Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 13 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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3wr-1 JJefefjrung und Anterhattyng aus jüdischem Hebiele. den vo» Rabbiner Di. Lndwig PhittppsvU inÄaideburg lNo. 13.1 Vk>n fiesfr Zeii-«I^>U rrithrlnt «• K>tr»«IjLbrig “*/, Ngr. Uli« Pu* > .n« Simm«. $tfl# ff# üuMtlnani, BrdÜnlct und Zfiiu«^# lfit r>fkif^qn^fn an. An die Leser.! Es ist Witdrer, freundlicher Leser.' Und er ist derb und kräftig.ausgetreten. dieser Winter, und hat die L.tröme' gefesselt, und Berg und Flur mit glitzcrnM^ Reif überzagen, und oftmals schwellte er den raubeN Oven an, daß es wie eisiger Rotdsturm klang, Endlich m u Ne eS issm doch selbst zu kühl durch die Glieder schütteln, und er wart sich — nach langem Harren — einen weißen, glänzenden Schneemantrl um die Schultern, darin iS dem frostigen Leibe wohler werde .... Auch mit Theurung bat dieser Winter begonnen, und der Rüther viele gebracht in die Hünen, und Häuser, wenn auch rjle Paläste wenig davon verspüren. 1 Wobl unS. wenn die gnädige Hand GotteS unS den Winter zeigt, aber vor seinen Beschwerden und Äühsalen schützt .... Fürwahr.. wenn, die Flamme 4 Oftn wohlgenährt knittert und poltert, daß der ^arme -Hauch vur» dad -Zimmer gedrungen - - siehe, draußen liegt der Mondschem. er gtrrchl,e.,er gefühllosen Schönen, bewundert, aber nicht gesucht, auf len verödeten Slraß^n, auf denen jeder Fußtritt den gefror,en Schnee ächzen und knarren macht; aber Du siehst nichts davon, denn die Läden sind geschlossen und die Borhäng» herunter gelassen, und Du ruhest die müden Glieder im Lehnsessel oder auf dem Sopha aus. und auf dem reinlich gedeckten! Tische vor Dir strahlet die Lampe ein prächtig unv doch gemäßigtes Lickt auS. unv die Theemaschine sings ein kurzps, aber wobliönendeS Lted, und die Mutter'deS Hauses trägt erquickliche Speisen auf, und ringsum sitzen einige blühende Kinder deS Häufe-, und aus ihren rochen Wangen spricht die Gesundheit deS LeibeS, wie von den rotben Lippen und auS den bellen Augen die Gesundheit. deS Geistes, und vor I Dir lieget eine belehrende und unterhaltende Lecküre —^ wie dieses ..jüdische Dolksbl^tt" und verbricht Dir angenehme Stunden — — fürwabr. was bat da der Winter für Gemeinsamkeit mit Roth und Entbehrung? ist er da nicht voll eigenthümlüher Schönheit und Genüsse, die wir schwer vermissen^ nach, denkst wjr unS sehnen würden, wenn immer Sommer wäse?... Aber! noch mehr »Pohl und, tvenn eS in uns! nicht Winter ist^ wenn unser Gemüth voll immer frischen Lebenkeine gefesselten Ströme, keine kahlen Bäume mit verwelktem Laube, keinen au-dörrenden Norvsturm kennt, sondern immer Frühling an fröhlich sprießenden Keimen, immer Sommer an inniger Gluth für alle» Schöne und Göttliche, immer Herbst an tüchtig reifenden Flüchten, uni auch immer Winter an weiser Besonnenheit und« Ruhe lhat . . wenn daß etwa die Liel e >adrga»»A t tblr. errtf.mrnfn nrt* [1.^0.1858.] irticj eS in und nichg^Winter geworden, vor bitteren Enttäuschungen. und der Friede vor hestigest Widersprüchen entflohen, und qr dem Herzen AlleS ru >t, nur nicht die Sorge und dn HaA . . . . . Denn Liebe unv Friede und Leben machen Al» l,S schön und schl igen die kahlsten Wände mit dem Sammet und, der Sei re der Heiterkeit und Innigkeit auS. und Längen die l errlichsten Gemälde und di, dustkndste».. Blumen und, die eüchtendftrn Ampeln in daengste und leerste KLmmerlei, hin . . . . denn der Megsch \wi nur von der Idee, au h der ideenärmste .... , 1 Wenn . der S hnee de- Alters und auf ba-sHaupt gesunken, dann scheint und wohl Alles alt und gwu geworden, und sel! st wa-- an frischen Schößlingen stck.um und drängt, pqßt nicht binein und scheint und Verl K^caft und des Zweckes zu entbehren. > i . Also scheinet m Winter, wenn, kein Gradhalm durch dad ewige Einer lei der Schnee- und Eiddecke Dringt, und selbst da- Ir mergrün des-,Nadelholzes iümpf und falb und reizlos n der Oede — zu selbiger Zeit scheint AlleS Winter unl in Erstarrung versunken, auch, bjal Leben in der mensck engkschlechtlichen Gesellschaft, such das-' Leben in den Völkern, auch da- Leben in der ganzen, ganzen Zeit ... . - - i. Doch nein! ii der -Welt GutleS-wird nichts ojlt und. - erstarrt, in der Welk Gottes stirbt MchtS. Wohs^wird hier und vergeh! dort, wohl sprießt ,S dir-uyd hrstberr reift'-,, an der eilest Stelle Schnee deS ^inter^^ ^an der andern Grüti deS Frühling- .... aber da- Leben iÄ ewig. Nein! Israel ist nickt alt geworden, am Leben der Menschheit lebt et , ewig, wie-der Inhalt seine- Lebens ehr ewiger und er nimmc^u' erschöpfender ist. Ob ein»-^ mal ein erkaltend! r.Nordstmm um seine Glieder rauscht, chrrsr eS sich schne l den schützenden Schneemantel mp, und, darunter treibt u cd kreiset das Leben regsam, um, bald, bei dem ersten gl nstigen Blic^ der Frühlingssonne neue Knospen und Kli.then und ei« ganzes herrlich--'Rasenwerk, und einen großen Garten voll Blumen, und einen weiten-Hain voll t »bstbiume, und einen mächtigen Wald voll duftender Zedern u rd Zypresse^, aber auch Eichen neblfst dep j Palmen, deutsche Lichen, und^Fichien neben den Mtzrlhen. nordamerikanische Fichten und australische Gummijbäume erstehen zu lasse \ aus der uralten Dammerd« seines Bodens. j Und stehe, dl in Leser, deß ein Zeichen, daß das Leben in Israel nidl stockt, ja, wenn draußen Winter und Sturmesm d Frostzeit, drinnen desto inniger und lebhpstrr pulstrt, deß ein kleines, aber in sich kräftiges.