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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 28 (1854) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
28 (1854)
Date
1854-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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4 Belehrung uni) Anlerhaltung aus jüdischem HeKtete. Heräusgegebe» vöu Rabbiner Dr. Ludwig PHUippfou in Magdeburg. re*» 1 ®sn »lff«r 3»Uf*tift »in» Wuwmrt. U»i« ,» Iadir -\ a « n 1 iRo. 28. 1854.] < ^Ä’üS'.Ä'ÄCT!?• 3.(CadrtaL] Riffan — Peffach. (Aus de» nächstens erscheinenden: „Alle u«d neue Tiuvsprüchr und Gleichnißredra.") Lo» Slmoa Szäntü U Die». <«. Ro. 90. 23. t. ®r>. ». Nissan, baC ist Strahl, und Glanz- und Lm»ze--Piond. Efeiert Israel da- Angedenken an setiW Befreiung au- Sclavenjoch und hartem Drucke, und begrüßt zugleich da-- junge Jahr, daauf reger Schwinge wiederkehrt, wenn die Erde von den Banden wird erlöset, die der Wytterfrost um fie geschlungen. — Die Kelmchen. die wir vertrauung-voll in den Schooß der Erde legten, fie ergreifet die Sehnsucht nach dem freudigen Lichte. Aber trotzig hält der Pharao, der strenge Winter. fie noch im dunklen Gemäuer, und will fie nicht frei geben die gefesselten Ströme, die gefangenen Leime, die eingekerkerten Sprossen. Aber steh', sein unbewußt, hat erdeholden Frühling- MoseS-Lindlein--selber einst in weichen Flaum gebettet, in warme Decke gehüllt, da fie klein^und jung noch waren. Nun pocht'» mit jungen Knospen an'» kristallene Thor, mit der Sonne güldenen ganzen dringt e» in de- Feindes Heer, mit der Vögel klingender Kehle begehrt die schlummernde Kraft Erlösung. Aber bidie grünen Fahnen wehen, und die - blanken Helme glänzen, erscheint Herold auf Herosd. Botschaft auf Botschaft» Heile-verkündigung. Sirge-kundel Noch einmal tobt der Winter mit seinen letztes Stürmen, aber seine Winde wecken nur de- Frühling- Kinder um so dringender und rufen ihnen zu: Geher hinauauder Finsterntß zum Lichte, und im bunten Gedränge Treiben fie hervor ,,dle Lenden gegürtet, Sandalen geschnürt hur- ,.tig und munter," und halten da im »ollen Schmuck ihr Fest, daß autausend. Kelchen der Weihrauch durch die Lüfte wirbelt, autausend Kehlen da- Lied erschallt, daweithin durch die Räume tönt. Noch einmal, dem Pharao gleich, eilt der Keind dem ftelen Völkchen nach, auf den glitzernden Rosten seiner Effebschollen tummelt er dahin — da aber ziichet der Herr mit seiner Feuersäule über de» blauen Himmel — der Feind versinkt, esiegt da- Leben. Und alle OSumq, die da blühen, und alle Blumen, die da duften, und alle Farben, die da glänzen, die rufen laut: Gott ist der Herr, der auder Knechtschaft unerlöset, d. So stehet der Israelit seine Lehr« und fein Geschick in glänzenden Bildern Eingestellt vor feinen Siu», und der Peffach sendet seine Bote» au-, wie Schlag auf Schlag die Mizren traf. Da kommt zuerst der erste Nissan» Sabbatb mit Sang und Klang und Halleluja-Liedern, diem ersten Schneeglöcklein gleich, daneckisch, und vorlaut ist vorangeeilt, die weißen Löcklein schüttelt, und mit. klugen Aeugleiri meldet, wafie vrunten treibe« i« der finstern Furche, und wie eS drinnen treibt un» gährt und sich nach dem Lichte sehnt. Dann kommt der große Wunder -Sabbath^. der schon nähere Kunde bringt vom Peffach-Feste. Und wie eda draußen treibt und drängt, so regt und rührt ficb's in den Häuser» Israel-. "Die Frauen so emsig und rührig, so tummelnd und schaffend, die fegen und schwenken, und scheuern und schmücken, bi» Alleblinkt und blanke zu de- Feste- Schmuck". . Wenn dann Alleda- Auferstehung-- und Erlösung-» ftst feiert? da sitzt der Israelit im trauten Kreise der Seinen. im schmucken Saal bei Kerzenscheiven. vor 'ihm die blinkenden Pokale, unter ihm dir schwellende« Polster, und gedenket der Vergangenheit und der Zukunst. Auf den Grabet« seiner Ahnen pflückt er die »«verweltliche Blume de- Tröste-. Wohl stiehlt sich eine Tbräae audem Auge in Erimurung allen Leide», wenn er fick sagt: „Daist „da- Brod de- Elend-, wie die Väter egegeffeu im „Aegtzpter Lande" — doch er weiß e-, wie der Frühling, e^n BundeSzeichen Gotte-, stch audem Winter hervor- Angel, so ist jede» Leid neuer Freuden Wiege, und auf schäumender Fluih wird'ein Mosehergespühlt, und freudig ruft er» auS: „Wer Hunger bat, mag mit unS spei- „sen, wen ein Leid drückt, der halte nur da» Pessachfest, die Knechte werden ftet, und der Fremde fühlt stch .^heimisch." — Und dajunge Grün taucht er inun». verwe-liche Salz; denn ewig ist da unsere- Gvttv- Gnade, unverbrüchlich fein Gesetz. Der Gott, der Lenze- Blüthen schuf, ist der ewige, nie ermüdende Erlöser. > Aber an dem' Tisch in der heitern Stunde fitzt da- Kind, dastaunend seine Frage stellt, so hold und schmuck und rein, wie da- Knö-plem, daharmlot am Stiele haßgt, wie da- Ei auf zierlichem Täßchen, daim weiße« Morgenkleide daschwimmende Küchlein bürgt. Ach Kinder und Blüthen. die kennet, de- Leben- Sauerteig noch nicht, der Schau« und Gährung bringt. Der Gott, der Lenze- Blüthen schuf, der will die Unschuld und den Frieden. Aber Kinder und Blüthen, die wecke« den'Aedanken an die Zukunft. Still in der brütende« Kno-Pe liegt Alleschna gewoben, denn Alleist Entwickelung »nd Entfaltung und Auferstehung de», ehre«. au» de« dndern. Da- Gestern trug da». Heule, da-^. Heute trägt da- Morgen in de« Schooß. Und ob auch^esuo Geburt i

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