Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Volume
- 6 (1912)
- Issue
- 11 (6.1912)
- Date
- 1912-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Es wird gebeten, das Blatt in Umlanf zn setzen. Weitere Abdrücke versendet auf Wunsch unentgeltlich der Verband der Deutschon Jaden Berlin W. 85, Potsdamerstr. 45. Ho. 11. ( Juni 1912. Korrespondenz-Blatt des Verbandes der Deutschen luden herausgegeben von dessen Generalsekretär Dr. Max J Loewenthal-Berlin. Durch Aufnahme eines Aufsatzes in dieses Blatt übernimmt der Verband nicht die Vertretung jeder darin enthaltenen Meinungsäusserung oder Anregung. . Der Nachdruck aller Artikel ist gestattet. Inhalt. Israels Erwählnng von Rabbiner Dr. Dienemann in Batibor...... Das Judentum unter den Religionen von Rabbiner Dr. Baeck in Düsseldorf Aus\der Ethik*des Maimonldes "'. ........|......f...... Israels Erwählung Von Rabbiner Dr. Dienemann in Ratibor. Die Lehre von der „Erwählung Israels", von Israel als dem auserwählten Volke ist von jeher heftigen Angriffen ausgesetzt gewesen. Sie wurde und wird von Nichtjuden häufig als der Ausdruck eines beschränkten Nationalismus und Partikularismus, als der Ausfluss eines unerträglichen Hochmuts und überspannten Eigendünkels angefeindet; sie wird nicht selten auch in unserer eigenen Mitte abgelehnt, gleichfalls aus dem Gefühl heraus, sie müsse als eine den Ansprüchen und Bedürfnissen der Glaubensgemeinschaft schädliche Ueberhebung wirken, sie schliesse eine gewisse Intoleranz in sich und sei darum aus sittlichen Gründen zu verwerfen. Demgegenüber ist ja nun schon häufig und in ausreichender Ausführlichkeit der Nachweis geführt worden, dass jene Lehre im System der jüdischen Religion nicht in einer Weise aufgefasst wurde und wird, die Grund zu derartigen Angriffen bieten könnte. Vielmehr wurde der Gedanke von der Erwählung Israels, sobald man aus ihm Schlüsse für das Verhältnis Israels zu Gott und Menschheit zu ziehen begann, gerade bei den entschiedensten Verfechtern der Idee und schon in früher Zeit so verstanden, dass er für Israel nicht ein höheres Mass von Rechten, eine Sonderstellung Gott gegenüber forderte, sondern dass i f' Seit* . 1 . 9 . 15