Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 33 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 4)
- Language
- German
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132 rück, gestellt wurde. Dielevon dem Geraubten wurde auf Antrieb der Geistlichen in der Beichte den Juden zu« rHItzebracht. Später wurden die israelitisches Gemeinden durch eine Ordonnanz defranzösische» General- Retz aufgefordert, ibre durch die Plünderung erlittenen Verluste anzugeben. — Am Leben wurde keinem Israeliten zu nahe getreten an diesem Tage de- Aufruhr-. Auch der Parneß Ma- 'rem wurde in Brugg nickt lange in Verwahrung gehalten; sondern nach einer sehr humanen Behandlung TagS damuf zu den Seinigen entlassen. Während der folgenden Tage und später wurden die Juden in Ruhe, gelassen und. auch in den so unruhigen dreißiger Wirren, so wie während de- Freiamterkrieges, de- Freisckaarenzuge- und de- Sonderbuod-kriegewurde ihnen nicht dageringste Leid zugefügt. ' Ober-Undingen. Markus Götsch Dr.^ifus, Lehrer. ' , ' > i ’* » .1 Anfragen und Antworten.! 27. A.. Elsäßer in Jebenhausen. .Ist eS rathsam, Pentateuch-, Psalmen- und Bibelau-gaben von christlichen Bibelanstalten, die für israelitische Schulen zu ermäßigten Preisen und für arme Schüler gratis abgegeben werden, für Israeliten zu gebrauchen? Haben Sie an de« Urtrrt schon Varianten in diesen Au-gaben!;u Gunsten christlich - messianischer Eregese wahrgrnomo^en?. und welche? — Mir sind keine bekannt;, doch Hab», Ändere von Verdacht, daß solche'eingeschmuggelt seien»! was ja aber eine wissemllche Fälschung Y<# heiligen Urtirte^ wäre uhd vom orthodor - christlichen Srvnvpuntte sich! nicht erwarten läßk^--— Eventuell können Sie unS eine wohlftile correere Pentateuch- und Bibelausgabe empfehlen? . Die Bibelgesellschaften haben Ausgaben deS hebräischen Wertes und solche mit gegenüberstehender LÜtbetischer Ueberfetzung. -Veränderungen am Terte sind auch uns we, der bekannt, noch irgind voraussetzlich. Daher können die Uoßen TertauSgaben ohne Skrupeln gebraucht werden. Dahingegen die Au-gaben mit gegenüberstehender Luthe- «scher llebersetzung für Juden durchaus zu verwerfen find, mgibt auch eine mit den alten lateinischen Jnhan-angaben im Rande; letztere sind freilich ganz im kirchlich-^rthodoren Sinne ahgesaßr; aber da sie dem gewöhnlichen Manne i mversiändlich sind', und wer sie versteht, sie auch zu beuri heilen vermag, so ist diese Ausgabe unschädlich. Die cor- : ecreste und dabei woblfeilste Au-gabe des hebr^ Terteist «vier noch die Tauchnitz'fche Au-gabe der ganzen Biel in Leipzig, gebunden zu 1 Thlr. Sonst gwt eauch ine von.Juden besorgte zu CarlSruh e^deror^Prei-unS licht gleich gegenwärtig; eine Prager zu^ 3 Kl. E.-M.. ine Prager Miniatur-Ausgabe deS Pentateuchs in 5 kheile gebunden,;n 2 Kl. C.-M.» ebenso Wieafr, Hanloveraner. Sdas die Ueberfetzung allein.zstm Bibel- . esen bettifft, ^fd empfehlen wir unsere „Fünf BB. MoseS ür Schule und HauS" mit Anmerkungen, geh; 10 Ngr., und für.die ganze Bibel die Zunz'fche ä 1 Thlr. 28. Derselbe. Sie. haben mir jüngst sehr treffende AntwortenüberTischrücken undRlopfgeistergegeben (No.26.); ooch wird cS erlaubt sein, eine Haselruthe als Rlopsgeift gegen widerspenstige Sabbathschüler anzuwenden und daS Verbot des NLP772 wird nicht hinderlich sein? Mein Lieber! Das alte Sprüchworr sagt: am Sabbath haben die Reschoim im Geinom Ruhe — und so empfehle ich Ihnen, lassen Sie Lehrer, Schüler und Haselrurhe am Sabbath in-Rubel' Unterbaltungö - Pillen. Don I. R. in P. Ein Restaurateur bat einen neuen Gast um öfter» Zuspruch. „Zu Ihnen werde ich schon kommen," ' erwiederte derselbe; ein Restaurateur bat den gerechtesten Anspruch auf Runden." — „Warum gerade ein Restaurateur?" -— „Sehen Sie, mein Herr, Sie vergelten Gleiches mir Gleichem, wer Sie in Nahrung fetzt, den setzen Sie gleichzeitig auch in Nahrung. Man drang in einen Witzling um eine Entschuldigung, warum er so spät aufstehe. „Ick habe den Kehler." sagte er, „dass ich im Schlafe nicht weiß, wie viel die Uhr ist." Wäbrend einer sehr langweiligen Predigt über die zehn .Gebote rief einer der Zuhörer mehrere Mal: „ach, wie gut, wie gut!" — „Meinen Sie dieseungereimte Zeug,, dieses Gewäsche?" frugen ihn einige seiner Bekannten.' „Nein, ick meine, meine Lieben, wie gut e-ist, daß eS kein eilfteS Gebot giebt. dieses würde gewiß jede Langweil während der Predigt verboten habe», und dann stünde eS um unfer-^heutigrS Benehmen sehr schlecht." Ei» Gelehrter schrieb einen Commentar zu den Sprüchen 'der Väter ri72X ■’pic, und überreichte ihn einem Rabbiner zur Beunheilung. Dieser laS darin und fand den Inhalt mir der Anpreisung deS Herausgebers nicht übereinstimmend. Pei seinem zweiten Besuch wurde der Herau-geber gefragt, warum er kein Motto auf da- Titelblatt gestellt? ..Ich fand kein paffende-/? war die Antwort. „Ei," sagte der Rabbiner' befremdend, „Sie hätten ja lerchl aüden Sprüchen selbst ein passende- Motto finden können." — „Was für eine-? wenn ich bitten darf." — „Nun: Ein Zaun für die Weisheit ist das Schweigen." 3, 13. Allgemein« Zeitvug de- JudenthuwS. No. 48. Zur jüdisch«orientalischen Krage. — Jüdisch - tt1igton»»HUos»- pbiscke Briefe. I. — Zeitungsnachrichten: vom Rb'eiv, vom Mai», Berlin. Schrimm, Freche», Warmbruan/Marienwerder, Wie». Mähren, Oberitalieu. Mainz. Jerusalem, Petersburg, polnische Sreme. — Die Niuevehmouumeute. — Literarische Rnchrichte» aus Magdeburg. — Anzeige». Jtä' 3» beziehen dnrch jede« Postamt and jede Buchhandluug. Jährlich 3 Thaler. vierteljährig */« Tbaler. Berank» chtttcher Sledartrar: G. Wienhold. B,rl44 »cm Pat+JnManj i, ürtp^ig. — jDraä »oa 9l*jant«r Siede <o Sei»»ich.