Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 49 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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196 « Seit dqrunter venkr." Wir könnten nq» freilich! den sagen, waS Herr n wiede schrauben, er solle erst un er intet „ISelt*' versteht, unter der „4)elt." die sich übei baupt e nen „jüdischen Religtonslebrer'^ denkt, renn eS Dird die wohl nur auf einen Theil der Welt Pinauslau! en. I« ,eß. wir begnügen uns mit vean Fingerzeig, den! er unS giedt. mrem er vom Religionslehrer spricht, alS welcher zugleich der Kantor mnziren soll. Nun. da wü ischt die!Weither soll den Kindern der^ Gemeinde deibri lgen 1)Ihkkräisch lesen und jüdisch schreiben, das Uebei etzen d r G.bete und ziemlich der Thdrab. vielleicht no h ein E tückerl mehr, darauf soll, es «itzt ankommen; 2) die bibl sche Geschichte-Md ein bischen weiter; 3) die gewöhnlicher jüdischen Sayunge'n Überreste. Fasten. Trauer« ge rauche mb alldessen Bedeutung. (Liturgie); 4) die G aubens« und- Sittenlehren unsrer Religion. DteS und ni dts And reS ist es. was die Gemeinde vom „Reit« gi'pSledre " d.-r au» Kantor ist, wünsche.^ Daß er DieS m t Gefch ck und (.Erfolg, mit Eiker und Ausdauer tvue, if b.-sted! Lunfch und Hoffnung. Daß Dies nichts ganz L ichtes. :aß es in leyiger Jett mit vielen Hindernissen v kkniehft st. daß die Leute tonst noch d,e sonderbarsten Forderung n stelle» — — alles, alle^ Dies ist wabr, a er rieskommt jtir Hauptsache nicht. Emd Sie zufrien. Hen Kantor? schmiedet denn selbst Euch gar schwere Fesseln!"" — Sollte ich den Spott des-Käufers unbestraft lassen?" ^)aS Mißverstandniß wardgelöst. - Der -Rabbi gab den Schlag nicht zurück, ob der Fleischer da- Geld zurückgab, wird nicht berichtet. (T. Jerus. zu Berachot Absch. 2.) 13) DieFrau eineS Priesters, welcheKamchit hieß, hatte siebut Söhne, .an welchen sie die Ehre erlebte, daß alle baS Amt des Hohenpriesters am Versöhnungstaze verrichteten. Als man einst die glückliche Mittler, welche ein Muster der Frömmigkeit, aber nicht frei von Eitelkeit war, fragte.^txomit sie das bobe Glück sich verdiente, antwortete sie woblgefällig: ..Niemals haben die Balken meines HauseS -die Flechten meiner Haa e gesehen/' Man ehnie* rerte ibr: „Wahrlich ein außerori entliches Verdienst! Doch seltsam, gar viele haben dies herbachtet, doch keinem bat dieses genützt." — (Ioma 47. i). Humor der Alien. Bon Dr.?. Lewvsobn in WormS. 12) diabbi Äaira aing einst zu erneut Fleischer, einen inkauf tu macken uns fragte: „Wieviel, kostet dieses .fund?'1 Jener, welcher den Rabbi ntcho kannte, glaubte urch ein leidiges Mtßvernändniß. .es ballttftbu. der Fremde n dem Verdacht, zweierlei olewtcht.;ü habest, und sagte demtach gerltzr: . Dieses Pfund Fleisch kostet 3" Minen*) »nr» ciiim derben Schlag.". — Der RaÄbi stutzte; allein vas mawen? ES ereignete sich dieses zsifällig in einem ftemdsniLande und da R. Saira kur; zjuvor durch einen Aderlaß «sich sehr schwach fühlte und dea> Fleischgenuß für ustenibeoriich hielt, glaubte er schon'her vermeintlichen Landesjutr einige Rechnung tragen zu.miüssm. Er bot 60. 70.1 ia selbst 100 Minen, nur 'daß jihm der- Fleischer den Schlag erlasse. Jener glaubte andrerseits.nun vollends, xmen Äpötter vor sich zu seben ustk behauptete seine Forderung:! Der arme Rabbi, der aber deimoch an Geld sehr reich giwesen sein mußte, ging nun nostjns voleus in die Forderung ein understand das tdeuer erkaufte Fleisch.— Des Abends traf er mft-den Gelehrten deS OrteS zusammen und drückte seine Verwunderung über die seltsame Landesnttt aus.' nach welcher otan tot Fleischgenuß ohne Prügellnicht erhalten könne. Die Gelehrten, staunten ob dieser Neuigkeit und entboten den fatalen Fleischer in's Verhör! Dieser berichtete mir der unschuldigsten Miene von der Welt: „Ich handelte ja ganz>nach dem Worte des Pwpbeten <Ies. 28,-22.): „„Spotts nicht; Ihr •) Mach Liner s Bibl. R. W. s. v. beträgt eine Mire SS Thaler.. - — Die Mes-ssah. Im jerufal. Talmud, Traktat Peab, wird"folgende interessante Geschichte errablt. rlnaban sandte dem.Rabbi Zebuda ba-Nast eine Perle ^on unschätzbarem Werthe und wünschte etwas eben so Kostbares von ihn» als Gegengeschenk. Da sandte ihm Rabbi eine Mesussab. Da ließ ihm Jener sagen: „Ich liabe Dir einen Gegenstand geschickt, der nicht zu schätzen ist. und Du sendest mir einen .Gegenstand, der nur wenig kostet." "Da erwievene der Rabbi: „Meine und Deine! Kostbarkeiten kommen ihr nicht gleich^.'-lind nicht bloS Has. Du hast mir einen Gegenstand geschickt, den ich barten muß; . und ich sandte Dir einen.' der Dich-behütet, .wenn Du schläfst; denn so heißt cs: Wenn Lu gehst, leitlet sie Dich, wenn Du Dich niederlegst, behütet ne Dich." j — Der fromme Rabbi, der den Beinamen „der Heilige" führte, wollte diesen Heiden azii eine seine Art belehren, welch geringen Wcrtb dte ErdensLäye haben, da sie eitel und vergänglich sind, und deyr Menschen geraubt werden können, welch' hohen Werth dagegen die Lehre des Herrn, dte uns die Anweisung giebr zu einem frommen und glücklichen Lehen, und Detnr Befolgung uns die Liebe Gottes und seinen Beistand sichert. Und deshalb sandte der Rabbi Ibm eine Mesussab, weil darin die Stell?» der Tbsrab verzeichnet sind, welche die Einheit Gottes lebren und die Liebe zu Gott uns zur 'Pflicht machen. Und wer Gott den Heiligen liebt, de^ strebt selbst nach Heiligkeit, der liebt die Tugend. Recht und Gerechtigkeit, der achtet und liebt-feine Mitmenschen. . Allgemeine Zeitung.d«4 Iukrntbums: No. 3t. - Leitende- Artikel: Die pvrenässche Halbinsel. — Die Eroffauug des jüdisch-tbeologii'chen Seminars zu Breslau am 10. August 185t. — Gaben für dir Israeliten in Jerusalem. — Zeitungsnachrichten. Palästina: Jerusalem. Deutsch, land: Ranbegg. aus dem Großbenogtbum Baden Preußen: Berlin. Pr. Stargarv. Qesterreichischer Äaiserstaak: Gitschin, Wien. Frankreich: Paris. Nordamerika: Clucinnatl. — Ab« banblungen verschiedene« Inbalts: (rin Fragment aut Luzzailo's „Dogmärik," übersetzt von Dr. Igel. (Schluß). — Li terarifche Nachrichten: Worms, aas-der Alrmark. LL" 3» bezieben durch jede» Postamt und jede Buchhand, lnnz. ILbrlich 3 Thaler. vierteljäbrig % Tbaler. -eranlmorMcher Redakteur: (Z. Wienbold. Bering.rAW^o«»»Lrlffe^'« vuckbanklung m velr,ig — Druck „ll «Ux-Nker Wird« in Vrivt',.