Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 17 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 ' drrn auch in engster Wechselwirkung uns von ihm ren zu lassen — wenn es sich in einem jüdischen Aeit- -larre'namentlich darum bandelt: „vom Herzen hum Herzen!"-so gill vieS ganz besonderon diesem „jüdischen Volksblatte." ES soll nicht dloS ein Blatt für das Volk jüdischen Glauben-. i'oi vern auch vom Volke jüdischen Glaubens seirn. DieieS Volk soll selbst, diese Blätter schreiben. ^weni auch hie und da ein Andrer ihm Fie Heder leiht. 4 uS diesem Grunde eröffnen wir von heutx ab in diesem älatie: Iifrage» uvd Jallliorlca. WaS gefragt werden soll? Was rr-gerd Einem irgendwie auf dem Herzen liegt. Und wenn eS in die speziellsten Privatverhältnisse greift, sobald! die Krage so gegeben wird, daß Niemand davon beleidigt, Niemand davon beschädigt wird. Denn auch dem Einchlnsten und Besondersten wobnl ein allgemeines Jnteress« inne, eine Belehrung für ähnliche Fälle. Also: unter den beiden Bedingungen istrengster Verschwiegenheit und sorgfältigster Vermeidung jeder Gehässigkeit kann Alles gefragt werden. Wer antworten wird und soll? Zunächst die Re« daction. Dann in vielen Fällen, wfn fie d«un, ersucht oder damit beauftragt. Endlich wer will.! d^h'. die Frage in diesen Blättern liest und eine best« re- Antwort weiß. Dabei behält stch die Redaction. vor — auch die Anfragen unbeantwortet läffen zu können. Wir haben bei Eröffnung dieser „Ans aqen und Antworten" eine große Idee vorschweben. Wir.möchten einen allgemeinen Ncktbgeber in allen £ weifeln und Nöthen, die nicht 'rein persönlicher Natur sin , gründen. Ob eS gelingen wird? i7b daS Publikum re f genug ist. in solcher öffentlichen Verhandlung privater LerhÄtmsse, obne dienothwenoige Discretion zu verletzen den richri» gen Weg und die Befriedigung eistet Bedürft isstS zu finden. und ob wir geschickt genug sind, ein sstches Wagstück mit Geschick und Takt zu lösen .— —| diese erste un^- wichtigste rznter diesen Anfragen kann r^ur' die Zukunft beantworten. Machen wir Fiäsco ftun so bat'S Keinem.geschadet und Niemandem waS gekostet. 1. tN. in E. Ist eS wabr, daß auf bestimmten Schissen nach New-Pork eine -^2-Knche eingerichtet ist. und wo erfahr» man das Nähere? — Bor einigen Jahren ist Dieses unter Aufsicht deS Herrn Oberrabhinen Stern in Hamburg geschehen. Von diesem wi d auch das Nähere zu erfahren sein, wie eS jetzt damil steht. — 2. 43. in H. Ich habe - eine ziemliche 'Stelle, aber febne mich aus dem engen Wirkungskreise btrimS. Nun ist mir eine angemessene Stelle in einer Stadt zweiten RangeS in Nordamerika anzeboten — soll sich sie annebmen? und unter welchen Bedingungen? —j3a der Voraussetzung, daß Sie ei« energischer, und wie es scheint, unterrichteter junger Mann sind, geben Sit.' wenn Sie einen rechtskräftig auSgefettigten Connact f auf mehrere Jahre erhallen können, denn dann haben Oie in beguei wer Weise die.Zeit, die Gelegenhei^n i^ Nordamerika kennen zu lernen, ohne theureS Lehrgeld zahlen zu müssen. 3. D. in L. 'Mein Sohn hat entschieden Anlage zu den schönen'.Künsten; er zeichnet für sein Alter sehr gut, und selbst va- Modelliren gelingt ihm. Er ist 15 Jab re alt. und muß sich nun'entscheiden. Leg' ich ihm die Frag« vor. ob er stch der Kunst, oder dem Kaufmannsfiande wivmen wolle, zu welchem er ebenfalls die nöthigen Vorkennrniffe hak. so überläßt er mir die Wahl. WaS also thun? — Ist es wahr, dass Ihr Sohn entschiedene Anlagen hat. worüber feine Lehrer urtheilen taüffen, so würde ich den Jüngling bei einem Steinmetz H-nIxo Bildhauer) auf zwei Jahre in die Lehre bringen, um hier dieses „freie Gewerbe" handwerksmäßig zu erlernen. Hat -er Anlagen unv tüchtige Dorkrnntniffe, fo I wird er es in diesem eben wieder in befonderm Aufblühen begriffe nen Gewerbe weit bringen, kann sich hernach auf Holzschnitzerei, Gießerei, Galvanoplastik u. dgl. in Kleinem und Großem legen. Hat er Genie, so vermag er gerade von dieser Grundlage aus am tüchtigsten vorwärts zu -strebetl, und behält in jedem Falle einen praktischen Boden, auf welchem er sein gute- B^od erwerben kann. Es ist ihm so der Weg zum Höchsten gebahnt, ohne die Gefabr. im Falle deS JrrtbumS, iji bodenloses Unglück zu verfallen, vor sich zu haben. > 2La «{boten. Ein arger KeizhalS in einer Residenz fcinv an einem beißen Sommertage, daß ein bekannter Witzling ihm auf Schritt uns Tril^ folge. Er drehte sich plötzlich um, und sprach: ..Was folgt Ihr mir immerfort?"!— „Nun," antwortete Jener, „ich höre, daß Ihr die Sonne nicht von Euch scheinen lasset, so halt' ich mich in dieser Hitze a« Euch." Ein mir weltlichen Dingen sehr unbekannter Rabbi fand eine- Morgens sein Lehrzimmer leer. Nachmittags kamen die Bochrim an. ..Warum bliebt Ihr heut' morgen aus?" — „Rebbe, wir wollten das Dampfschiff sehen', das zum ersten Male auf dem Fluß fuhr." -— „Ihr Shoren," antwortete der Rabbi, „das hättet ihr doch hier auch sehen können: denn neulichst der Luftballon ist auch gerade vor meinen- Fenstern vorbeigeflogen, 'wird daS Dampfschiff auch daher kommen. Derselbe wunderte fich nach der Schlacht von I e n.a gar sehr, vaß man m Berlin so. viel - Furcht vor den Franzosen hatte. ..Mein Gott," sagbar, „so. viel Soldaten wird doch der König behalten, daß^tr sie vor das Brandenburger Thor stellen kann. unv tarnt" können doch die Frauzosen nicht herein." ' Allgemeine Zeitung des Judenthum^. No. t. Die drei großen geschichtlichen Sitze.— Zettnagtoachrichte» an»: Worms, v. Rhein. Strehlitz. v. d. Warthe, Schlesien. Pose«. Rom. London. Gibraltar. — Maria»»«, die letzte Hasmonäeriu. — Zar Gesch. d. Inden Slogan'«. — Anzeigen^ XB. 3« beziehen durch jede« Postamt und »de Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler. ustartaljihrlich % Lbaler.. T Leratttportlicher Rrdacteur: G. Wienhvld. . ' Snlatf wn r t ncrCtMtanlhiRt in Leiniiz. — Druck »an Nlexander Wirde tu krtpzi-.