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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 30 (1854) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
30 (1854)
Date
1854-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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4. Jüdisches Volksblatt. 3«r •Befefjrung und Anterhüttung auf jüdischem Dekrete. * Heräusgegeb«» »»> Rabbiner llr. Ludwig Philippson in Magdeburg. , lRo. SO. 1834 ] Bon Birkr ZtiUchrifi trftbrtnt *64rnlid> «itirf A,»«rr. #r«tf tri 3*bi» >«»-< I tblr. BikNtljldr j *'/» -N«r. (flt PufMunblan^m. P«ßt»ur ■M 3dn«|*rrrt*incnm »ed»un PrftrOwifir« -». jl.Znhrz. 3.ffiiart«LJ Dei vorsichtig. Die Gönne schein,! so golden. Der Himmel wölbt sich so blau. Kein Wölkchen schwimmt da droben. Es muß also in den höheren Luftschichten sehr rubig sein. Und doch weht ein trockner kalter Winv dicht über die Erde, und läßt uns nicht froh und nicht warm werden. Das GraS bricht immer nur noch einzeln durch, daß die Rasendecke ohne den vollen frischen Glanz bleibt, ja stellen, weife, wo der Wind hinstreicht; fast verdorrt scheint. Wie also der heurige Frühling, wenigsten» Ibis jetzt — so stellt sich un» da» Zudenchmn in dieser Zeit dar. Die Gönne scheinet golden. denn die Lehre de» Juden- . th»«s erglänzt in ihrer ursprünglichsten Schöne, und wirst ihre Strahlen über ihre Bekenner «nd weiter hin. Der i Himmel nchlbt sich bla» und keine Wolke dunkelt an ihm > — do^tst »er Himmel der Menschenliebe urtd de» Menschenrrcht», welcher fleckenlo» ist von düst,rn Verfolgung. ■_ '>««" tiefgehenden Gewölke schweren Dru^eS, und der 'herrlich blau gegen die früheren Jahrhunderte sich auch über Israel wölbet. Und dennoch fühlen wir einen rrocknen kalten Wind dicht u«, durch, über un» streichen, der den Boden auSdörrt und keinen frischen Psianzenwttzh», kein« süße Baumblbthe auskomm,n läßt — — wer v»n un» wüßte nicht, wa» dieser bedeut«? Dieser eisige Luftström der Unduldsamkeit, der überall stch fühlbar macht, der Windzug der Gehässigkeit wider un» — weit entfernt» vom Nordsturm, der die Bäume entwurzelt, und doch lebentsdteno, lebenersticken»? .... Darum. Jude, laß die vorsichtige Winterkleidung noch nicht ganz von Dir! Solche dichte, schützende Winterkleidung haben Dir Deine Weisen and Väter gearbeitet und in Deiner Jugend übergeben. Nun, denkst. Du, jetzt ist der ftischsproffend, Lenz gekommen, jetzt gilt da» Leben und der Geist-und stehe, darüber erstarren in Dir auch die zarten Sprossen, die Knospen und Blüthenbüllen der Gottesfurcht, der Heiligung und Keuschheit, und wo der Wind so recht darüber streicht und der Nachtfrost i hinfällt — da tritt statt de» Wimmernden und schützenden Schnee'» der nackte, dürre.Boden der Rellglonslofigkeit zu Tage? Set gewarnt, behalt, vorsichtig noch die Winterkleidung an. mindesten» die stärkst«», brdeckeadsten Gewänder — r» ist noch keine Zeit für da» bloße „Leben und den Geist!" Du möchtest erkalten, erstarren, absterben .... Die menschliche Seele nach de« Talmud. Bor einigen Jahren (1850) erschien tri» sehr bemerkm-werthe» Buch von dem rühmlichbekannten Dr. Gid eo» Brecher, israel. Spitalarzt zu Broßnitz, demselben Gelehrten, welcher den Eusri mit eine«» neue« hebräische« werthvollen Eommentar herausgegeben, unter de» Titel: .Da» Transcendentale, Magie und magische Heilarien im Talmud." Wir »heilen hier unfern Leser» den „dritten Abschnitt" mit,, indem wir nur die viele« Fremdwörter, welche d,r Verfasser liebt, in gute deutsche Ausdrücke verwandeln. und die zu große Fülle von Bemerku»gen etwa» beschneiden. Die Seele de» Menschen, durch welch« der Mensch i stch hoch'über die Angel zu erheben vermag'), bringt da» Leben in den Keim im Mutterschooße*), und steigt von einem heiligen Orte herqb, stch in den menschliche» Körper zu kleide« und ihre irdisch« Wallfahrt z« vollbringe«. Und dahin kehrt ste .nach gelöster Ausgabe wieder zurück. Im siebenten Himmel (Arabot), heißt es i» Talmud'), weilen die Seelen der Frommen. Daselbst befindet» stch auch die Geister und Seelen derer, d«e noch gehöre« werden sollen. Die Rabbiner» lehrten: Drei habe« Thekl am ^verdenken Menschen, Gott, der Datei u«d die Mutter. Dom Vater stammt alle» Farblose im Menschen, Knochen, Adern, Nägel, Gehirn, da» Weiße hu Auge u. s. w. Von der Mutter alle» Farbige, Haut, Fleisch, Blut, Haare, das Dunkle im Auge. Gott giebt ihm tat, Geist, die Seele, den AuSvruck de» Antlitze», Sehkraft, Gehör, Sprache, Bewegung*). Al» Bürgerin einer höhern Welt war die Seele vor der Geburt ein reine», makellose-, wissende» und höchststttliche» Wesen, welche» bei de« Eintritt in diese Welt zu« Unbewußten kommt und nur durch kräftige Anstrenguiigen zu einem Maße seine» früher» Wissen» u»b sittlichen Werthr» gelgngt. Der Talmud stellt die» m seh» finniger Allegorie dar. Rabbi Simlai trug Folgende» vors Da» Kind im Mutterschooße gleicht einer zusammengelegten Schreibtafel. Beide Arme liegen an den Khrperseii ten; die Ellbogen an de« Knieen, der Kopf zwischen de» Schenkeln; es ißt von dem, was die Mntter ißt, »nd trink von dem, was die Mutter trinkt, scheidet aber nichtaut >) Ganhedr. S3. 4. ') Das. »4. *. . 1 j •) llba-tg. 4*. 4. •) Kl»». 3t. 4. Kiddisch. 3».L.

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