Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 23 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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I S1 » falo 3000 Dollars, der israelitischen Gemeinde Betb El in Albany 3000 Dollars. . . 54. Ich vermache den drn felgenden im äestauOnt meines vielgeliebten BruderS Abraham Touro seligen Andenkens die Summen, nämlich dem Waisenknabe,>asvl in Boftpn5000 Dollars, dem Waisevmädcktenasyl in Boston 5000 Dollars, dem MaffaL-FrauenHofpital lO.tXst) Dollar-.! V . 55. IL vermache 10.000 Dollars, ibeilS um eii^enEha* sän in der jüdischen Gemeinde von 'Newport R. I zu salari« reu. ibeilS um den donigen jüdischen GotteSacket zujve.rfchö» nera. Die Aufsicht hierüber sollen'die Gebrüder GosrlV süb». ren. die dafür und alS Zeichen der Dankbarkeit für ihren ver^- storbenen Pater 2000 Dollars erhalten sollen. 56—tili, enthalten Bestimmungen über 40,000'?oUat», die er alS Privatlegate vermachte, und worunter wii nur die eine bervorbeben. weil sie uns sedr freut: 3000 Dollaran den Rev. Isaak Leeser in Philadelphia, den Herausgeber des Occident. Diese Legate belaufen sich zusammen u«s die Znnnne von 458.00<l Dollars, ohne die Grundstücks. * P r s brb lö tte r auS dem mil Nächstem erscheinenden Werte: ..Alle und neue ' - Sinnsprüche und s^lelchnißreden." Ein Buch für HauS und Schule. AlS Beitrag zu gottesdienstlichen Vorträgen für tijt ifrae litische Jugend. Von Simon Sz-into. Vorst her einer ErziebungS-Anftalt für israelitische Knaben, in Wien. <S. Sir. ». f<>. fl.) itrußrrc und innere Itatur. | b. j Daß Ibr aber die HauSoibnung der Seele aufrecht erhaltet in Euch, das wollte ich besonders Euch vermahnt haben, Ibr feurigen Jünglinge und sprudlende Tollköpfe. Gewiß Mancher bafye Sinn liegt im Spiel der Phan» rasie, die Blumendutt und Würze baucht; aber Würze darf nickt Nabrung sein, und Blumendust bat < ft. ger tödtet. Gern wobl gewahrt Vater Verstand dein tumm» lenden Ksnde, das einen Streiizug macht inS luftig Reich, und manches von seinem AuSfluge heimbringt. vaS Beachtung verdient. Aber gebt Acht! Ich will Euch ein bekaünreS Mährf lein wieder erzählen: 1 - Einst ging eines Riesen Töchterlein von stolze, Burg inS Thal hinab, siehet einen Bauern da. der linterm* Pfluge gehet, und denkt: Ei daS ist ein'niedlich Spiel» zeug wohl. — DaS Riesentöchterlein breitet die schürze auS, trägt daS Zapplende heim zum Vater. Doch der wird gar ernstlich böse, und spricht: Geh'gleich hinab und stell' daS wieder hin an seinen Platz. Ein Daher ist kein Spielzeug eben: Wenn der nicht ackert ui« nicht pflügt, haben wir Riesen keine Nahrung mehr. i So macht eS deS RiesengeistcS Töchterlein au!ch zu» weilen,' steigt hinab zu den fleißigen Sinnen, stört das Aug', da» Strahlen fechset, und das Obr, daS Tön» heimset, berauscht den Sinn, bethört da- Herz, und hindert den Fleiß, der die Fluren der Zeiten durchfurchet. I Ei. da muß dem Riesentöchterlein Einhalt Igethan werden! So weit dars's mit dem Spiele nicht kommen/ sopst grollt Dater Verstand, und wird mürrisch darüber. > Darum noch einmal: Wenn die Bäuerlein nicht arbeiten, 1 haben die Riefen keine Nahrung. Ihr aber habet Acht, daß Ihr der Seele Hausordnung nicht störet. > t Neber Sprache. ». .„Er sprach, und e» ward, gebeut, und t» stand da.^ Hab' Achtung vor der Sprache, sie ist >da- Drittel zur Wrltenschöpfung gew-fen. , Sieb' nur selber! Wa» Du gesprochen hast oMensch, daS war früher .Gedanke noch in Deiner Seele, Geist von Deinem Geiste. ^Und e» ist Hauch geworden und Schall- und nimmt Gestaltung an und Form, reihet sich und gliedert sich. Starke, harte, knochig« Laute einen 'sich mit weichen, flüssigen, beseelenden Tönen; eS bauet sich auf zum Worte. eS-ckauet sich weiter hin zum Satze, gestaltet sich zur reichen Rede und strömet Hinaus. Auf den Wellen'- der Luft wälz: und schlängelt es sich hin brS an die Pforte einer fremden Seele, an da» Ohr zum Hören geschaffen, und dringet ein in den Geist, und wirb wieder, was eS war: Geist und Gedapke. So bist Du selbst dsr Auödrgck einegöttlichen GebankenS, der hinauStrar und harte Knochen und weicheS Fleifch ist geworden. Gin Weilchen trägst Du da- Haupt durch dir Lüste hin — dann bist Du verwehet, wie de» Wortes Schall. — WaS von Dir bleibt im Angedenken, ist der Geist nur wieder und der göttliche Gedanke. ** b. Wort lind Gedanke! die dienen einander, ergänzen einander. _ Ein Blinder und eist Lahmer fanden im Garten sich zusammen, wo reiche Frucht arn-,Baume prangte. Doch der Blinde sab sie nicht, dev Lahme konnte sie nicht, erreichen. - Da setzt der Lahme sich auf de» Blinden Rücken — So gingen sie hin, di^ Frucht zu pflücken. Der Gedanke ist hell und klar; schnell und wohlbestügelt ist da» Wort. Laß vom Worte Du den Gedanken tragen; und vom Gedcknken wieder da» Wort durchleuchten. und Dich wird dann süße Frucht auch laben. ' c• „Wer kauf»-d«S Leben» Balsam, der die T^ge verlängert, und da» Dafdin versüßet?!" --- So ruft ein Mann aus offener Straß«. Man strömt herbei, den Balsam zu kaufen; der Mann aber sprach: In einem finstern Kerker hauset eine rothe Schlange. Ihr kenne» die Natur dieser Thiere, sie haben keine Knochen, ein weicher Klumpen krümmt urtd ringelt sich und spiele» im dunklen Gemäuer. Giftig ist die rothe Schlange, darnm hat der Herr ihren Schweif geschmiedet an den ©tmtlT der Höhle, daß sie den. Kopf kaum hinau-rnken kann zum Tageslichte. Ring» umgeben sie feste Mauern, »mfriedet ist sie mit elfener Planke und stachligen^ Geländer. AuS verborgener Quelle sickert ein Wasser unter ihrem, Lager, um die Glut de» Giftezu mildern. . Doch, ob gebannt auch und gekettet, trifft ihr"Zischn» doch fernhin daSoOhr. und spritzt daS tödtliche Gift gar weit hinaus; weich und wurmartig wohl, doch bäumt und reckt sie sich, und hebt keck und Dreist da» todtbnngende Haupt, und zermalmt ttotz ihrem knochenlosen Leibe die - stäMen Knochen doch. Und trotz der Umfriedung und dem Zaume kennt sie »och^wedzr Maß noch Schranke, und trotz der Wafferquellp^nter ihrem Lager ist ihr