Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 35 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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t ISS er entschlief, und Gott nahm eine von seinen Ki-ben u. s. w. 1 B. Mos. 2, 21. Da erbat sich die Lochirr LeS R. Gamliel, die diesemit angehört, die- Erl lubniß, aus diesen Vorwurf zu antworten. „Ich bitte um einen Richter." sagte.sie zu Jenem..— „WaS ist »«gefallen?" — „Räuber übersielen unS vergangene Nacht, enr^vendeten uns ein silbernes Geschirr, und ließen zurück ein goldenes." — Jener lächelte und rief: „p baß solche Räuber alle Tage zu uns kämen! — „Und war der Diebstahl,'/ fuhr die VerlheiVigerin fort, „nicht vortheilhast für Adam? man nahm ihm eine Ribbe und gab ihm-^afstr eilte Ge» hülfin." -— „Meine Frage," versetzte der Ungläubige, „ist aber diese: warum nahm sie ihm Gott im Schlafe, also auf eine verstohlene Weise) warum nicht vor .seinen Augen?",— Die Vertheidigerin forderte ein Stück rohes Fleisch, man brachte eS ihr, sie brätele es in dessen Ge« genwart Äuf Kohlen, und machte ihm damit eine Aufwartung^Dteser, den der frühere Anhlick deS rohen Fleischenoch cmltziderte, wiedie Aufwartung zurück. „Du stehst also ein." gelehrte ihn dieselbe, „daß Gott wohl weislich die Bildung der Frau dem Adam verbarg, der rohe An» blick würve ihm den Genuß deS schönen Besitzes vergällt haben." Ein Ungläubiger sprach zu Rabban Gamliel, darauf gestützt, daß man ihn nicht Lügen strafen kann: „Ich weiß, waS Euer Gott thut, und wo er sich aufhält." R. Gam» . liel stieß einen Seufzer au- und stöhnte. „Weshalb dieser Seufzer?" —j.,Ja, ich habe einen Sohn jenseits deS MeereS, eS ist mir um ihn sehr bange, und ich wünsche, daß Du mich ihn sehen ließest." — „Weiß ich denw, wo er ist?" antwortete Jener. Befremdend versetzte R. Gamliel: „waS auf Erden vergeht, weißt Du nicht, und Du behauptest, zu wissen, was im Himmel geschieht?" I Ein Ungläubiger sprach zu R. Gamliel: „Es heißt in der Schrift, Psalm 148. Er, Gott, bestimmt die Zahl der Sterne. WaS Wunder, ich kann Such die Zahl der Sterne bestimmt angeben." R. Gamliel bat ihn:! „sage mir doch genau die Zahl Deiner sämmtlichen Z^ahnr." Jener steckte die Hand in den Mund, um sie zu Wählen/ „Ei, ei," rief ihm R. Gamliel zu, „die Dinge in Deinem Munde mußt Du erst zählen, um deren Zahl geuau wissen, und Du willst Einem weiß machen, daß die bestimmte Summe der unzählbaren Dinge im Himmel-» raume Dir bekannt ist?!!! " Baba Barhra 58, 1. Ein Reicher, der nicht wollte für einen solchen gehalten werden, traf auf seinem Krankenlager über sein Vermögen folgende Verfügung: „Einem Sohn vermache ich ein Faß Erde, dem andern ein Faß Knochen, und vem Dritten ein Faß Lumpen." Er te' Söhne Famen zu R. Benaah und baten um Auf« **f den letzten W.llen deS Vaters. DerÄichterfrug: Äcker?" — „Ja." — „Habt Ihr Vieh?" — labt ihr vielerlei Kleidungsstücke?" — ,.3a."— ihr ja im Besitze der euch vermachten ^üter." Dichter, „Und klopfet auf das Grab eure- Vaters)^dass t% aufstehe und erkläre, wem von euch ^r testamentarisch seiin Vermögen bestimmt." Die Söhne-Letzten alle, bis f; einen, dem die Weisung des Richternicht gefiel, shre ße in Bewegung, und eilten nach dem bezeichneten Orte, alt! halt!" rief R. Benaah den Eilfertigen zu. „höret oieinen UrtheilSspruch. Ich erkläre den zurückgebliebenen Sohn für dem besten unter euch, und für den Erben des ganzen Vermögens eure- Vater»." I Joseph Rawtrz. ter fetzte in seinem letzten Willen fest, daß fern «ölltr».,einem seiner Söhne, nämlich deta Be- Rach seinem Tode erschienen die Söhne vor' aah, daß 'er entscheide. „Gehet hin sprach der I i - Anfragen und Antworten.; 31. Jacob Wilh / im in Margstta (Ungarn). Jüngst war ich einer Einladung meines Freundezur Feier seiner Vermahlung in Sz. Somlyü nachgekommea. Der Bräutigam sowohl als auch der Vorstand stellten ihr tz^fuch an den Rabbi: den Trauact in der Synagoge ftiern zu dürfen* —. und führten andere Gemeinden' in Ungarn qn, wo.dioS schon längst ein Ritualgeseh gewor« d n ist. Der Rabbt hingegen wollte durchaus dhe E^pulc tion nicht gestatten, und dies erregt^' bei der Gemeinde d e tiefste^ndlgnation. — ■ [ ‘ Ich glaube daher, geebrtester Herr Redacteur, es wäre n cht ganz am Unrechten Platze in ihrem geschätzten „Volksblatte" die Anfrage machen zu dürfen: pb denn bet Ihnen in Deutschland der Trauact nicht! in der Synagoge gehalten wird? i st)ie Antwort ist sehr leicht, da allertingS in kleinen, mittleren, großen, größeren und größten Gnremdeit Deutfchlcnds— wohl den ineisten — die Trauung »n in der Syna!ivgt vor der.heil-..Lade geschehen. 32. I. in St. In Ihrem geschätzten . jüdische» Dolksb^ätt" Ro. 24. empfehlen Sie einem Frä jsteller B. in D. folgende Werke: „Emunot we-Dvot — da- Buch Kufari -r Moreh Nebuchim — Sepher Jkkarim — DobothHa- LWaboth und Bechinot. O)am." Nun wünschte auch ich d^ese sämmtlichen Schriften zu besitzen, möchte Sie aber vorher höflich gebeten haben, mir durch da- „jüdische VolkSblatt" zu sagen^ waS der Inhalt , neS jeden dieser Bücher ist. i Die gedachten, in den, mit Uebersetzungen versehenen AaiSgabrn. empfohlenen Werke sind fämmtlich religionSpoilofophischen Inhalts. Will der An rikßrsteller noch lftäbereS wissen, so lese er gefälligst die Rühe „jüdische religionS-philosophischer Äriejc." welche in No. 18. der „Allg. Zeitung deS JudenthumS" legonnen haben.! Anekdoten und "Einfälle. Einer, der gern den GeschästSvollen, Den Ueberbauft ten spielte, erschien in einem geselligen Zirkel, unh vermuthend, daß 'ftin Erscheinen Befremden ^rregey würde, fqgt« er zu dem Mann, des HuuseS: „Ick war heute den ganzen Tag sehr zerstreu», Md bin gegenwärtig noch furchtbar zerstreut, daß man eS mir nicht übel deu« re» wird, wenn ich mich ein Bischen hier zerstreuen will." —.„Bleiben Sie hier, ich bitteerwiderte ibm der freundlich« Wirth, „u»v Sie werde» sich recht angeaehld zerstreuen, wenn Sie nur nicht zerstreut fein werden, und ..." — „Denken Sie nicht so waS von mir,", siel