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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 52 (1854) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
52 (1854)
Date
1854-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Bolksvlatt. Zur Belehrung und Anlerünttung a«f jüdischem H«> Herausgegebeu von Rabbiner Vr. Ludwig Philippsou in Magdeburg. kiel«. jnivi i »•« M«f«» B*HM>rifrer(d>*l»i »6*emHA Hi* »«**«. Pret» »e« Aabr« t<% «w , * I9iD »L 1*54.1 «a-n,« f twr. »tfrWjibrlfl 7'/, *«t. Mt 11. Jibrfl 4. BrOep»»,«? < gmarUL] I * A^n unsere Leser. Zum Schliffe des ersten Jahrgangs. wohl auf Dos erste Jahr de» „jüdiscien VolkSblattes" ist zu Ende; diesegrößte' Prüfstück einer Zeitschrift bestanden. Ob wir die Aufgabe, die wir uns gesetzt hatten, ganz, oder zum Tbeil gelöst haben? Die Antwort diese Frage, lieber Leser, stehet bei Dir. Ein Blick auf das JnhaUsverzeichntß. welches diese letzte Nunmer begleitet, möge Dir Gelegenheit geben. Dein Urtbeil zu begründen . . . Wir wollten Dich'allwöchentlich «in«al. wen» auch nur aus kurze Zeit, auf die Flur des Juvemhums versetzen, Dir da irgend ein« duftende Blume reichend ®rr" Du wohlgefällig zulächeln, und in deren Genuß und Erinnerung! Du immer wieder Deines Judenrhu aS'in einen Höhen und Tiefen, in seinem Wesen und seiner Erscheinung gedenken mögest; wir wollten Dir bald Gestalten. <8r«- eigniffc 'und Lehren unsrer Vergangenheit vorführen, bald in kühnen - Umrissen Bilder der Gegenwart entwerfen, bald Dich ermahnen, am Werke unsrer Zukunft mitzuarbeitep; wir wollten die aufgehäusten Schatze unsrer ange rbte» « , Weisheit, welche jetzt der Mehrzahl verschlofftn find, öffnen, und selbst den Humor, der den Juden ihr« lange & necht» schast verkürzt, und oft genug zur Waffe gegen Unheil unll Unholde ward, nicht ganz verschmähen .... O» uns 'dieS Alles gelungen? ... Jede Jahrgangs:Schlußrede einer Zeitschrift enthält zwei wesentliche Dinge, ohne welche fi< har nicht zu Stande käme — in der einen Hand hält sie das Gelbstlob über ihr Vollbrachtes, innrer andern das Versprich n für ihr zu Vollbringende-. Aber wir wollen eS mit Letzterm kurz machen — wir versxreHen fernerbin ajich alle Mühe anzustrengen, unseren Lesern das Bestmöglichste zu reichen, alle Mißgriffe zu »»meidch,. dem Vertrauest de-Le ers zu genügen, die Liebe des Lesers zu erwerben! Wir glaube» auch dieses Versprechen belbätigeu zU könn, n, da wir mir dem neuen Jabre noch einige neue Rubriken — z. B. Notizen aus den Tagesereignissen —| zu b« ginne» gedenken. , \ Lieber Leser! unsere Zeit ist, namentlich auf dem religiösen Gebiete» ein» ernste, kritische. ch-!e>schreitel vorwärts. Die Gestalt keß JudentbumS, wie ste feit vielen Jahrhunderten gewesen, verblaßt und schwindet mehr. JedcS künftige Geschlecht wird immer weniger darin erzogen. bis es selbst.bei dem besten Stilen v>« ih» gar nicht mehr gekannt wird. Wie wir dies auch anseben mögen, so ist doch eiste zwiefache Gefahr dabei nicht z» verkennen — zuerst, daß die Religion Israels überhaupt an fester Gestalt, an Fl»fch uiko Bein, an Blut un> Rer» so verliere, daß ste, wie jedes Ideal, zuletzt in Nebel zerstieß« — alsdann, daß lei diesem Prozesse |fo »iel an gesunder. kräftiger Tugend und Frömmigkeit zugleich mit verloren gehe— und - wir könnten uns jetzt sehon au< Vieles berufen — daß eS ewig Schar», wäre. Run, da muß denn allseits gestrebt w^vtn, zu verhindern, daß dies geschehe — und eine kleine Handhabe zu diesem schönen Zwecke soll auch daS ./jüdische Bvlksblatt^ fein. Esj soll dt Kenniniß deS JudenthumS in feiner idealen wie in seiner, rvncreten Gestalt an Stellen'erhalten, wo ste ssnst gar \ verl«» ren gehen würde; eS soll immer wieder da» Bewußtsein wecken: „Du bist Jude!- und „fteue Dich dessen - ua» „wirke als solcher!" eS soll die Anhänglichkeit am Judenthume stärken, manchem zerrissenen Haben wieder a»knüpfen, manchen erlöschenden Funken wieder anblasen .... es soll dies Alles, ohnesich' irgend einer Parle«ag hii zugebe», ohne sich in Zänkereien und Streitigkeiten einzulaffen, nur mit dem einen Gest^tßpuncie, »e« Juventhum » seine» höchsten und lautersten Zwecken zu dienen ... J Es war und ist dies keine'kleine Aufgabe! Unsere Glaubensgenossen ksseo sehr wenig. A« weni zstr» die „jüdische Masse". Und die „gebildeten" Juden, ei, die sind so heikel — ein '.jüdisches Dolksblatt" — «irr »Ul gentz was „Jüdisches"? und wer gehört zum „Volke"? Haben doch selbst viele ururer freunde die Achse geznck. Run. wir haben die Lust mchr wrloren, wi, wir uns denn überhaupt nicht io leicht irre machen lasse». Das „jüdische Dolksblatt" har stch in seineür ersten Jahre gerade 103b Abonnenteir eatzsi be». »t«Owit Etwas sagen in einem Jahre »er Theuerung. des Kriege- und der Seuche! Dies ist Etwas, »der wch I» M^.»istp genug. Erstens weil wir kein „Dvlfsblatt" schreibm wollen, wenn kein ..Dskk" dafür da ist. u»d Hchh ist PWk: schnell »»«er

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