Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 2 (1854-1855)
- Issue
- 4 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4908862-5999336-6000655--0341-4909102- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Tunis 5× ep/1048155
OCR text
14 ,..i» küßt schal lobt von den Hau Wer Ung die 20. verstehe ihm di! während in den sei Allech Tunis, Ltraßen l mir e dagegtt äubigcn , nrähme April an kai ^brachte herv BevNkerung schre f erln Hafeii grstl e kleid dies« woll Man i Haaye erh woll?o > i der Mü^e . ein ikin, auf .hine vi.r uian dem Durch und nute i men tzrn! man > N sörv rief pitäl Ärti e find ein d«S " Er stürzte sich Zu den Füßen des Bey. Pantoffeln und fuhr nach seinem Schiff. , dieser Zeit verkündete man mit Trompeten- Straßen von Tunis folgendes- Amra: „Ge- Jm Namen Sidi Hussein Pafcha'S, Bey's rird hierdurch jedem Juden verboten, sich auf von Tunis zu zeigen, obne sein ungläubiges ner baumwollenen Mütze bekleidet zu haben, handelt, bat feinen Kopf verwirkt. Den werden nllr 24 Stunden gelassen, um stch Kopfbedeckung zu verschaffen. , Gegeben am Jahres 1243 der Hrgira." n sich denken, welche Wirkung dieser Befehl Tie 25,000 Juren^ welche >ie israelitische von Tunis auSmachen, sahen Mut e drl r ne er ra auS, en vie ne Mü a mit Menge: n belalle Lreimast man Hf Rbe fünf Fuß W -Mai Dreimast das den Säi hatte riefen: ' Der sab. da bauußi 's von aber l. ich die weisesten Rabbiner wnrvenj befragt, aber fei. Endlich einander eren an; keinest wußte was -mm baumwollene Mütze nenc sich ein Gourni — d. i. ein Livo neser — ini von 'ivorno eine normannische Ssäffsmannschgst n. zu h lben, die mit einem ähnlichen Kopfputz bel.gcwrs u. 'Also einen Schritt näher; aber woher baumwollenen Mütze» nehmen? Zwölftausend fcuumn sind, nicht so leicht Herbeizüschaffen. Äie itzen die Hände, die Frauen rissen sich hie die Kinder warfen sich auf die Erde. Aste Hände zum Himmel: „wo fothen wir bauchen sinken?" inem Male verbreitete sich ein.Gerücht unter in Schiff liege im Hafen, mit!baumwoüen n n. Man erkundigte sich, mani. erfuhr, es ei r auS Marseille. Man ftürztx. zu denBcrigte sich, hinein. Eine kleine Molke rüdei te e zu. Bei dem Fort drängten sich noch me w »der sechs'Barken gingen unlep; da aber n ir sser üu Sec von Tunis ist, ertrank Ni:- gelangre durch die Einfahrt i nb näherte sich er. Ter Kapitän wartete auf bem Verve k. Fernrohr hatte er die Einschiffung, den Kam )f ffbruch gesehen. In weniger ilS zehn.Mi» 300 Barken um sich. Zwöl tausend Stick« .Baumwollene Mützen! Baur «oüene Mü» Kapitän gab rin Zeichen m t der Hanh; r er Schweigen forderte und s hwiegv^Jhr volle»« Mützen?" sagte er. — „Ja, ja, ja tllen S^ULi^ — „Sehr gut," sagte bÄ Kabaumwollene Mützen find' rin,sehr gesuchter t tbe Nachricht, daß sie im Dreise gestiegsn — „! a. ja!" ri^f man. — „Hörens Sie, ich bin hrlicher Mann," rief der Kapitän. —► Die Jud^n zilter len. — „Ich will diesen Umstand nicht benutzen, mn Ihn« ii Geld rbzupressen." — Die Juden Erblaßten. -- .Ich gebe di: baumwollenen Mützen um vier Franken (ettv »S über eine» Thaler.) — „Gut. gut!" riefen cke Jud n. Zw »lstaufend Arme streckten sich apS. „In der Ordnung." r ief der Kapitän, „kommt auf dieser Seite in Bor und f eigt auf der andern Seite wieder hinunter. Jede: Jude sing über daS Verdeck, erhielt eine bavmwillene Mütze > nd zahlte vier Franken. Der Kapitän hatte .einei reinen Gewinn von 36.000 Franken. lm folg öden Tagr stellte sich der Kapitän dem Biy dar. „Ah, )u.bist cS!" sagte der Bey. Der Kapiti n warf sich dem Bey zu Füßen und küßte seine Pantoffeln. „Nun?" fragte der Bey. — „Ich komme. Hobest, Dir zu danken." — „Du bist zufrieden?" — „Bezaubert!" — „Und Du ziehst die türkische Justiz der französischen vor?" — „O, jene ist unvergleichlich besser." — ,,D^/ bist noch nicht zu Ende." — „Noch nicht zu Ende?" — „Nein, warte." — Der Bei rief seinen Secretär. Der Secretär trat ein, kreuzte seine Arme über die Brust und verneigte sich bis auf den Boden. „Schreib," sagte der Bey. Er dictirte: „Gelobt sei Allah! Im Namen Sidi Hussein Pascha's, Bey's von Tunis, wird durch folgendes Amra allen Juden bei Verlust deS Kopfes verboten, mit einer baumwollenen Mütze auf dem Kopfe auf den Straßen von TumS zu erscheinen. Jeder Besitzer einer baumwollenen Mütze erhält' 24 Stunden Zeit, um sich derselben so vor« /• tbeilhaft als möglich zu enläußern. Gegeben am 22sten April des Jahres 1243 der.Hegira." - „Verstehst Du wohl?" fragtefder Ben den Kapitals. — „O Hobest, Du bist der größte Bey, der je geleht bat." — „So kehre auf Dein Schiff zurück und warte." ' — Eine halbe Stunde später ertönte die Trompete in den Spaßen von Tunis, und die Bevölkerung lief bei diesem Äufrpfe herbei. Unter den Zuhörern erkannte man die Juden an ihrer lriumphirenden, nach dem Ohre gr^ neigten baumwolleneu Mütze. Das Amra wurde verlesen. Ter erste Eindruck war. die Mütze ins Feuer zu werfen. Aber man bedachte, daß eS besser sei. etwaS als das Ganze zu .verlieren. Da man 24 Stunden Zeit batte, unterhandelte man mit den Bootsleuten wegen der Ueberfabrr, um nicht übertheuerk zu werden. Zwei Stun-!den später war der Dreimaster mit Barken umgeben, j „Kapitän!" riefen zwölftausend Stimmen! „wir haben baumwollene Mützen zu verkaufen."— „Pah!" sagte der Kapitän. — „Sie sollew-sie billig haben." — „Ich habe eben.Nachricht erhalten, die baumwollenen Mützen sind sehr im Preise gesunken." — „Wir wollen daran verlieren!" — „Ich kann sie nur .um zwanzig Sous wieder annehmen (8 Sgr.). Wer also seine Mütze für zwanzig Sous lassen will, komme aus dieser Seite an Bord und verlasse daS Schiff auf der andern Seite." — „O, Ka^ pitän." ~ „Ihr könnt eS tbun oder lassen." — „O, Kapitän!" — „Heda, die Anker gelichtet." rief der KapilLp. — „WaS machen Sie, Kapitän?!" — „Kapitän für 4(3 Sous!" — Ter Kapitän fetzte seinen Befehl fort, die Anker zu lichten. — „Kapitän, für 30 Sous!" — Das große Segel am großen Mast entfaltete sich, und man hörte die Kette der Gangspille rasseln. — „Äapi«~ tän, wir willigen ein!" — „Gut!" rief der Kapitän. --- Die Juden stiegen Einer nach dem Andern am Backbord hinauf, übergaben ihre baumwollnen Mützen, empfingen 20 SouS, und stiegen am Steuerbord wieder hinunter. Durch den Verlust von 3 Franken (24 Ngr.) hatten sie zweimal ihren Kopf gerettet; daS war nicht theuer. Der Kapitän hatte feine Maare wieder und ein« reinen Gewinn von 36,000 Kranken. Da er ein Mann von LebenSan,' nahm er 18.000 Franken und begab sich zum Bey. „Nun?" fragte der Bey. Der Kapitän warf sich in den Staub und küßte den Pantoffel deS Bey. — „Nun, ich komme, Dir zu danken. Hoheit." — „Bist Dir