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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 28 (1854) · p. Seite 111

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
28 (1854)
Date
1854-01-01
Page
Seite 111 (sequence 3)
Language
German
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Nachdem nun Mohamed sich mit feinem Volke vor dieser Stadt gestellt, so machte er Anstalten, die Schlösser und Festungen derselben zu belagern; denn die Eroberung derselben war schlechterdings n-thig, wenn er andervon der Stadt selbst Meister sein -wollte. Die Juden von Chaibar, die von seinem Anmarsch nicht die geringste Nachricht erhalten hatten, geriethen in eine heftige Bestürzung, als sie hörten, daß Mohamed mit seinen Truppen schonbi- Mansela vorgerückt, welcheeine steinige Gegend nicht allzuweit von Khaibar war. Denn bidahin harten sie von seinen Bewegungen nicht da- Geringste erfahren. DaS. erste feste Schloß; da- Mohamed angriff, hießNaem, welcheer mit dem Schwert in der Faust eroberte, ohne daß ihm sonderlicher Widerstand geschehen wäre. Dieser erste glückliche Erfolg ermunterte den Propheten, diejenige Eitadelle von Chaibar, die Al Kamuhieß, förmlich zu belagern, welche Festung wegen ihrer Lage, indem sie auf einem Felgebaut war, ganz unzugänglich zu sein schien. Die dann liegende jüdische Besatzung wurde von dem Krnana Ebn Al Rabi comwandirt, der der reichste und mächtigste Mann unter der ganzen Nation war, und der dgher durch den Titel eine- König» der Juden von' andern imterschieden wurde. Da nun der größte Theil von den Schätzen und Kostbarkeiten de» Volk» zu Chaibar in diese Festung war gebucht worden, so hatte Kmana dieselbe durch Anlegung^ieuer Werke in einen solchen Stand setzen lassen, daß sie ganz unüberwindlich zu sein schien. Nicht» desto weniger eröffnere Mohamed die Laufgraben vor derselben; und nachdem er die Mauern einige Tage mit .seinen Mauerbrechern und andern Krteg-maschi» nen bestürmt hatte, so machte er eine Oessnung in derselben, daß er gegen den Ort verschiedene Stürme thun konnte, wobei er aber von den Belagerten allezeit m»thig zurück geschlagen wurde. Und ob er sich durch wiederholte Angriff« der Eiradelle versichern wollte, so lief e» roch allemal unglücklich' ab. Da nun der Prophet öfter» in Lebensgefahr gerieth, da er seine Person gar zu sehr bloßstellte, wenn er seine Leute zur Tapferkeit anfrischte, er auch wegen de» tapfern Verhalten» der Belagerten nicht wissen konnte, wie lange die Belagerung dieser Festung noch währen mochte, so entschloß er sich, feinen Truppen einige Ruhe zu gönnen, und setzte die Angriffe auf «inen oder ein paar Tage au». I Binnen' dieser Zeit suchte Abu Decr Wh hervorzurhun, und drang durch die gemacht^ Oessnung, und e» tilgten ihm viele seiner tapfer» Kameraden; aber sie wurden mit Verlust zurückgeschlagen. Omar versuchte gleich, fall» einen Sturm gegen die Festung Al Kamu». aber ohne Wirkung, inhem er sich' gleichfalls zurückziehen mußte. Ten nächstfolgend»« Morgen aber machte sich Ali, der bisher eine« Schaden an seinen Auge» gehabt, da»»« er aber, dem-Borgeben nach, durch den darauf applicrrten Speichel de- Propheten befreiet worden, an der Spitze einer au-erlesenen Mannschaft auf, einen abermaligen Airgriff zu thun; und nachdem er den Marhah, eine« Kiese» von ungeheurer Größe rznd streitbarsten Helden von Chaibar, in einem Zweikampf erlegt, bemächtigte er sich der Festung, ungeachtet die Belagerten den tapfersten Widerstand «hären. Einige von den muselmännischen Scribeatp» geben vor, daß Ali in der Hitze de- Angriff-, und »achdem er den Feind von der Breche weggelrieben, einvon den Thoren der Festung auseinnr Hespe» au-gehoben und sich dessen aleine- Schildebedient, nachdem chm da» feinige von einem Juden, der ans ihn gestoßen, au» der Hand gerissen worden, ungeachtet e-Hso schwer gewesen, daß acht starke Männer solchenicht von der Erde aufheben konnten. Unter den bei dieser Gelegenheit gefangen genommenen Personen weiblichen Geschlechthat Abnlfeda die schöne Safiya Binr Hoyai Ebn Akhtab namhaft gemacht. die der Prophet zum Weibe nah«, nachdem er ihr zuvor statt der Morgengabe die Freiheit geschenkt. Dom Al Beidawi werden wir benachrichtigt, daß .diese einst zu ihrem Mann gekommen und geklagt, daß die Weiber zu ihr sprächen: „O die Jüdin, Tochter eine» Juden und einer Jüdin." Hierauf gab er ihr zur Antwort: „Kannst Du nicht sagen: Aaron ist-meia Vater, Mose» mein Oheim und Mohamed mein Mann." — Ein Th.il der Schatze, die in dieser Festung in Sicherheit gebracht worden, fiel dem Mohamed in die Hände, vbwvl Kenaua, ehe er den Orr, wo die übrigen lagen, entdeckte, lieber die grausamste Maner und zuletzt den Tod selbst mit einer-bewundernswürdigen Stanvhäftigkeit erlitt^ AI» diese» geschehen,^ ließ der Prophet da» Castell de» Al Asab Ebn Moad, welche» Nataa hieß, erst einschliesten, und sodann förmlich belagern. Da indeß die Juden von Chaibar 400 Palmbäume umgehauen, und da» platte Land auf vier Meilen um die Festung herum verwüstet halten, so mußten die* Muselmänner einen großen Mangel an Leben-mittel« au-stahesi. Endlich aber überwanden sie alle Schwierigkeiten und eroberten den Platz, iy welchem sie Korn. Datteln. Oel. Honig, Fleisch u. s. ». ,ia großem Neberfluß anrrafen; ingletchen eine unzählige Menge Schafe, Ochsen, Esel, Kriegsmaschinen und Waffen von ‘ allerlei Arten. Dazu fügt Al Wakevi eine große KamelShaut, die mit Kragen, Halsbändern, Armspangen, Ohrringen, Schnallen u. s. w. alle» von Gold, und überdies mit Smaragden und goldenen Siegeln angefüllt Aewesen. K«rz, wenn wir de- Abulfeda Berichte folgen, so war diese- Castell Al Asab Ebn Moad mit Getreide und andern Leben-mitteln^ die in-gesammt dem Mohamed in die Hände sielen, so sehr angesüllt, alirgend einin v^m Gebier von Chaibar gewesen. . Gerade in der FSste Al KamuS erhielt Mohamed von einem jüdischen Mädchen, Zeinab, der Schwesterde» tapfern Marhab. vergiftete» Fletsch vorzesetzt, an Hesse« Folgen er nach drei Jahren gestorben sein soll. Alei entdeckt worden, und der Prophet da- Mädchen befragte, warum sie die» gethank antworte» fie: „Ich meinte, wärest Du wirklich ein Prophet, würdest Du da- Gift sofort eatdeckrn, wo aber nicht, würden wir von Deiner Tyrannei befreit sei«." ~ Nachdem nun die vorerwähnten Castelle erobert wäre», so bemächtigte sich Mohamed mit leichter Mühe aller «übrige». Die vornehmsten darunter hießen Kalaat Al ^Zobeir. Hesn Obba, Hesn Al Bara, Al Datih und Al Salale«. Da die jn diesen beiden letzten befindliche« Besatzungen sich nicht tm Stande sahen, die Plätze lange zu vertheioigen, und so von einem unvermeidlichen Verderben bedroht wurden, ergaben , fie sich, nach der ersten Aufforderung Mohamed-, auf Gnade und wrgnade» Und da auf die Weise die Stadt Chaibar ihr» »ornrhmsten Stütze» verloren, so konnte sie keine lange Ächagerung av-halte».

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