Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 25 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Indisches BolMlatt. Zur Lesehrung und Anterhaslung aus jüdischem Zekiete. Heraut-egebenI von Rabbiner vr. Lud^ »ist Phiiihpson in Magdeburg. j . ia-V av »nva l 4'cn ri<ifr 3ritid>rifi rrtdxin |y(0. LS. lN04. 1 «an»« 1 *Wf. «imdiifcr.* ttfrtenilüt' rlur «umner. P,,j« t«< Jabr- ,4 » , a mV ' _i 1 1 Vh »>ir Äfflf **u4-banMiinrtfn. »e»L,lrr 1 ] Jflhffl / 1 t.rvf» n*bta|n *fAd1»iwn un. 1 Vhre Vater und Mutter! n. . Es giebt nichts Heiligeres, Ehrwürdigere-. 1 dlä Haupt kr» Daiere und der Mutter, und da- Eikern» herz-— eist die heiligste und sicherste „Zustucht-s ätle" selbst für den Sohn und die Tochter, die durch Schuld oder Schicksal mit der Welk zerfallen, oder in ihr remh und nach Außen vereinsamt sieben. Giebt eö deiln eine» wärmenderen Sonnenstrahl für das Kindeäherz, all de» Lichtblick eines gütigen, mit seinem Kinde zusriedeNei Barers? Tbaur denn etwas die CiseSrinde eineerkgltereh KemülbeS mehr auf. als die Freueenthräne, ode^ auch die Schmerze-zäbre. die eine Mutter über oder an ihrem Kinde weint? Und Gott Lob! in Israel versteht man noch di^se- „Heiliglbum," diese- „Allerheiligstck' fijr dtr"Menschenpffichten zu wahren und zurren. Mag man — mit mehr oder minder Recht — über, manche früher eifriger geübte, jetzt etwa entschwundene Tugend in Israel klagen, — die Ellernverehrung wird noch immer -r nichr nur unter und von ungepriesen, sondern noch wes» und breit geübt, llnv Du, Israelit, übest» wenn Du Deine Eltern ehrest, eine gar schone, süße Pgicht vhr Aslen, auch gegen Dich selbst, da Du Dich in seinen Eltern' ehrest, und Dir den Lohn erwirbst, dm die heilige Schrift in tausendfach bewährter Erfüllung de» Gebote zur Seile gestellt hat. Und den Lohn delapgtn Lebens bat sie Dir sogar verheißen, wenn Du selbst im Tüiere-die Mutter ehrest und auch ein, Milde- Her; zeigest für die Pogelmutter. daß Tu nickt sie ntmmi, und die Küchlein verwaist ihrem Schicksale übersäffe l. iS. 5 B. Mos. ,22, 6. 7.) — Und wie sehr unrtr dt» Israeliten die Verehrung der Eltern gepflegt wurde» dafür sprechen nickt nur schöne Lehren (die da- Is^aelisische Volk-blau näher besprechen will), sondern auch i schöne Verspiele aus alter'nmv neuer Zeit. — Sv, erzählt under jerusalemische Talmud hPeah Eap. 1.), der auch die würdige Tbat deS-Heiden Dmna den Nethina jf. S^o. 12. deS DolkSbl.) erzählt, von Rabbi Tarfon. daß er ernstenseiner Murter, o'" sie in ihrem Hofe spazieren ging und sie eine Sandale verlor, die Hände unter die Küßt leg», auf daß sie darauf tretend, wiederin ihr Zimmer gelange. Al- R. Tarfon erkrankt, ,von seinen Kollegen Besuch erhielt, wünschte die Mutter,'die Gelehrten möchten für ihren Sohn beten, der everdiene, ba er seine Mutter so übermäßig ehre; sie aber erwiederten: und wenn er noch tausendmal mehr thäte, so .hätte er noch nicht halb seiner Pflicht genügt!! — Und auch unsere Zeit ist nicht arm au ähnlichen Beispielen! Herr S. P. W. in W. war von armen^-Eltern geboren. Durch Fleiß. Revlichksit und Glück gelangte er zu großem Reichlhume; da schickte er einstenseiner greisen Vutter, hie nun glücklich bei ihren andern Kindern in weiter Ferne wohnte, ein silberne- Lbeefervite; die Mutter machte ihm zärtliche Vorwürfe über seine Verschwendung. —, „Damit," schrieb er ihr, t,.damit, liebe Mutter, flrifc noch nicht Deine ersten unruhigen'.Nachte für mich. be»^ zahlt! — ' Im. Jabre?I832 Hane in Böhmen ein Israelit, ei» - Pater von 6 Kindern, a^^bcrgroßer.Roth und Dürftigkeit sich zum Veickrechen des Diebstahl--menten lassen. — Die Sache wurde soweit ermittelt, daß man dem Hieb aus die. Spur kam. doch wußte man nicht,-^ob der'Vater, oder per 19jährige Sohn der Tbäter war; da ging, der Sohn, der. unschuldig, nur jetzt erst die Sache erfuhr, vor da- Gericht, klagte sich an und ertrug eine^stehrjährige .Kerkerhaft, um — den Vater, den tzrnährer/der Familie. ui reuen! — vr. AJ\rln in Stolh. I * l Die drei Brüder. - Bon S ch r a g g e. v.n IV. 5. ftu. 1t. 15. 16. 17. R. il.) ' j Dzr Greis erschien bald wieder, in Begleitung mehrerer älteren Personen. Sie ließen sich nieder um mich herum, und ersuchten mich,' ihnen meine Geschichte zu ft* zählen / woher und wer ich sei? und wie, so, ich zu iuitn gelangt wäre? . . Wie wunderten sich die guten' Lütte, old ich ihnen von den zahllosen Bene Irbud erzäytte, welche zerstreut unter den Völkern wohnen, gedrückt unb verfolgt. „Warum kommen sie nick» hierher?' frugen sie. „Die Wüste hat Raum'genug für sie Allel" Sie'kenntcn rnicht begreifen, da^JeoNmd die Freiheit in Gefahr, und Entbehrung nich»» vorziehen sollte dem weichlichen Leben in Abhängigkeit lind Schmach. Abei um so leichter verstanden sie mich, a^-.ich ihnen berichtete, wie ich die gefährliche llHanderung zu ihnen aller'Herrlichkeit de- Bei'- vorgezogen. - 4 ' „Wohlan," sagten iffc nachdem ich geendet; „sei uns als Sohn und Bruder willkommen? Fortan betrachte Dich alunser Theil. als unser Fleisch und Bein, wir werden Dich venheidigen, wie Du un-, wawir besitzen, ist Dein!" Sie erzählten auch mir von den Sagen ihre- Stamme». Viele, viele Iahthünderte seien verflossen, daß chre Bäter — der.Stckmm nannte flch Nm Besonder» Deizi Kureiza — »ozn Propheten der ZSmaelim, Mahmud genannt, im Land« Arab überfallen, die Männer