Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 48 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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1‘ Jüdisches Bokksvlatt. Zur Belehrung und Anlerhattung aus jüdischem Kekses!«. Herausgegebe» von Rabbiner Vr. Ludwig PHUippson in Magdeburg. sNo. 48. 1854.] von Mtitt 3f>K(frifi »rfd-ftrl »M-rntltd' rtn» Stvmawr. -Ksti« tri Jabs «ans« 1 IMr. -„rr.IILbnz N»r. 9)0« ku»dantlungru. und l(mutiVffrrt1firn<n »td«»n koOkUingcn. an» [1, ^ajjrg; 4. (CitiflrtflL] Die jüdischen Sittenlehrer deS Mittelalters. i^oriitbnng ) 2. R. El afar b. Jebuda auS Worniö ist. 1238). (Aus Rokeach.) fürchtigen. Ist Dein LetcnSunlerbalt Dir knapp zu^emes- -keine -kröne überragt Demuth. kein Denkmal, kipen guten Namen, kein Gewinn die Beobachtung der Gesetze, das beste Opfer ist ein zerknirschtes Herz, die höchste Weisheit dir Weisheit des Gesetzes, di, schönste Zierde Scham» Hastigkeit, di« schönste Eigenschaft Unrechtsvcrznven^iebe daS gute Herz, Haffe den Hochmuth, blkwe fern von dem Prahler. Die größte Klugheit ist der Widerstand gegen die Versuchung, die größte Stärke Frömmigkeit. Heil dem. der stetsorgsam seines Schöpfers gedenkt, nach feiner Gnade sehnsüchtig betet, liest, lernt; er trägt die Bürde seines Glaubens, verachtet die Weltgenüffe^ ist bescheidnen Sinnes, beherrscht seine Begierde und bar Gott stets vor Augen. In seinem geraden Wandel spricht er sanft mit Jedermann, erzieht feige Kinder zum Guten, übt Liebe und Recht, sucht Andere auf dm rechten Weg zu-leiten; er ehrt seine-Frau und bleibt ibr treu, verhetrathet seine Kinder, sobald sie in die Jahre der Mannbarkeit treten, ist genügsam und freut sich über Anderer Wohlergehen. Ein solcher liebt Nachbarn und Freunde, leiht dem Dürftigen, giebt Almosen heimlich, thut daS Gute rein um Gottes willen, ihn findet man früh und spät im Bel- und Lehrhaufe, wo er lernt und mit Andacht betet; Heil ihm und Heil seinen Kindern. — Grüble nicht über Deinen Schöpfer, und frage nicht nach dem, was von Anfang gewesen; entfern» Gott nicht au- Deinen Gedgnken, vergiß nicht. waS er Dir gethtn, laß den fremden Götzen, Deine Sinnenlust,, nicht herrschen über Dich. Handele so. daß Du vor Dir nicht zu rrröthen hast, gieb der Begierde nicht Gehör, sündige nicht und sprich. Du wollest nachher Buße thun. Nie gehe rin Schwur über Deine Lippen, nie erhebe Dein Sinn sich in Hoffart, folgt nicht der Augen Lust, verbanne die Hinterlist aus Deinem Herzen, die Frechheit von Blick und Gemüth. Sprich nie leere Worte, streite mit Niemandem, halt« Dich nicht zu Spöttern, hadere nicht mit Bösen, fei nicht eingebildet, sondern hhre auf Zucht. Htlbe nicht Wohlgefallen an Ehrenbezeugungen, strebe nicht nach Auszeichnung, beneide die Frevler nicht, fei nicht neidisch und geldfuchtig. Die Eltern ehre, stifte Frieden unter den Leuten, leite sie zum Guten, und halte Dich zu den Gotte-» | fen, bedenke, daß Du auch für den Alben Deines Mun- > deS zu danken, und daS Leiden als Ptüfung anzuneh» ' men hast. Ist Dir Reichchum verliehen, so erhebe Dich! nicht über den Lrmern Bruder; B^tve seid ihr nackt zur Welt gekommen, und Beiden wird daS hager im Staube bereitet. ' ' An dreizehn Stellen wird im Pediateuch 'geboten, Gott zu lieben; daß Gemütb.-daS die Liebe zu Gott er-! füllt, dimt seinem Schöpftr. auch wenn Gewalt *4. davon abzudringktr sucht. Dann har der Mensch ein brennende- Verlangen, dem Willen GotleS nachzulebeu und die Freude! in Gott macht die weltlichen Genüffe vergessen; der Gott | liebende achtet nicht mehr der Ergötzung» von Frau und Kindern. Nichtbeschäftige ihn. alS der Wunsch, die göttlichen Gebote »u vollziehen, feinen Vanün zu heiligen, und ihm sein Leben al- Opferdarzuunngen. Solche Menschen übedheben sich nicht, treiben »ein leere- Ge, schchätz, begehren nicht.den Anblick von, Frauen, hören schweigend fich schelten —^ denn ihre Gedanken «eilen bei Dem. dem ihr Mlind ^mnen fingt. Der Demüthige hälr^die Ehrenbezeugungen von.fich fern. Spricht man von feinen Fehlern, io danke er Gott, baß ihm in dieser-Beschämung'das Müt> l zu seiner Besserung dargrboten ist; ist er fich aber gtter Eigenschaften bewußt, so betrachte er sie -nu^ als eir unvollkommenegegen da-, «aS von ihm gefordert w irb, und vergebe dem, der schlecht von ihm spricht. Mirder Demuth unverträglich ist die laute, heftige Rede, Lüge, Schwüre, Sport, zügellose Begierde, Rachsucht; ner demüthig ist, rächt fich nicht wegen Beleidigungen, fordern erträgt sie still; trifft ihn ein Unfall, wird ihm seine Habe gn»»«- mrn. verliert er Kinder und nahe Verwandte, so erkennt er mit Ergebung die Gerechtigkeit der Vorsehung an. Wenn er fich einer Schul» gegen seinen Nebenmenfchen bewußt ist, gesteht er sie ihm ein, und, er beschämt den nicht, der eine Unwahrheit über ihn verbreitet Hut. Verlaß. mein Sohn, den Hochmuth, und greife zu der Demuth. laß ab von dem hochfahrenden Ginne und halte algroße an, thüe Buße e die Begierde eingethan,' wird. ret», weun IlaaujÜndtge. aber «acht Dich Dich niedrig, steh kleine Kehler an denke an Deiaen Ursprung --und Deine, und diene Deine« Schöpfer mit Liebe von Dir] ehe Dein Licht auSgeht. und daS Buch Deiner Thaten aufge'schl Die Bilder Deiner Vorstellungen es Deine, Handlungen find. Fliehe will es weder sehen, noch hören; die -V