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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 35 (1854) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
35 (1854)
Date
1854-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Refehruilg und Äntertzastuftg aus jüdischem Heblet^ H«ra»»geßebe» vo» > ._ Rabbiner Dr. Ludwig Phittppsou^m Magdeburg. - ,| sRo. 35. 1854.1 8»» dieser gtiischrist erkL»i»t «ine Nummer. Drei gang« 1 rvlr. 8,err,!tL>,rig Ngr. «Ue 8uN>daii»iun,t« und Zeimng«srres!>>»nen nenmen Beüellnngen a». sl.Zuhrz. 3 QTtaartoi.J Diwan — Gcheduoth. (Aut de» »ächstrui ^scheinende»: ..Alte uud »eue Sigvspriche und (Hletchatßreden.") Eon Simon j5ja»tä in Die». («. Oie. i». i3. t. **t.) j BlülheKsDid Jtinbrr, die kennen den Sauerteig noch nicht, der Schaum und Gähruog bringt, und den 4&c« schmack verstuert. Aber ft,bl ,6 kommt ander». Der Frühling ist vorüber, der Sommer ist da. Glutlfund Drang und Ungestüm bezeichnen seine Fährte. Erste Reife, halb» gezeitigt; der Blume Liebreiz ging verloren, der Früchte labender Saft ist noch nicht da. Der Sommer ist der Jüngling. sagt man. De» Linde» holder Traun. der ist zerstoben, und da» Leben hat noch nicht Platz gegriffen. Triebe, die da» Lind noch gar nicht kennt. un> der Mann schon überwunden Hot, Stürme, die da» Lind kaum ahm, und der Mann schon nimmer fürchtet, durchwühlen eine» Jüngling» Brust. Seine Leiden. seine Freuden von der Sonnengluth emporgetriebea, fliehen die Beschränkung; seine Wünsch,, seine Pläne kennen weder Maß noch Ziel, und nirgendfindet es Be. friedigung, nirgend» wird ihm wohl. — j _| Doch auch der Sommer hat seine guten Seiten. Der Herbst, der ist ein abgetakelt Schiff, in den Hafen längst schon eingelaufen, doch entmastel und gelöscht; reiche Waa ren liegen in der Rhede, aber die lustigen Segel stehst Du nimmer flattern. Der Sommer ist die bewimpelte Klorte, die flaggende Barke, die in llprllengetöse hchau». treib» in die See, voll der Hoffnung »nd Erwartung. — Sleure immer weiter,' müthiger Segler! 3m Streben liegt de» Streben» Preis. — b. Am ^Seffach. da ^ogen st, binau», die Gottesschaaren, au» dem Sclaveujoch zur Freiheit; am Schrbuoth, am Feste der ersten Reife, da war die Saat de» Lichte» aufgegangen in der frohen Botschaft, in der heiligen Versündigung, wie sich die Aehren füllen zu de» Sommer» Zeü. Zwifchm dem einen und dem andern Feste nahm Israel- Geschick eine Wendung, wie zwischen Lenz und Sommer nimmt.da» Jahr, wie zwischen Leimen und Reifen nimmt die Pflanze^ wie zwischen Lind und Jüngling nimmt der Mensch. „Ihr aber sollt zählen vom Morgen de» erstien, bi» „zum Morgen Le» zweiten Feste» die Tage, tzou der „Zeit, da chr die Erstlingsfrüchke bringet in dal Solle», „hau», bi« ihr die neue Spende hintraget vor deü Herr»." Zuerst als» lernet von dem Frühling bi» zur ersten Reife die Tage zLhsen und meffen, und die Stunden wie» gen und ordnen, auf daß Ihr Euch nie verrechnet, und fein karget mit der Zeit; zähle die Tage, daß Du Dich jjie vhFrechnest, daß Du nicht meinest, die Zeit der Reife ^ei schon da. weckn noch die laeren Sangen rausche«, und daß— Du nicht mit Blüthen tändelst, wenn schon de» Sommer- Schwüle drückt. Al» Mose» dem Volke kundgegeben, daß der Herr in seiner Majestät fich offenbaren wolle, da scholl e», wie da» einem Mund«: Wir wollen Alle» thun, wir wollen Al. U» hören Da» ist der Eifer, wie er Jünglingen leigen ist. die gleich zum Handeln sind, bereit, 'erst vom Tbun und dann vom Hören sprechen. Doch gar bald riefen ste zu Mosen: Rede Du mit un». .wir fürchte» Gotte» Donnerwort auch nur zu hören. So täuscht der Jüngling sich oft in seiner Lraft; die er so »ern überschätzt, i .Al» Israel, erzählt die Sage, da^ Gotteswovi empfangen sollte, da dörren sie e?ne Stimme her vom Süden Dröhnen, und sie eilten hin, woher >die Stimme kam. . Doch bald vernahm^man'» au» dem Norden schalle», und iil«zid» liefen ste gen Norden hin. Da rauscht e» wie. verbau» de« Osten fftt, «nd st, drängtet fich zur Morgenfette bin. Doch e» tönte von de« Westen her. «rd als ste abendwärts den Schritt gelenkt, da kam vom Htm» Mel nieder eine Stimme; und^alle Aujen blickten auf zur Sonne. Horch! da drang'» hervor am der Erden Tiefe, und erdenwärr» senkte sich da» Obr Stimme wandern glaubten, und nicht re» Wort die ganze Welt erfüll«^—da fragten ste: „Wo „ist die Stätte, wo die Wei-heit weilrj und wodie„Hei» „math der Erkenmnlß?" Die Liefe spricht: „Sie woh«, „net nicht bei mir, da» Meer, e» sagt: Du findest ste „nicht hier." I ‘ ' So ist'» dim Jünglinge, wenn er > feine Ideale sucht, und Gotte» Offenbarung sich seinem Sinn erschließen soll. Da ziehet e» ihn bald zum Himmel, bald zur Erd« hin. hi» er lernt da» Göttliche überall erkennen. c- -i Wie der Jüaglmg zwischen dem geseiften Manne und dem träumenden Lnabea stehet, ist er ein Sinnbild de» Measchen im Allgemeinen, 'S« die Httte hält zwischen' dem hehren lichten Engel und dem unherp^nstigeu Thiers Li» Rose hinaufstieg in die Himmel shöhM», ,m da» Lleinod der göttlichen Verkündigung zu rmpfahen, ba sammelte sich de, Engel Schaar um de» Welteuthron. »»» sprach: Was will der Erdeasohn hier in den Himmels» Al» sie so die vußten, daß Gor.

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