Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 1 (1853-1854)
- Issue
- 3 (1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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dJefefjrung und Ajnterhattung Herautgrgeben von Rabbin r Vs. L ldwiq PhilippsM in Magdeburg. lRo. ä.J Don Piff« 3<itfd ©irrnl|4bt'8 71/, rif| fr,ck>fi«t auf jüdischem gekieie. BMirntlitfc eine Rummefl Preis Pet Iabrqa«s< 1 Tdlr Ngr. »lle «chdaNt!un«ea. Poüäm« und ZfifunglesPePitipnf» »ed me« Bestellungen an. - iI.Mrg.18S3^ O, eine alte gute Sitte! ES war eine schöne Sitte, tf war ei »e btneidmöwerthe Sitte bet unseren Vätern, daß zum , DersöhnungStage" ('TitzüT) nicht bloß Freunde und Nahestehende sich um Verzeihung baten, so sie im verflossen,»' Fahre sich trgenb wie verletzt' oder beleidigt hätten,, soidern auch die sich feindlich Gesinnten die Verpflichtung I alten, zu einander zu treten und sich zu versöhnen. . Dar mlS war ,S nicht bloß..ein AuSspruch unsrer Wersen, sondern auch em. drängendes Gefühl. ein zwingendes Bewsiitfein des ganzen Volkes, daß der „VersöhnungStag" Nicht versöhnen könne, ohne daß nflr zuvor unsere Nebenmen chen versöhnt hät. ten, denen wir Schaden zugefügt, Ersai« geboten, diewir beleidigt, um Verzeihung gebetep. l nb der Mahnruf: „Du, et kommt Jom Kippur?^ und , Du wirst doch vor Jom Kippur Dich auSsöhnen wollen!^ zwang selbst den Widerspenstigen, die dargebotene Hand nicht zurückzuweisen. Wie sehr dadurch Haß und Zwietracht gemindert, wie sehr dadurch Bruderliebe genährt oft sind dersöhnte Feinde die stärksten wir. O, und diesegroße Mittel der Liebe. eS wird durch keine Bildung, durch keine Eleganz, di rch keine Etiquette ersetzt! Ich schwelge poch in der Erinnert heit, wenn wir mit Schulkameraden daß wir nicht mit einander sprachen uni blickten., und eS kam bat Jom.Kippuj gegenseitig unS belauschten, wer den würde, und wie ihn beide thaten, Freundschaft auf lange hin stärker wo» wir nachholen wollten. waS^wir versi u Wohl sehe ich Dich noch, Du mit bei rothen Wangen und den schönen klap: — der Rasen deckt Dich schon lange, Dir die Grabrede gehalten . . . w > licht Aher können wir nicht noch, waS denk Jh^, Familienväter in Israel, Euren Htvsern die ehrwürdige Sitte tenf aitfr wenn Zh§ sie vernachlässigt ker Ihr fie nicht erneuend Schämet und DeMuth nicht, die doch <tm höchste s zu Eltern, Weib und Geschwistern, das in de« Familien sich -andern, gehn den große» und kleinen, ein gutes Beispiel l u ng aus br& Kind» „böse" geworden, nicht aus einander -Fest — wie wir ersten Schritt thun und wie dann die als je — als ob mt hatten . . . . Grübchen in den n braunen Haaren und ich selbst habe vernachlässigt wor. rum wollet Ihr in aufrecht erhal- »abet, warum welch nur der Liebe ehren i Tretet hin die 'Streitelemente Euren Kindern, tretet hin zu Euren söhnet '*01 Orarh Nachbaren. Gemetndegenoffei», Mitbürgern, und verbuch — / NVS'-Ä V 277^ -p« rranV cn« *pass nrta* «i, Hilctk. J. kipp. «T b | t liaj Eine Wir jüdisch -4 Szene aus dem deutschen Freiheitskriege. hahen in No. 4 und 4 eine Episode auS dem n Unabhängigkeitskriege gegen« die Römer —* -die Drlagl ruag von Jotapat — mitgetheili: heute versetzen wir wlse:e Leser, zum Gegensätze, in den deutschen UaabhängigkeitSkrieg gegen die Franzosen, in daS Jahr. 4813. WaS nt hier erzählen, ist sehr einfach, .aber «S ist geschickt, ii un-^elr Gedanken zu weckest zu denen diese beiden weltgeschichtlichen Begebenheiten' durch ihre NebenaneincnderstkUung veranlassen. Nicht alS pb wir Römer und Franzosen. Juden und Deutsche vergleichen wollten, nicht als ob diese Kriege in ihrepi Inhalt, Charakter, Verlauf und' AuSggng Aehnlichkeiten böten: sondern nur. indem wir hervorheben, wie mit dem Augenblicke, in welchem »rutsche JudenHö Freiwillige in die deutschen Heere eintraten, fie bekundeten, daß fie. bei aller Treue für ihre Religion und bei aller Auftechthaltung ihres Stammes, sich für Deutsche erachteten, und alS Deutsche: die Waffen ergriffen.. Denn man darf nimmer vergessen, daß me deutschen Juden dteS gegen [die Franzosen thaten, hattet, Welche ihnen volle bürgerliche Gleichstellung gebracht «ine Gleichstellung, die ja mit dem Sturz der fraüzl fischen Herrschaft wieder aufhörte. Unter solchen Verhält» Deut sicher sehen kämp ffen freiwillig in die Reihe her Krieger tretth. ua chland von der Fremdherrschaft zu befteien, hierüber den Deutschen den Juden ver-tffe»t! WU also ln beiden Kriegen Juden für daS Vaterland' en, wir sehen sie in beiden mit Feuereifer die Rechte "gegeä den Feind erheben, der daS Joch der Abhängigkeü über die Heimath gelegt hatte. Mit dem Römerkriege vetlo: ober der. Jade sein Vaterland, mit dem Fianzesem krieg eroberte stch der deutsche Jude sein Vaterland .« DaS folgende Vruchstl^k ist wirtlich auS de» htnterlafseoen Tagebuch mein» OhetmS. ftnfAi war ftßimMig etng, »et»», als. bald darauf aus seine» Vetatst«» tzu 9m» btndi ng mit jom4 anderen d»tS Kkche Linie« -Jnstmtai»» r