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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 6 (1854) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
2 (1854-1855)
Issue
6 (1854)
Date
1854-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches VvMblatt. Zur Belehrung und Anterhatlung aus jüdischem gekielte. * I i HerauSgegebe« voa . ' .1 . i >| Rabbiner Dr. Ludwig Philipps»» in Magdeburg.^ j sNo. 6. 1854 ] L»n dies»» BtitKthli »rfdytni »M-enlli* fine Rümmer. «teil te» Job** r a Cb l -4 gang« 1 ZHr. «trrtrlfibri« "’/» **r. «0< «‘ud>tMnMnn*e». «ejUater I 7 Jjfltl TO 1 und Zeini„s»lelbekiiisi,tn nebmen Nestellunben ««. * C'mV^tS• *• as^Bsaa^BanMBMBs^^sB qjnrtol] Die Bene Israel und die schwarzen Juden in Ostindien*).. Wir müssen unsere Leser zuvor mit der interessanten Persönlichkeit reS Berichterstatters bekannt machen. Herr Israel 3 osep h Benjamin ist!zu Königsberg in Preußen von begüterten Eltern lg»fe©i»n, kam aber schon in seinen ersten Lebensjahren nachlrer Moldau, wo er rabbinische Studien machte, ohne ss^ jedoch diesem Fqche widmen zu wellen. Denn da er sich in Besitz bin. reichender Mittel befand., begab tr sich 1M5 nach Beff. arabien. um eine« Holzhandel im Großen zu degin. nen. 'Aber gerade als er glaubte, großen! Gewi«» einziSben zu können, sah sich Hr. Benjamin eines schönen Morgenin-einen Proceß verwickelt, rc| ihn rumirte. (Sr reifte von da nach Jerusalem. Mil einem sehr entschiedenen Ebarakter begabt, von abcnt^üerlichem Ge» lüste und mir guten rabbinischen Aennlnissest. reiste er ein wenig alS Ehacham, ein wenig alS Kaufmann Don Jerusalem ging er nach Alep, Bagdad. B)tssora. durchwanderte Persien, und kam endlich 1849 nach Indien, wo er ein ganzes Jahr verblieb. Er kehrte fast auf demselben Wege zurück, und vermochte einen Theil der Note» zu retten, welche er aus dieser Reise gesammelt. wurde aber seiner Habseligkeiren und seineS GeldeS von den Räubern der Wüste beraubt. So gelangte er nach Algier. ' Aber dennoch, weit entfernt durch sein Mißgeschick und die rauben Strapazen einer so langen Wanderung abgeschreckt zu sein, scheint Herr Benjamin von dem lebhaftesten Wunsche, seine Reise wieder zu beginnen, beseelt. aber mit Mitteln und unter Auspizien, welche ihm daerste Mal gefehlt, um seine Nachforschungen über die zehn Stämme Israelfortzusrtzen und seine Studien und Entdeckungen zu vervollständigen. Herr Benjamin ist ein Mann von dreißig Jahren, i^nd ohne von hoher <Latur zu sein, besitzt er körperlich wie geistig die Eigenschaften, welche zu solchem Zwecke nothwendig find: kräftige Gesundheit, Energie. Thätigkeit, gute- Gedächtniß und Beobachtung-geist. Er spricht va- Teutsche, Rusfische, Hebräische, Arabische, Türkische iu mehreren Dialekten, ein wenig da- Persische, aber die anderen europäischen Sprachen kennt er gar nicht. Die heilige Sprache erhält in seinem Munde die Lebhaftigkeit und die Beweglichkeit einer lebenden Sprache. *) Nach de» Arch. ur. de Fr. Er wünscht jetzt die Erzählung seiner Reift jij veröffentlichen. und um daß Publikum zu svndiren, haf er in Algier einen kleinen Au-zug 'in hebräischer und> ayabischer Sprache herau-gegeben, betstelt: ..Ein Jahr Aufenthalt in Ostindien 1849—1850." Der Verfasser heblvoüden Bewohnern Hindostan'S besonderfünf Stämme hervor:^ 1) Die Bunta^e^ 2) die PhareS, 3) die Hindu-, 4) die" TanSranz, 5) di, Bene- Israel. Uebergehen wir' hier -die drei ersten, fß h^be» die Eanöranz. keine eigemhümliche Religion, sondert sie beobachten Gebräuche anderer Ratihpen. mit dmeft sie leben. Insbesondere aber den Israeliten, sagt Herr Benjamin. haben sie eine groß« Zahl Ceremoniem entlehnt. Sv feiern sie mit ihnen da- Purimsest und zwar mit großer Lebhaftigkeit. Die nehmen zwei' Figuren von Holz, prächtig angekleidrr, und schlagen fie «ine gegen d« andere, biS die eine von beiden niederfällt. Die, .welche stürzt, beißt nun Haman, die andere ist Mardochal. , Die erster« hängt man hierauf mir. großer Feierlichkeit. Sie verheirathen sich nur unter einander, und ihr Ursprung ist völlig dunkel. '* Aber kommen wir zu uaserm eigentlichen (iegrostande, zu den Bene-Israel. ES giebt in Iudier eigentliche Iudm.' welch, man babylonische nennt und s hwarze Juden. Beide sind erstreit der europäischen Crohe»ng hier ansässig; wohingegen die Bene-Israel feit ^chdeokllcheu Zeiten daselbst verbreitet find. Allerdings chkomwn die Juden fie nicht als dem MosaiSmuS angehöria au. Aber xS kann in dieser Beziehung kein Zweifel sei»r! Ihre Eigenschaft. alS Israeliten ist dadurch erwiesen, .erstens, daß fie sich freiwillig und systematisch in der Riitde andrer Seelen isoliren, jede- Verschwägerung mit^Hkndnea fliehend; 2) daß sie aufU Strengste die wesentltckstdß Gesetze deS IudenthumS beobßchten, namentlich die Befchnefdung und den Sabbatb^ 3),d«ß fi, die gewissenhafteste Sorgfalt auf die Er^llpmg der. Dorschriste» der chchechtta (de- Schächten-) ver»enden; 4)' durch die ehrfurchtvollst« Bewahrung der Pttgamtiurollen in ihren Temftck»; endlich 5) durch den Damen selbst, den sie -ragen, -und uv. ter welchem sie in '«tttp -egenden HindostanS bekannt find. Auffallend ist e<, baß die DeneIftael keine Eohaaim und keine Levtjt« »nter sich haben. AuS diesem >u» einigen anderen Umständen schloß Herr B., daß fie v!»a den „zehn Stammen d»S Reiche-Israel" abstamme». »vaS jedoch nur Hypothese ist. — .Die Bene-Israel von Äombay er-' zählte« ihm. daß vor der Ankustft der Europäer sie eine sehr zahlreiche Masse bildeten, wrhhe getrennt hebde und

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