Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 30 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Zöglinge des jüdischen HsndwerkerveremS tn Wien am PeffachaLend. J- An Wien besteht «in Verein edler Männer zur Her« anbtldung jüdischer Jünglinge zu Handwerkern. Diese lernen auf Kosten de- Verein-, werben zum Wandern und bei der Niederlassung als Meister unterstützt. Der Stand dieser Händwerkslehrlinge zu Ende 1853 war 114. Der; Verein {orgt aber auch für die geistige Nahrung der Zöglinge, durch Unterricht, und für die religiöse Wertung, indem er ihnen Sonntag- Nachmittag einen religiösen Dortrag mit einigen Gebeten verbunden halten läßt, und — am ersten Peffachabenve ihnen einen prächtigen Sedeis glebt. Nach einer Ansprache trägt Herr Leopold Breuer, Reltgion-lehrer, den Seder vor. der ein sehr wohlbestrv« tes Mob! einfchließt. Man kann sich denken, in welche. Herzensfröhlichkeit zuletzt die Andacht übergeht— wie sie dienamentlich am Peffach soll — und wie Sche^ und Sang unter so vielen munteren Zungenaufblühen. Zu diesem Peffach erhielten die Zöglinge de- Vereinzu den gewöhnlichen Geschenken upch ein ganz besondere-. >^Hrrr Ludwig August Krankl, dessen Muse schon so viele Lorbeeren gepflückt hat. Ehren- und ehemalige- Vorstandsmitglied de- Verein-, hatte denselben drei Liede» gedichtet, welche, von Sulzer und G. Barth componirt, zierlich gedruckt den Lehrlingen übergeben und von ihnen kräftig und zu großer Freude gesungen wurde«. Daerste Iß ein „Tischlied," dem heiligen Festabend gewtdpiet, das zweite ein „Wanderlied." und dadritte ein „Rundgefmg," welcher letztere zu lieben-würdig in Form und Ein, fällen ist, aldaß wir ihn nicht hier ganz und gar mtt» chetlen sollten. Möge er die geehrten Leser so erfreuen, wie er die jugendlichen Sänger zu au-gelaffenem Zautbzen begeisterte' Rundgesang. «Altßesete. Wir Ritter von^er Hände Fleiß, Wir fitzen fr-hlich hier im Kreis, Und rühmen darf fich Mann um Mann. Was er im Lebenschaffen kann. CH«. Und rühmen darf fich Mann um Mann, Was er im Leben schaffen kann. Kchmied. Die Esse sprüht, der Funke springt, >. - Der Hammer auf dem Ambos klingt. Ich schmiede, so lang das Eisen glstht , Und bin deeignen Schicksal- Schmied.! Char. - ' Er schmiedet, so lang da- Eisen glüht - Und ist deeignen Schicksals Schmied.!- , Zimvrman«. < t Ich beuge stark des Waldes Stolz, Ich zimmre schwank der Maste Holz; Doch bau' ich auch die Hütte fest. Wo fromm der Mensch stch niederläßt. Chor. Doch baut er auch die Hüfte fest, Wo fromm der Mensch fich niederläßt. i J Maurer. Wer »einem Grunde sticht vertraut, Der hat auf lockern Sand gebaut. > Nicht luftig in die Höbe was, I Ehrt mir das Blei und Winkelmaß. «har. , Nicht luftig in die Höhe was. Ehrt ihm das Blei und Winkelmaß.' , -»ttcher. Ich bau' aus Hölzerlt »en Palast. In den der Wein mir zieh^ als Gast, Der liebt gar lnst'g'en Zeitvertreib. Gesellt fich gern Gesang und Weib. , Chor. Der Wein lieb« lust'gen Zeitvertreib, Gesellt fich gern Gesang und Weib. "T » Kruunmeister. Ich setze meine Pumpen au, Espringt der frische Quell hinan, Er glänzt so klar, er kühlt so frisch, Ich lobe Wasser auf dem Tisch. " Chor, i Ha, Ha? Lacht aus den Narren frisch. Er lobt fich Wasser auf dem Tlsch. -4 sipfer. Wer wünscht fich einen-Glücksropf nicht? Topfgucken ist der. Weiber Psticht. Ließ ich die Hände müßig ruhO Wie gäb' es da im Topf em Huhn? Stz-r. | Ließ er die Hände müßig rühn, I Wir gäb' es da im Topf eia Huhn? MüLm. Das Klappern ist vom Handwerk auch, Doch mahl' ich euch nach altem Brapch, Dom Men Korn gesunde- Brod, Und Arbeituutth verbannt die Roch. __ CH«. Don gutem Kory gesundes Brod, Und Arbeitmuch verbannt die Roth. Kchuster. Ich Hab« Pech; der Mensch zertritt, Was ich geschaffen, ehrt er nit, Und wär Hans Sachnicht mein Gesell, Ich gäb' das Schustern auf zur Stell. Ch«. Hat Pech, hat Pech, der Mensch zertritt. Und ehn ihm feine Schöpfung ntt, * Goldschmied. | , Ich schmiede goldne Ringlet» blaick, Oft Menschmündern nicht z»?7V«ck; Goldringelein wird unverhofft Ein Ring zp einer Kette oft. CH«. Goldrwgelein wird unverhofft Ein Ring zu einer Kette oft. i.-. \ i