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Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 21 (1854) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
21 (1854)
Date
1854-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volksblatt. i Zur Belehrung und UnlerhaNung aus Mdischem HeKiete. Hera»sgegebe« vo» Rabbiner vr. Lud»tst PhÜipPsou i» Magdebnrg. sRo. 21. 18»4 | «»» M»(uf 8«H4rift rrftbetat »MwnKt* **) eit» »tannn. «rrM M 3*kt S4<rtclfAhr>« 1% «,r Alt« VuabaMliunfm. 3rinratferrfMni t-ugs 1 tklr. IlM irncn Rrkam «rtt Dnnra «o. aas «Mi T Major Burg. Cia wirrt - jüdischer Etziriüter. 'Am 26. August 1853 starb ein Rann, dessen Etel« lunq in Preußen*) eine so eigenthümliche war. daß ein Zeder schon begierig, zu erfahren, wie ist er dageworden? & preuß. Major der Artillerie. Ritter d«S rorhen Adlerorden-. Inhaber des Dienftauszeichnungskreuzes. der Hobenzollermünze, Lehrer an der Artillerie- und Jngenieur-Schule. und — Zude? Dabei da- Schicksal, trotz allen Wünschen und Antrügen, niemals vor dem Feinde gestanden, also nicht durch KriegSthaten die Grade erreicht zu haben, hingegen stetfest in seiner Ueberzeugung. immer offen al- Zude sich bekennend, den nachdrücklichsten Mahnungen, seine Religion zu verlassen, widerstehend . . . Doch wir wollen erst sein Leben beschreiben, bevor wir Betrachtungen anstellen—). Geboren .1789 zu Berlin. Lohn de« Buchhalter-in tinrvr reiche« jüdisch?« Handlung-bnufe, batte er das Geschick. schon im fünften Jahre mit sech- Geschwistern den Vater zu verlieren. Eine charakterfeste, brave Mutter ernährte die Kinder durch eigene Anstrengungen und bildete sie zum Besten. Bizum,10. Jahre besuchte Burg ein« jüdisch, Elementarschule, wo er selbst etwa- Talifiud erlernte j dann Handlungsschule. Gvmnafium. -hnblich die Bauakademie. 1807 machte er vaS erste Eramen als Conducteur. und wurde als solcher vereidet, gab Privatunterricht in der Mathematik, besuchte die Akademie der Künste und bereitere fich zum zweiten' Eramenvor. alben 9. Febr. 1813 der Aufruf zu den Waffe» erschien. Am 14. baue sich B. schon gemeldet, und wurde alsbald in Breslau als Garde-Grenadier, eiaerercin. aber, -lg er den Fahneneid schwören sollte, und man erfuhr, daß er Zude sei. wurde er entlasten. weil — in der Garde kein Zude dienen dürfe, meldete stch aber bei de« Prinzen .August persönlich, und dieser erklärte: „Die Religion tbut nichtzur Sache! Verven Sie gesund und brauchbar gefunden, so steht Ihrer Aufnahme in die Artillerie nichtentgegen, so wie auch Ihr fernere- Fortkommen bei dieser Waffe nicht beeinträchtigt werden soll!" Za. der Prinz ließ »hm. freiwillig dies schriftlich au-ferrigen. und machte ihn sogleich zum Bombardier. Seine Beeidigung sin Neiße) beschreibt er folgendermaßen: „Es machte einen' feierlichen Eindruck auf uzich, alich mit meinem Eompagniechef auf dem Wall *) ), andere» Länder». wie in Frankreich ntd Oesterreich. w»rde st« gar nicht anfsalle». **) Geschichte out»« Dtetstteben-. Berit». «-S4. anlangte und daselbst den Feldwebel, eine» Grämten her jüdischen Gemeinde in Begleitung eines aAe« «hiktckr a«s» seheiwen jüdischen Mannes mit einem langen, weißen Bart, und noch einige Offiziere bei einer Kanone versammelt antraf. Der Feldwebel las mir die Krieg-arlkkel vor. der Beamte legte eine hebräische Bibek auf das Bodenstück des. Kanonenrohrs, ich mußte die Hand auf di«' Hibel legen und den Schwur nachsprechen, den mir der Beamte Wort für Wort vorsagte." Nach einigen Wochen schon ward Burg Unteroffizier, und macht« stch bet den Festungsbauren so nützlich, daß man ihn nicht zu« kämpfenden Heere entließ. Don Reiße gtpg -es noch Spandau. Hier hatte er aber einen Herrn v« Bardeleben zu« Ehef, der. finster und streng, zwar dir Tüchtigkeit Burg's Gerechtigkeit widerfahren ließ, aberals bet Befehl einging. diejenigen jungen Leme. welche-stch zu Offiziere« eignen dürsten, in Vorschlag zu bringen, weil bei der Armee eia großer Mangel an Artillerie, Offitieren eing-tre« ten war. fich der Wahl Burgs mit Nachdruck widersetzte, indem er sagte: „Ich habe nichts gegen de« Burg eirrzu« wenden, aber er ist ein Jude, und so lange ich etwss zu sagen habe, soll kein Jude Offizier in der ^Artillerie! werden"*). Dem v. Bardeleben folgte ei« Majsr ». Schölten. das Gegentheil Jenes, und dieser ließ sogar stinem Sohne Unterricht von B. eriheilen, Zm Sepr. 18^4 wurde Burg vom Prinzen August, dev.für den Winter eine Brigadeschule der Artillerie in Berlin errichtet-, zum Lebrer der Mathematik bestimmt. Dieser Unterricht fiel ausgezeichnet aus, und Prinz August besuchte ihn selbst »ehr, Male, zugleich machte Burg sei» Offqier - «amen. Der. Feldzug 1815 begann. Prinz August wollte ihn als vorzüglichen Zeichner in Berlin behalten, aber Burg bat bringend zu« aetiven Heere versetzt z» werden. Es geschah, doch Burg kam dennoch nicht weiter als — nach Magdeburg. Daselbst erhjelt er «»blich nach langem Harren am 18. Aug. 1815, also nach 3'/,jähr. Dienstzeit, die Beförderung zu» Geeonde - Lieutenant der Artillerie. Als solcher wurde er nach Danzig versetzt, z»vvr aber den Winter wieder als Lehrer der Mgthemaiik nach Berlin beordert, so daß er. nachdem dir Schlußprüftuig prächtig ausgefallen, erst i» Frühjahr 1818 nach Danzig kam. Gei« Eommandeur. der Majsr H»st, gen*»« ihn sehr lieb, und gab chm unter Andere« wiederholl die Versicherung. „baß er ih» um seiner religiöse» Heber ze»g«»g «egen um so «ehr liebe, daß er, feine Gtaaoh,streit •) Seitdem ft»d 40 Jahr, mrßosieü. giebr es jchl w»{jer oder »ehr solcher ». Bardelebe»- t» der Preußische» ArMertee

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