Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 11 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 4)
- Language
- German
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44 Und «i rgen sollte sich ja die junge Fra« von ibre» Elcke», un» über das weite Meer, über den unertern trx meßlichet» Oceao fahren Wh wollen diesen Abschied nicht beschreiben. Wir erzählen vielmehr Folgendes. Km ze Zfir. nachdem Bernhard die «HibllSpvst' erbal ken. rame er sich emfchlvffen auf: Er süßte die Verhältnisse fdarf in'S Auge, und darauf seines Entschluß. Er schrieb in seinen Lehrer, den Professor äs.. zu dessen Werk er die - ^ehhnungen gearbeitet, .legre vielem die Verhältnisse oj en dar. >nd bat ihn. den weltberühmten Meister, um ein' Empfehlung nach England oder Amerika^. Ter mensch« »freundliche Herr entsprach feinen Wünschen; er harre g -rade vor Kurzem eine NaLfrugr von einer neuen Eisenb« bngesellschafk auS dem Staate Jova in Nordamerika fr »alten. Mit einer auszeichnenden Empfehlung sei. lleS L. 'rerS trckr Bernhard mit der genäßten Direktion in Unr irhandlung, und hatte zwei Monate später seine Berufii rg unter vortheilbafresten Bedingungen in der Tasche. Bis dabin batte er vo^ den-Seinigen geschwie. gell-jetzt aber »rat er berpm^rund so tief sie dip vor» ausslch licht Trennung schmerzte, , so überraschend beglückte sie rot l'die. fchöue Stellung, die den tbeuren Jüngling erwart ne, und daß er in seinem Beruft nun forrrchreiten köynte . _ i- - . Einige Wochen später ging er nach' Amerika ab. Ach, es war das letzt« Mal. ran die fegnenüe- Hand dev Mutrer st» auf fein Haupt legre —•— upd' der Anblick ihrer. u «er den Eindrücken der letzten- Vorgänge schwell gewacht', »en körperlichen VerfaUenbeu sägte ihnen, haß sie sich h enieden nicht wieder seben würdest.... Am Bestimmung lorte angekommen» griff Bernbar^ wacker zu, und batte sich:bald in eie Verhältnisse uyd seine Arbeit so bikiei gelebt, da» er wie beimrsch wgr.- Sein ange»ebmes Aellfl re. feine sittliche Reinheit, seme Bescheidenheit, sein Fleiß und sein «normrS Talent schufen ihm überall, Freu Le. machten seinen Namen schnell^ bekannt. Er hielt nebei bei im Winker öffentliche Vorchäge über deutsche unft in Verbindung mir deutschen» Leben, welche Fumachren. Kurz, nach pvei Jahre» sah er sich in a!» Bezi,dünge» gesichert, und' beschloß, seine Josephe mukübren. , Er konttre aber nur so kurze Aeir von seiner Tbgtigkeft abkommen. daß er selne Braut und ibre Eltchnnach •£). kommen lassen mußle^ um schnell Europa wieder zu-verlassen. Dem Uebrigen haben wir selbst bejgewohnt. Bernhard und, Josephe trennten sich von ihren Eltern in der Vor- »ui fetzung — »aß sie mit den Geschwistern bald Nachkomme » würben. - DteS ist es, geehrter Herr Redacjeur, was ich zu erja! len batte. Mögen die jüdischen Jünglinge sich tüchtig e« opäischeS Wissen und Können aneißnen, und, falls sie da nr in Europa sich ausgeschlossen fitzden. den Weg über de i Ocean nicht scheuen.. Nur müffed sie praktisch gebilde und g'olid sein, und nicht gerade 'goldene Berge er- » lNe». Leben Sie wohl! AuS Prinz und Derwisch von Zbu ChiSlai. - uet>ers«tzl »o» Nabl>. 0r in Trrtt-in. HI. ES war ein Kaufherr einH so reich an Geld, daß eS fast nicht mehr wurd? gezählt. — Er pflegte n Geschäftessachen ^— gar weite Reisen oft zu machen. — Sö war er einst in eine Stadt gekommen, — die ste S viel Fremde ausgenommen; — doch zwei Betrüger, f etS im' Bunde, — erhielten schleunigst davon Kunde, -— rnd sie beschlossen, ihm zu nah», — um zu entwessen einen. Plan, — wie man ihn wohl bewegen kann. —!daß fr zunächst Vertrauen zollt, — um. dann zu rauben ihm sein Gold. — Sie nahmen drum die kostbarsten Gerathe — und Steine auch vo» hohem Wertbe. — und fudjten nun den Kaufmann auf, --- begrüßten ihn, und 6att>I darauf, — va waren ste mit ibm vertraut, und hatten iihm ihr Geld gar anvertraut, —- erfreuten sich an einem Äckmaus, — und gingen in Geschäften aus. — ..Wozu reim meinem Freunde lassen — den Theil an dieser Schäle Massen, — \fo hat der Schufte Einer überlegt),—'t!m besten ist's, wenn i^> gelegt ' — für Beide eine Schlilge, — unv. Alles an mich bringe.'— Er macht ein »clikares Essen. — an dem er kein Gewürz vergesset, — o ganr, wie eS sein Freund nur liebt, — zum Schluß er tüchtig Gift dran giebt. — Nun setzt er es bereitet hin, — sich malend mit vergnügtem Sinn. — wie nun de: Freund nach HauS wird kommen, — wie rbm die Labu ig wird bekommen. — Dasselbe nur. vas'cr begonnen, — hat auch sein Freundchen ausgesonnen, weil er in solcher Angelegenheit — auch immer wußte gut Bescheid —- er batte auch gar nichts vergessen, und fertig tmc das Mls — für ihn schreitet. — die der erste Freund zurück, — und findet auf den ersten Blick, — gleiche Essen — Dock mittlerweile spürt er deS Freundes delikaten Schmaus, — der doch auch war bereitet. — Er ißt. worauf er weiter — Doch füblt er baldigst Angst und Noth, schleunigst endet mir dem Tod. — Nun kommt was sein Genoß bereitet bat. —. er nimnn's vergnügt sich satt; — er tonnt" es freilich nicht und ißt crmessen, — daß er sich bat zu Tod gegessen-. Der K iufmann, sittig, gut' geartet, — hat^ wie es 'Brauch, auf sie gewartet — gar lange mit dem Essen, — doch. als ef's für zu spat' ermessen, — sucht er sic auf und fand sie iovt — an einem ganz entlegnen Ort. — Als er sie so entstellt gescharrt. — schlug ihm das Her; voi Ahnung laut. Die Untersuchung hat ergeben, — da; sie ihm ftacht'ten nach^ dem Leben. — Doch waS fie Böses unternommen, — auf ihr Haupt ist'S zurückgekommen.!— Der Kaufmann war gerettet?om Der- Zerben, — und dürft ihr Hab' und Gut auch erben. — Das ist der Uebelthätrr Ende, der Lohn der Afbeit ihrer Hände. —. ' Lerautwortltcher.Redakteur: G. Wie»hold. Birla, »k>» »a nngi itatt'* 9nAtM*tIu»B ia Vriatig, — Druck von »lek"drr Dtede io Mpzig.