Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 8 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 2)
- Language
- German
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30 i.; „Das ist stickt wahr, denn Niemand komme^ hierher, suche dennäEtwaS . .; ] „iRnn ickssuckes, waalle Menschen suchen^ ^ber hier Hab' ich'S nicht gesucht. Ich habe gedacht, - es wird mir wa» vom Himmel fallen, unterdeß bin ick g,fällen. . . . Was ich suche? Hab' ich nickt lan^e genug gehungert und gedürstet. gesorgt und gebandelt, gebetet PnV gesa-. stet . . f und dab' mein Lebtag nichts bekomasen, kein B«vd und keine srau und kern Geld ..." j „@ut* so komm . . t ." - ’ . j Und der kleine Man» sübrreden großen Mann durch viele prächttge Gemächer. kannüber einen Hot. ^tNd viele Stlrgen dinuitter. imn»er lierer in den Schooß her Erde unab, so baß unser Mann, der große nämlich, schier ««üke. wurde. ' Entlich stand, der kleine Zepkerttjäger still, lopne mir seinem Zepter dreimal an eine dohe -eherne lftorle. dre sich mit euren« großen Getöse öffnete — sie subrte in e«n ungeheures Gewölbe, daS genügend erhellt jvar. Der Manu koch wir wollen itfltinm'öftm 'Jlalu«n nennen — Jsseph. mir dem.Beinamen derj Wolken»' gucker »- fab fick uw, was sab er in .dem jÄewölbe? Eine Menge, «tnr zahllose Menge Sacke, sehr verschieden kn« Umfang unk Größe, und an jedem Sack w^ ein gropeö Parier, und daraus stand, mein der Sack aebörie., -! ,,Jeder Mensch," begann ernst der kleine Schedimkö» sttg pm dem. dreieckige^ Hure. ^jeder Mensch chat einen Sack zu tragen. Da»on kaua «vn Niemand! befreien. Wohlan, da Du Deines Sackes überdrüssig biAssuck'Dir fiiun aiitttn aus von all' dfn Sacken — etz lfpll Dir rr«^heü( welchen Du wählest, willst.. . . Y fJknn Du getväl'tt^hast^ so rure^ ich werde wieder bei Dch sem." Er verlleß das Gewölbe. Unser . Joseph svar nickt ^»s den Kopf gefallen, und spazierte gierst znjischen all' ^ku Säcken umbcr. sie sich anzuschauen und sbre Aufschriften zu lesen. He«! da waren Säcke für Kaiser und Könige, für Reiche und vornehme, für Miilister unv Achterfür Priester und Gelehrte, für Kaußeute und g?a«gverker— über das Ein« wunderte er sich nur. baß Mancher Sacke fg groß waren, vou denen, or' voraus» fetzte, sie batten eigentlich gar nichts zu tragen. Da aber vom Ansehen keine Wavl gekrossiin werden konnte, mustre or sich schon entschließen.' die Sstcke durchzuprodiren. welch« ibm wohl am leichtesten zwischen den Schultern sitzen würde. Er faßte zuerst nach dem Sack emeS Kaisers' und Königs — ckakt. die konnte er nicht eine Linie von der Stelle rücken. „Wed',"! dachr' er. ..wie gut. daß mir rer Herrgott glicht einen solchen aus ' den Rücken gepackt, da war' ich wahrlich zerdrückt drunter!" . . r „Nun." sprach er zu sich selbst, Sack emeS Ministers oder Kelkhcrrn wirb wobl auch« zu schwer sein" . . er probine einen solchen, aber er chekam ihn kaum gerade —- „ick will bescheiden 'fein unds den Gack eines ^reichen Mannes nehmen,. da» muß ein sebr angenehmer Sack fein?'. . . -er griff danach, hob ihn einige Zoll von vor Erd,, und ließ ibn ermattet sinken — „nein! wer hätte T>as gedacht, auch den bekomme ich ruckt tn die Höbeh . . .* So probirre und prooirre unser Joseph, den Saal aus un» ab, alle Stände, aUe Klaffen, die bevorzugten, die-ulsitleren, die niederen, durch, er hob und wog — er wurde müde, zum Umfallen; bald konnte er den Sack nicht heben, bald, bekam er ihn glicht auf den Rücken hinauf, bald^ wenn er ihn oben hatte, rollte er auf der andern Seite wieder hinunter; ja, batte er einen zwischen den Schultern, der ihm zu passen schien, und er. ging emige"Schritte, wurde ibm die Last Unerträglich, und um so mehr» da dies^ wenn er sie sich/ansab. lauter widrige^und erbärmliche Gewerbe waren, "Die ibm der Milbe nickt werlb schienen. Endlich kam tV an einen dunkeln, entlegenen Winkel, wo noch ein Sack'stanv, der ibm »lein und mager schien, er saßie ibn. erbob ibn — „bd," jubelte er. ..vaS tst. was ick brauchen hziin!" — es war ihm leicht und. wohl, die Last so begneisi, io gut veitdeilt, schnell eilte er zlrr nächsten LichlstauMe, und dejdd sich die Aufschrift'— daraus stand: „Sack für einen Lump, für Joseph den Wolkengucker" —,— wie erschrak de/ gute Mann,, und dann wie ärgert« er sich: „DaS darr' ich woblsetler baden können," unk svollle keir Sack auf die Erve werfen gber er saß ibn fest zwischen den Schultern. , „Tbörichrer Mensch!" ließ sick die feine Stimme de» Männchens neben tbm vernehmen — „verstehst Du nicht, waS zu erfahren Du gewürdigt worden? Für Jeden ist. der Sack am leichtesten zu tragen, den er schon trägt ..." “ . Joseph ließ traurig den Kops bältgen. eS -nicht ärgerlich." murmelte er vor sich Vin. „Zeit fernes Lrkk»s nach befferm Gestrick zu suchend um sich zuletzt sagen zu lassen: daS Beste, waS Du finden kannst, hast Du schon?.,.." „Nun ja." schmunzelte der 'Dreimaster, eS ist nicht leickt, ein Mensch zu sein . .. . inveß. Joseph. Du sollst so kabl nicht hier wcgkomnlen. Tu sollst nickt umsonst bier gewesen sein. Komm weiter nud mir, Dn sollst AlleS haben, was Du Dir wünschest." - Wodln der kleine Man» den Jvi'evd führte, daS hat dieser niemals, kund gegeben. Er erzäblle irur : Wär ich auf einmal ein-junger Mann wieder, wie ich zwanzig Jahre früher gewesen, ganz natürlich so. pur mit dem einen Unterschiede, ich war sedr^ sedr reick. Für- -wabr. ick hatte .Alles. waS ich'wünschen -konnte. Die erste Zeit lhar mir DaS sehr gut. Ach. dart' ick so viel entbehrt, wie ließ ick eS mir »M-gestUm! Jeden Tag ließ ick mir da» Schönste, Beste auf' den Tuch bringe», und aß und aß. als wenn ick im Leben nick incklS gegessen hätte, und trank, ich wunden« mich, wie ich trinken konnte; unv dann legte ich mich in's Beit und schlief den Rausch aus; und dann kleidete ick mich fein an! und ließ mir den Wagen, konimen und fuhr' spazieten: und dann sing ich wieder vow^orn an. DaS dauere abes nicht lang, war ich all' Dies gewohnt, und es amusirte^ mich nicht medr, ja. bald war'S mir rast zuwider. Ick baue aber einen Diener, der. sehr klug schien und dem ich ganz vertraute. Der sagte mir. ich müßte in Gesellschaft geben. Da» fbat ich, und ver Ehrgeiz trieb mich, in-reisbe und vornehme Gesellschaft zu kommen. Aber-da sab ich., daß ich kaum beachtet wurde, weil ich lange nicht sck reich nnd vornehm war-wie sie. Ich ging nack Hause And zählte meine Reichtbümer, und siehe, ich hatte febr. viel, aber lange nicht genug. Ich beftug meinen Dienir nochmals, wie ich wobl reicher, viel reicher wü^de, mehr alp alle Die. welche mich über die Achsel ansähen. Da sprach er: „Wenn Du l