beilen, dasselbe Recht, wie Tu, der Du unbe» streitbar Unvollkommenheiten der Erde entfernen darfst. Der königliche Prophet hat gesagt. Pf. 103.15.: Der Mensch ist eine Pflanze und sein Leben wie die Blume deS Feldes. Gott hat das Dasein gegeben, aber um eö zu stärken, zu verschönern, eS nützlich zu macken, ist die Hüls, Ande» rer erforderlich und weit entfernt, der göttlichen Allmacht dadurch zu nahe zu treten, vereinigen wir uns mir »hur bei Bervollkonnnnung feines Werkes." Allgemeine Zeitung de- Judentbumd. No. SS. Leitender Artikel: Der Beruf de» JudentbumS. — Zei» tuugSnachrichten. Palästina: Jerusalem.. Deutschland: Ham» bürg. Preußen: Münster. Magdeburg, auder Provinz Posen. Frankreich: Pari«. Spanien: Madrid. — Abhandlungen vrrjchiebenen Jmb^alts: Geschichte Diego de Aauilar's, von Ludwig August Frankl in Dien (Schluß. &Ä' 3» beziehe» durch jede- Postamt und jede Buchbaut« luug. Jabrlich 3 Thaler. vierteljährig */4 Tdaler. vera»t»ortlicher Redakteur.: K. -käbe. «erlag »»n «a n«g»r»»er'- «rtfrjnfclnn« in kei»»ig. — Druck von S1«laU»er »ult ir rrivii,.