Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1854-01-01 · 18 (1854) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
1 (1853-1854)
Issue
18 (1854)
Date
1854-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/4908862-5999329-6000605--0149-4908946
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Belehrung uni) Unterhaltung a Herausgegeben von Rabbiner Di. Ludwig Philippfon ifc Magdeburg. _ iif jüdischem Zekiete. [9lo. 18. 1854] * iteii kieicr .-trinivritt rndyrnt »oJ'fnili* rint Sium» (Witfl# I fHr. “% 9<„r All* f n 1 tu ImP 3«tniu^*<rrehiiciifii iwbmtn t. 4'i«if ttß )abr- |, MütiArti. Jlrftimtfr ri<n an. r'sl.Zahrg. «.Marias 'z rr:z „Die Seele, die Du ^mir gegeben^ 'Warum „die Seele, die Du mtr; Har mir nicht Alle» Korr gegebe«, AUeo, waS ich! habe? Da 'ich das Licht der Welt erblickte, waren vie El^cry dererr. mich zu empfangen,' war vie Wieg^ gefertigt, die mich oufnobm. waren vie Verhäliniffe, in die ich ointrar, der Stand, das Vermögen, die Geschwister^. die Verwandten, di« GlaubenSgemeindk, die Stadt, das Volk, die Zeit, dies Alles, Alles mir gegeben, ich konnte nichts binzii, nichlS davon tbun ... lind wie ich iverler und weiter schritt in's Leben hinein, lrann mir iricht iniwer wieder Personen und Verhältnisse entgegen, und gabej» den B"oden ab. auf welchem vre Kränzen, innerhalb öhrer ich die Freiheit meines Geistes, Bewußtsein. Erwägung, Wahl, bethärigen konnte? . . . mir wac und lft Alles gegeben— nur was ich dann daraus mache, daS ist mein! Warum also „die Seele, die Du mir gegeietK" . . . Vielleicht, weil irr dieser Seele ras Ich vorwiegend wach ist und sie erfüllet, und dieses Ich eben nur sis>» sich, «nv nur stch fühlet, und darum so leicht sich selbst für seinen Schöpfer und Bildner, für fernen eignen 'Heister jfuD Herrscher hakt — diese Seel/ ait ihren Ursprung, an ifr-' ren göttlichen Urheber zu erinnern? . Oder, weil m der menschlichen Seele die freie Entwickelung waltet, der zwar bestimmte Gesetze zu Grunde stiegen, di«! aber vom Zusammenstoß, j'o vieler innerer und äußerer Ursachen abhängt, auf die der freie Entschluß, der starkes LHflle deö Menschen so viele» Einfluß über, daß dieser seicht seines Geistes Kräfte und Erwerbntß für allein, fein Werkhallen kann, um ihn nur zu erinnern, daß doch die mllgt-l gebene Anlage dieser Seele von allem Dom und für alles Dies da- Wichtigste war, baß ohne liefe gegebene Anlage jene Fertigkeiten, jene Stärke, jene Häufung. ja die Mächtigkeit des Geistes Dir niuttner geworden wäre; daß, viel weniger -als der Botzen allein, die Sonne und der Regen allein die herrliche Pstgnze machen, da sie Jahrhunderte erfolglos auf den Keifen fallen können, ebenso Lehrer und Geschicke and eigener Wille viel weither als die Anlage die treffliche Blüche ,deS Geistes schaffen.- w . Ja, alle- DieS sagen"»» Worte „die Dsr mir gegeden," und doch noch »ehr. Daß mein Körvtr auf meiue Seele vielen Einfluß über, ich weiß e-. Ist mein stör per gesu>». sind alle seine Thätigkeiten geregelt und belebt, wie kräftig ist Meine Seele, wie zu Allenz befähig», «vie voll Lust und Much und Schwung — a!ch! und Umgekehrt . Daß meine Seele aus meinen Körper großen Einftu« über, ich weiß eS nicht minder; wie kann der Wille bet Körper unh die Glieder zu Krastäußerungen zwingen, zi Ertragungen stählen; prägt nicht die Seele die Spure ihrer DenkungS» und GefüblSweife auch dem Aeußern d S Körperauf,' haß nicht bloder'Ausdruck die Züge um den Mund, sondern auch die veS Auge- Biegung b 's Rückens, die Haltpng der Brust, die Bewegung der Arme und Beine den Charakter diese- Menschen beku idcn? . . v .. Abet bei allem Dem bedingt dieser Ä rper diese ^eele, bedingt diese Seele diesen Körp r? Nimmermehr. Sie sind sich einander gegeben! staltung n Gesichlszü In und an meinem Körper finde ich die Ge» einer Elt-rn. meiner Großeltern wieder; ihre e, ihre gestalt, ach! oft'ihre Krankheiten . . . abler mein, n Geist füble ich sehr ander-, kaum eine Aehnlichkeit, di mehr durch da- Vorbild in der Kindheit.,albte Anlage gekommen . . . nennet mir doch Männer, denen ihre Kinder, ihre Enkel glloft sind dH stchder im Guten odär Bösen ge- Diderspftl ibrer^ Eltern, so sehr sie ihnen kör» nein! ^Lie sollte, sonst auch die FreiheitlmeineS Geiste) erklärlich fein .... ich füble eine Leistenfchaft, un, beherrsche sie; ich fröhne einer Gewohnheit. ch breche ich sie ab; ich kehre um afls dem Wege, durch e r e die großen ch^n; wie rüde daS pebtich ät und plötzl den ich bi? jetzt gegangen, und schlage den entgegsttgesetzten ein . trotz dem körperlich in mir nicht allßergewihnliche Verändeiung vor sich ging. . *) Ja. u geyebLv -- nicht dunkejer Gewaltet^-nicht geheimntßvvllrn Mächten, licht utttrkännten Gesetzen, nein! dem Gotte dei 'er *) folgende S ..Ich »arischen Die. eia ritterliche vernrkdeili. schöa wie Anfschwnnä« obachtungei > (Luch! wie Güte, ltrbso »er. dle len. dl« a n»d doch sind? . . der Dohntzn bannte», er traue« eigeueu die geringste eine Seele ist nkir gegeben, ist mir von Gott dem wix diese- NiedekgeschriSbi'n hauen. läse» wir orte eine» aebtegepeu Schriftstellers: lade eine» Knaben!gekauut. der die glücklichste« miltalenke verrteth; ] naglückllcherweise vci er bucklig. » schwächlicher, ungestalteter Körper uud harj» solche- Seele! Dieser Unglücklich«. Veu seine Atußerttchkeil < zu schweiaeu, sich zurückzuzieheu. na» diese Seele berrltchMn etae. lebendig »ud bewegt, voll stolzen Mau hat aber nicht nöthig, sich um solcher Bewillen zu he» BuckNgen zu wr»de». Echant »» viel barte, düstere,! häßliche Gesichter, au» denen reine olle Hinneigung strahlt. Die viele schwächlich« Köreiserne» Ge»üchfck»schlleß«nl wie viü Hünengeßnk- . nicht» al» Kmrchen und Muskeln gebildet scheüne» die Dohwutge» schwächlicher ohimächtiger Seele» Doch ftble» wir „» selbst Mcht als G»st, der ng, darin er «eist, fremd ist, al» «inen (»eU Vtc» (n die Manern seines enge» Gefängnisse» «rbrücka«. für sich an etgewer Lranrtgkett und ft ent sich »»seiner ' « k ti» Ki and

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.