Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 42 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Volksblatt. Zur .Netessrung und Unterhaltung aus jüdischem Hküiete. Herausgegeben Äon Rabbiner vr. Llldwiq Philipp X tm in Magdeburg. -'il' A fl ~i Bvn fin>r Btittörifr trjtf'rir.l ntart'rmlid mr 1 i/fO. lowHr. 1 t IWr. «iertkljSdr«» 7'/, Alle Wunintr. girld N»?ohr*- r \ . | 1 jÖnrH .int C* “*JJ* 4.<(^««rtaL] ^lach / Die Israeliten von Laghouat. dem Französischen. deS Dr; B. Widal, MikitairarzteS. III Elijahu hatte mich, wie schon gesagt, zum Sonnabend» Gottesdienst eingeladen, jedoch die Neugierde tkieb.uftch» schon am Freitag-Abend hin, und mein Wirrb war nicht wenig über meine Frömmigkeit entzückt. A!S ich sein HauS betrat, wurden eben die Vorbereitungen zum Sabbath beendet. Die ältesten der Fraucn^waren beschäftigt. Iden Hof. wo das Gebet gehalten werden sollte, rein zu fegen, den schwarzen, groben, wenig aufgegangenen Kuchen, her ihnen statt des Broves viein, aus dem Ofen zu ziehen und endlich die le^ke Hand an die Zubereitung der morgenden Speisen zu legen. Die jüngsten waren im vollen Zuge. Toilette zu machen, und eS dauerte nicht lange, so sah ich Rebecca, gefolgt von ihren Töchtern und Schwiegertöchtern, mit Sabbachkleidern angethan, und eine Üede eiy Kind in ihren Armen tragend. Wenn die Kleidung 'der Frauen im Laufe der Woche nicht ganz die wünschen-wrrlhe Reinlichkeit tragt swasich übrigendurch die Art und Weise ihrer anhaltenden Arbeit erklärt), so ist sie am Sonnabend hingegen von einer Frische, die in einem Lanlft; wo das Wasser knapp und die Wäsche beschwerlich ist, um so auffallender ist. Ein weites Beinkleid von weißer Wolle über den Hüften befestigt, ein sehr langer Schleier von derselben Farbe, an der hintern Seite deS Tur'anS befestigt und ven'Rücken entlang fallend, und arabische Pantoffeln von gelber Farbe, varauS besteht die zu der gewöhnlichen Tracht hinzukommende Kleidung am Sabbath. Die jungen Mädchen gehen im bloßen Kopfe, die verhrt» ratheten ^.^en schmücken sich m t einem farbigen Turban, um sich von den arabischen Frauen zu unterscheiden; aber in»/Äegensatze ju den Europäerinnen lassen sie ihr schönewarzes Haar ^über die Schultern fallen und zuiveilen «decken sie es mit einem grünen Puder, der, wi ich ver-, muthe, nichts »idereS ist, almaurischer aromatisiner Tabak. Einige malen sich, entweder au- Eoquetterie oder' augesundheitlicher Borsicht gegen die Sonneüstrählen, die Augenwimper): und Brauen schwarz, an ujt'D geben dadurch ihrem Aiiae eine gewisse Tiefe, die sie keineswegs verunziert. Einfachheit und Anmuth sind der Phqrakter Ser CostümS der Juden der Wüste; Reichthum,!»ber auf kosten de- Geschmackes, zeichnet dader alg^irschep Krauen auS. Diese mit ihren irdenen Gewändern. Ehrest reichlich in». m ^vrd mit Gold überladenen Miedern, ihrer Menge von Kamen und hrer in einer langen Spitze enk-enri-u Mütze erinnern an die sonderbare Tra'ckt der Magier ausi unfern Meisen, wo ijn Gegentheil die Kleidung von den Äraue^i der Wüste unS >on den Töchtern Zions träumen laßt/ und wahrschein ich ist ihnen Kleid rt,- daß ein großer Maler nserrr Zeit von sich bar begeistern lassen, um dis Züge und die lng Heldinnen der Bibel wicderzugeven. Die Männer Haben als ganze Bekleidung nur einen! weißen BurnuS, und svenigc unter' ihnen sind wohlhabend genuä. einen für de» Sabbath bestimmten zu besitzen. Sielbedeßken'sich da- Haupik mit ei^<r rothen oder schwarzen Mütze^ der arabische Äurban, al- Rccenbezeicknung, war ihnen untersagt. UebriuenS unterscheidet sie ihre, in ganz a »derer Weist wie die Araber, ,dk< und schöne Physiognomie hinreichend von den letzteren und laßt beim Ersten Anblicl ihren Ursprung errathlen. _ Äls alle Vorbereitungen beendet waren, zündete Rebecca! umgeben von ihren Tischlern, dtes Lichter in-dem .Hofe lan, zu Ehren der drei Patriarchen, und bal^dgrauf erschien Elijahu mit allen Männern der kstnien^ToMeHide, die dße Gewohnheit hatten, sich auf dem nemen henjrch. baneri Plgtze zum Gottesdienste zu versauunel». '^ÜS daS Gebet gehalten war, zog sich ein Zeder in seine Familie ylrück, um daS Abendessen eßnzunehmen und sich unmittelbar darauf eingehüllt in "rinirii BurnuS auf die Ztrohmatte od^r die dürftige Wvllendecke; die ihnen als ll ette bknen, auSzustrecken. Der Israelit! der Wüste kennt nicht die Genüsse 'deS Freitag-AbendS. Die brennende! Gluth. in der er vegetirt. der Mangel der gastronomischen Genüsse eivilisirttr Länder, die Einrichtung der Häuseir machen, ihm die süßen Familienvereinigungen unmSgltih. in deren Mitte sich frische Frbbsin» b,S europäischen Israeliten entfaltet, der glücklich ist, nach, den Mühs^alen der Woche seinen, glanzend reiflichen, von' der herkömmlichen Lampe erleuchteten Tisch in .seinem kleinen-' wohl dürchbeizten Stübchen , zu'finden. Bei den Juden von Laghouat ist der Freitag-Abend lediglich der Ruhe geweidet, die ihr»» wohl gebührt nach den schweren Arbeiten der Woche, und »ur im Laufe de- Sonnabenderlauben ste sich einige unschuldige Zerstreuungen. 4sm andern Morgen kehrte ich mit meinem Dolmetscherin Elijahu S Hauzurück. Der Greihatte au< Höfiichkeit für »ich, vie mir wirklich schmeichelhaft war. den Gotte--- dienstnicht vor meiner Ankunft beginnen wollen. Er kam. mir entgegen, wünschte mir einen friedliche» Sabbath und