Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 11 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Zur Relehrung und Antörhattung aus jüdische j l Herausgegeben von *„ Rabbiner Dr. Lüdwig Philippsou in Magdeburg. m Hekie^ .V \ e. f ~ Mo. 11. 1854] Bon Meier' 3tii(*rift|trirt’nni ■rcthrntlid' eint Stimmer. ’Brtf» fr# Jahrt1a. ■% mk~. J n (Hnfl* I tblr. Bicrljtljäl'nn "V» R^r. All* tud'bJiitlanfleii.. ipi'flimter [■ (£,, -1 * VDH(| fl LJ nnb;]fitnnji*errrHiinnen nehmen BeAeDunutn an. Erziehe Deiitt Kinder jüdisch!> IV. Es war rinr Zeit, wo bas allgemein, Aeldgeschrei: nichr jüdisch, nicht christlich, nur human, nut allgemein menschlich! . . . eine Zeit, wo man es zu verstehen gab, daß man die Emancipation per Juden davon abhängig mache, wenn die Inden alles besondere G,präge ihrer Gemeinschaft abstreiften .... eine Zeit, wo man in der Thut dachte/ eine Schablone für alle Mensches, berzustellen. was nicht damit bedeckt würde, möchte 1 überpinselt werden, besonders aber sollten wir Juden uuB hergeben, schablönirt zu werden * J1 ..Alles ist gut zu seine^Zeit," aber diese Aeit ist vorüber: wir baben eingesehen, daß unsere bürgertliche Gleichstellung nur da eine dauerhafte ist. wo man sie obne alle Bedingung als unser natürliches Recht, oder besser als das. vom Begriff res Staates gar nickt zu trennende Reckt aller in ibm geborenen und ihm angebörigen Glieder anerkennt. daß aber anveröwo wir uns zu g^ns und gar ..Gattungsmenschen" unisorrmren konnten, unb man wurde uns kennock in Ausnahmegesetze bineinzwingcü — wie es überhaupt zum Bewußtsein gekonimen. daß der Mensch seine Individualität nicht auigeben kann und mag, ja ,1oll unv.darf. Run -- wir baben in der Erziehung nafrer Kinder unfern Stand, unser Vermögen, unfern Berus, unsre Familienverbältniffe u. s. s. zu berücksichtigen, und unser Alleigrnstes. unsre Religion sollte unberücksichtigt blei ben? Da sollten wir unsre Kinder als „Gattungs- Menschen" erziehen, d. b. ohne alle Religion, ohne die Religion in ihrer geschichtlichen, concreten Äestalt? . . . Wi» nichtig Nein! gerade weil zugestandcner Maßen^die Religion Israels den humansten, allgemeinsten, universellsten, der ganzen Menschheit genügendsten Lehrinbalt bist, weil also in ihr die Forderungen der Humanität und de- Humanismus am meisten befriedigt werden, darum! find wir berechtigt. ja verpstichtet, die concrcte Gestalt! dieser Religion möglichst zu erhalten und — unsere Kl»der jüdisch zu erziehen! zu geben, die vielleicht maücken ber Leser dieses ansprechen dürste. ' - - Am unteren Lauf de-! ,-Sreckarö. wo-der klare, belle Fluß sein onges, von . Rehhügeln begrenzt verläßt und in breiten Wegen mctjestatisch binströvit einen weiten Garten GvtteS^ dgirc^ eig Lgny veS Kost, Weines, nahe der lieblichen. Stabt Heilbronn, jm Zwingburg eiii Götz vop Berlschingenmir der s und rere«— ernen H^nv seinen Reichs»F,ricvchrsbruch im Kerker büßt«, in der einst auch Juden ibre Henugtb bgllen,- aber durch, d t Tyrannei der Undulbsamkfjt von Ha^ uüv Herd verjagt wur den. an diesem schwäbischen Fsliß/ der gn des' waldS Tannen geboren, 'stS au |t«r Alpvörbeijch und hier in's Fränkische ^hlnübergebl-. stcht ein. lljlvarz. angelt iehlichcs Dorf, sonst durch die fteguentz Lsraße-lebhaft. ctzi aber kbbot. »e sich Der Ruf aus der Heimath. Eine wahre Begebenheit, nackrrzäblt von Alexander l s i JuleS Jamin sagt: „Jedes Leben entkalk einem Roman, wenn eö den reckten Autor möchte sagen, jedeS edle Leben qiebt das Sujet zu einem schönen Buche, auck wenn der Autor mindei wenn er nur neu berichtet. So will ich r k> e r. den Äon zu findet." Ich eine Episode auS dem Leben einer edlen jüdischen Familie geschickt ist, un versuchen, von dem Schienenweg umgamzo«». einsam, ja fa,i v In diesem Dorfe.wobnenLE^Lbiiche Familien, l schon seit Beginn dieses Jahrhunderts Als solche ai szcjchneten, die. dem besonnenen Fortstbrit^'blckvigen». darob' nicht/die frommen Sineu der Allivvrveru vergaß:«, und deren Schule eine wirkliche Mpstierschule der gu en Zucht und feinen, lieblichen Sitte, war.In dieser Äcmeinde reicknek»-stck hiuwiederr'M ein, Familie besonders a ns^.in deren Haufe die'Liebe daß Regiment sühne unÄ E oltvertrauen der Anker war/, an dem die Zukunft geiesse t lag. Der Daker des Hauses war der Bruiker eines^hiock gelehrten Rabbincn, der eine Autoritär "kn 'Südbkut sckland galt; dic; Mutter, -eine lebendige Eopie/veS Saloinc nischen Bitderwtibes. .erzog, ilzre /JO Kinder Ln.der Fuicht des Herrn, und wer hungrig inS Haus- 'kam, verließ es gesättigt. Der älteste Sohn wnrvk;um Rab^inen'bcstimmk, ein Hauslehrer unterrichtete ibn im Talmud, und ii< rourme Mutter wurde von seiwer Musik so entzück^' als vsn dem „Slngsaltg." mir dem-der. Sohn rje Gecharat» , orrrug, mit dem KunstauSdrucke genaynrr z-Gemo.rt-Nigbn.' Aber außer dlefen fromm-didaktischen Tönen börrr^ nian ir> Hause von den lieblichen Töchtern, zur Guitarre manweS schöne schwäbische Liev von Schiller und U8lan.b.« 'von 2 ustinus Körner unv Gnstao Schwab singonk denn in Schwaben da fingen die Ziegel auf ien Dgcherru hak^ja unsei Derthbold Auerbach m seinen'Dorfgeschichten die Henien belauscht und fein Tolpatsch, kiekoft die stvt-kische .kub im Stalle. Die Töchter beS_Haufes führten <msig >ie Rädel, die ältesten, Hannchen und Beilchen. mü blond« n Haaren und blauen Augen,, rothwangig wie die l ebljchcn Borstorfer-Arpfeln z.ögen manchen fahrenden Schi ler inS HauS. und wenn er abzog, da ranzte Veilchen llS Fey vor seinen Augen und die bsaum. Guckäugelein hc tten sich