Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 9 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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I Jüdisches VolkSblatt. Zur Letehrung und Unterhaltung auf jüdischem Phiete. f HerauSgegebeu vou -- Rabbiner vr. Ludwig Philippsou in Magdeburg. [3lo. 9. 1834 ] von dieser ZjiihbrlN eelideint «ö«t>eiitlia> ei« Nummer. ' Vr»>« ^de»' )odr- IHi. “ - aarts* 4 Iblj. SifHrl(Jbria *V, 9t«r. »ve t'ud-feantfunäen. VoüLmttk ilillflHil 1 * nji# gelmnasexpeditione» nedme» keew»»a«n'«n. , - i v V*9 H r* 1p Erziehe Deine Kinder jüdisch! II. TS ist in der Thal dauonü-orlegb-rste Zeognjß für die Wahrhaftigkeit und die Lebenskraft de- Judenthum-, daß bei diese» mannichfaltigen, auflösend wirkenden Einflüssen eS dennoch immer noch tief in den Herzen aller seiner Anhänger wurzelt.' Aber nicht immer und immer darf eS ohne alle Heilmittel und Pflege gelassen werden. Man bedenke. Von ftühester Jugend hört da- Kind den Namen „Jude" mit der Nebenbedeutung der Schmähung und Verachtung nennen. Und blovon den Nichtjuden? Nein, von feinen Eltern und Verwandten selbst. In naivster Selbstverachtung schmäht der Jude auf „die Juden," alob er nicht auch zu diesen gehörte, alob er allein beanspruchen könne, gerade die Ausnahme zu machen! Don frühester Jugend sieht er seine Umgebungen alle- Jüdifche vermeiden, verdecken, verbergen, verleugnen — verleugnen waS ihm die Natur selbst in Auge und Gesicht gezeichnet, in daS Otgan gesenkt — ste!ht er sie erröthen, wenn in Gegenwart von Nichtjuden, und seien eS die eigenen Domestiken, eine jüdische Ceremonie geschehen soll, oder nur etwas Jüdisches erwähnt nierven soll. Von ftühester Jugend, wenn er ein Buch zur Hkmd nimmt, findet er den Juden als Repräsentanten de»S Geizes, der Habsucht, des schmutzigsten Erwerbe-, oder deS hartnäckigsten, verirrtesten Leugners dargestellt. Don frühester. Jugend, wenn er in die Schule tritt, hört er bald den Lehrer ihn höhnen, fühlt er bald von den Schülern sich mißhandelt . Kurz, Alle-, Alledienet dazu, ihm sein Judenthu« zu verleiden, ihm seine Abstammung, seine Weltstell]ing, sein Dekenntniß, seinen Nachen, seine eigenen «esicht-züge zu verkümmern ... Ha. Jude, und zur Entschädigung ^und zur Kräftigung wolltest Du Dein Kind nicht jüdisch erziehen? . | Das Abenteuer eines Pilgers. Erzählung von Lidwig Schragge. 3. T / (gsrtiefcuna.) Ekostete dem. königlichen Astronomen Bere.n-al- Pherec allerdings ziemliche Mühe, den Pilger Benja» min ben Jona di Tudela auS dem tzchlummer zu erwecken, welchem eyr fub in seinem prächtigen Gefangniß so harmlos überlassen.! Wer drei Tage ditrch die Wüste gewandert, hat wohl da» Recht zu fchlumprern. Daher dauerte eS auch längs Zeit, bevor unser guter Wanderer daS. Bewußtsein seine; Lage wieder gewann , und lange nicht so erstaunt betrachtet« ihn Pherec, wie er den Pherec, der noch dazu wohl-wußte, wer d» Gefangene sei, ohne daß dieser >vie Ehre hatte, voll deqr jemals, eine Kunde empfangen zu haben, welcher jetzt virr ihm^.stand. ES war daher sehr natürlich^haß Benjamin, uachdeck er den Herrn Pherer längere Zeit angestarrti endlich auSrief: „Wo bin ich? und wer seid Ihr?" [ Der Astrolog sah ihnscharf an, und enlworttter^. „Beidesollt Jhr^rsahreo, wenn Jhrltreu usid gewissen- Haft die Frage -beäqtworlet: weshalb seid Jhrj. nach Almozal gekommen^'.' , - „Auch daS will ich gern." erwiedene Jenft, „wenn Ihr mir zuvor fagf, ob. als waS ich Euch-zft erkennen glaube, Ihr ein Jehudi seid? Denn dann ipervet Ihr mich alSbald verstehen..' „Pscht, bscht. Hteund! freilich bin ich »iaS^ aber hier ist durchaus nicht'"der Ort^, darüber Erklärungen auSzurauschen — ja/Jhr werdet.— ohne unnützer Äeise große Gefahr über- Euch zu bringen, und noch größere über An-; vere, die. Ihr nicht eilynal. kenye'l hier gar nicht dafür gelten müssen. '-Man wird Euch nicht sragqn, und fo' braucht Ihr nicht zu ämworten. Also, sprecht, w^zu kommt Ihr nach Almozal?" v"?. , „Hm! wozu ich nach Almozal komme? ES scheinhdoch, alö ob Ihr 'wisset,' «er ich bin denn sonst bättr man mich nicht beim Namfti genannt und hierher gebracht — und dann möchte Frage sehr überflüssig fein. Ich komme auS dem fernsten^Wkstm „DaS ist mir sehrlkeb," brummte Pherft dazwt- >> i . . „Bin die halbe^ Welt durchwandert." — > „Trefflich!" w.atf Jener hinein. i „Nun, wozu? weil. eS mich innen trieb zu ^wandern, dann um die Ländtr .unddie Dölker kennen zü lernen, die GotteS Erde bewckhnen. endlich um mein^ Glaubensgenossen in. der Zers reuung zu bafbches, ste zu Ödsten, sie zur Standhaftigkeit ju ermähnen, und zu erfahren, wie eS um ste fleht. So kam ich bis Daffora, wv ich eigeatlich uuckehren wolltej -Aber da sagte man «Ir, pasihier, in Almozal. der letzte Sprößlü^ de» König- Davits jene- Zweiglein, auf de« unsre Hoffnung rnhta «echchk — IW«. und da macht' ich o^ich auf, achtete nicht auf die Gsiuth -