Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 16 (1854)
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 4)
- Language
- German
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gifbe |>i 'Aiart furjrt Wahl nabm Ara« da- 3Boit imb sprach: „4L« anderalt in der Höbe suchen wir ein Pttv de-Allerhöchsten? Laß undie Somu wählen, das strahlende Nutze des Himmel-." Eva: a. mein Geliebter. die Senke laß unwählen, ste. di, Hochylänzende. ist undaschönste, dawürdigste fiild sewer Herrlich keit." 'Adam! ..Und seiner Sütze. Ihre Strahlen umfassen alle Wflen^ die geringsten wie die ollkommenßen " Eva: . „lind ^erwärmen ste mir gleicher Liebe." Adgckr .Sie giebk anda- Licht, daköstlich ie Geschenk des, ’fco«: „Und Alle-' jubelt,, in» Alleftre^N Edam^ „Die Sonne sei uns fortan nu Allerhöchsten ' Eva: ..Wifi wollen sie als' ,U— »1 HinlmelS.' ihr entgegen.' Sinnbild defolches dreifa b lieben. Neue Schönt) iten lenkten ihre süßen Empfindungen ab, und sie wandelen weiterhin im Paradiese «in Paar geflügelte Stundet waren Ven Uk' berglückliLen Ischnell verschwunden, wie. enr Paar AugenblickL. Jetzt irrst vermißten sie die Skra'len der Sonne, die früher so! lieblich durch die'blütbigen Zweige gespielt batten. Sreltraten schnell auf einen Hü ei und schämen — in bangbF Staunen lief ve-sunken — die letzten Srahlen der | uniergedendefi Sonne. Gl »nzende Streifen blieben zurückf am Horizonte. die bald schwächer und schwächer wurden, i Die Erstgeschaffeaen stanveri n,ch stumm aus dem Hügel, j unverwandt das erbleichen» Abendrots betrachtend, /un» ttauerten — es war die lnüe Trauer der Menschen. Und ihre Trauer w^r tief ukd - in'mg; denn nicht nur diel Sonn« ging ibnen verloren, sondern fliil idr zugleich das Bild d,S gütigsten BardrS. Der nicht- Gliche Himmel mü seinen glänzenden Lichtern, mit dem ^freundlichen Monde, erregte und spannch neuerdings ihr Staunen und ibre Bewunderung. Sie laben darin emen neuen Beweis der AUntzicht und Größe! ibrefi Urbeber-: aber die strahlende Sogne und den r-gen bun:en Tag kannten ste darüber nicht vergessen. Edens liebliche Reize wart« in Schatten gebullt, der jubelnde Gesang, der bunten Singer war verftumplt^ und alle Tbier, schienen res Lebenverlustig zu sein. Bon den kies«» Empfindungen » ermüdet, sanken ste bin auf den Blume«« de- Hügels, und ein sanfter Schlaf entrückte ste ihrem äkumMer. 'Aber bald erwachten ste wieder, und dankten, dem Schöpfer ftir die verjüng,,» -krä'te uirk für die süße Ergmckung des S<blafes. „Er ksekt uns roch."' sprachen ste. i.nfte batr' .r uns sonst deu süßen ' Schlaf gegeben, ule l >ir!müde waren! Bielleichr giebk eruns mich dir Sonn, wieder: ste genießt wohl jetzt nur der Rübe, wie wir gerban." Und ste bel^fn also: „Gütigster Barer! laß die < sonne wieder auk. steigen am Kirmamente. laß es wieder l^cht werden rings herum. Hieb', unsre Herzen sind tief betrübt. und bafige Stille herrscht überall. Tüster und obfie' Reiz ist unser. Leben, wenn die Sonne nicht wiederkebtt.- Aber Tu bist der'Gott der Liebe, Du schufst uns nur zur Freude, und Deine Woblkbaten sind unzählbar. Darum vertrauen lwir auf Dich, unfern Gott und Daker, der Du die Liebe bist." — Zn kindlicher Einfalt 'chauten. st, nach der Gegend bin, wo die Sonne unlrrgegangen war. und darrten ihrer Wiederkebr. Allmählig ward eS lichter am Himmel, untf^da» Dunkel.der Erde begannt stch zu erbeüem- Schdst waren die Häupter der Berge, von rosige«; Schein umstoffen, die Scharren der Nacht senkten sich in die Tbä- Icr hinab, und flohen in Höhlen und Klüften zurück. Die Erstgeschaffenen in freudiger Hoffnung aufathmend. schauten unverwandt — aber der westliche Himmel war noch wenig bell. Sie kehrten die Blicke rückwärts — welche lleberrgfchung! das Licht kam gerade von der entgegengesetzten Seite, als ste erwartet ballen. Schon stieg ein höherer Glan; auf,, das sanfte Roth überfließenv; schon erhoben stch Streiten von Hellern Strahlen ringdurch die starrenden Glanzringe — ste selbst schwebt empor i» ihrer schimmernden Majestät, unv emoß ibre Strahlenmeere bin -über die Millionen Wesen d/r Erde, die, newbelebt und verjüngt? in brlltönendem Jubel ausjauchzte. Don k-en heiligen Gefühlen überwältigt, sanken stch die ersten Menschen in die Arme,' und feierten in stummer Entzückung die Wiederkehr rer Sonne — sie waren ganz Geber. — Zwei Epigramme. ,Stach kem chrkräischen) von — t —. Ich darf nicht weinen. Wenn nach Berbältniß der Leiden die Tbränen mir mächtig entströmten. C, so könnte kein Mensch trocknen FußeS mehr gehn? Doch ward der Bund nicht allein für die Sündfkulh ** rcS Noab geschloffen. Kür meine T brän ensl Urb auch jener Bogen erschien. Hiob's Frage und Gottes Antwort. Hiob Alles, ja Alles hast Du mir in meinem Elend genommen, Warum — verzeih' mir die Fra^' — ließest Du doch mir die Frau? Gott. Weil ick. wobl wußt', daß ich Alleeinst doppelt Dir weroe erstatten, Ließ ich ste. um Dir nicht zwei llebrl für eins zu verleih». Xs Kleinigkeiten „Das beiß' ich einen Zadik im Pelz!" sagen die Juden, und verstehen darunter Jemanden, der groß thut und nichts raugr. Woher Dies? Wenn man das Wort ..Pelz" mir jüdlsch-deulseber Schrift schreibt,-so wird da- „z" als ein Hcdlußzadik (V) geschrieben, und dafür sagte man-früher ..schlechte Zadtk". Also Zadik im Worte Pelz ist schleckte Zadik. „Wenn die Ehaßidim wandern, regnet'-"' Aus die Frommen angewendet, dir gewöhnlich Malheur haben. Eigentlich von rrvon „Storch" — wenn die Störche wandern, regpet's. ' Allgemeine Zeit«»g de» Jpdevtbnm». Ro. 4. Die drei großen geschichtlichen Satze. — ZettnngSoachrichten an» München. Berlin. PofeMZWiea. Lemberg, London- — Lil. Rachr. au» Leipzig. Magdeburg. — Anzeigen, 4* . "flkr»nt»er1lich«r Redakteur: G Wienhold. «erl«< Mi» p-»»a»kt»^er^ pn»d^,k„«« Im e»,pi,ß. — Druck ,»N niexaoker »Siete in e»ip,,g.