Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Volume
- 5 (1911)
- Issue
- 10 (10.1911)
- Date
- 1911-10-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- I — 6 — ' \ " i würfe gegen das Judentum immer von neuem hervoegehoben, unbekümmert darum, dass sie scbon längst überzeugend widerlegt woraen sind. "Wenn man von böswilligen Angriffen absieht, so. liegt das daran, dass den Angreifern die Widerlegungen eben nicht immer bekannt sind. Denn die Verteidigung des Judentums geschah nicht immer in selbständigen Werken, die gedruckt vorliegen und allen zugänglich sind, sondern, und zwar dies in den meisten Fällen, in gelegentlichen Aeusserungen von jüdischen und christlichen Schriftstellern, die sich im Zusammenhange ihres eigentlichen Gegenstandes mit einzelnen religiösen Vorstellungen und Grundsätzen des Judentums beschäftigen. Es ist ein 'ungeheures apologetisches Material vorhanden. Aber die älteren, ausschliesslich der Apologetik des Judentums gewidmeten Schriften sind meist in hebräischer Sprache verfasst und wenig verbreitet, oder gar nur handschriftlich erhalten. Was in modernen Sprachen zu finden ist, liegt in einer fast unübersehbaren Literatur von Büchern und Zeitschriften zerstreut, deren eigentlicher Gegenstand nicht die Apologetik des Judentums ist. Deshalb fällt es selbst dem Kenner, der sich berufsmässig mit' diesem Fach der jüdischen Literatur befasst, schwer, für den jeweils zu behandelnden Gegenstand das erforderliche Material schnell zusammenzustellen. Aber einei Abwehr der gegen das Judentum-'gerichfeten Angriffe ist nicht nur in der Wissenschaft dringend nötig, sondern oft auch im praktischen Leben. Dieses Bedürfnis empfindet z. B. der Religionslehrer, der die reifere Schuljugend mit dem Wesen des Judentums vertraut machen will und nicht umhin kann, sich auch mit den gegen das Judentum erhobenen Angriffen zu beschäftigen, um deren Nichtigkeit überzeugend nachzuweisen. Oft werden auch falsche Urteile über das Judentum, ganz abgesehen von absichtlichen Angriffen, in Zeitungsaufsätzen, in Versammlungen und in parlamentarischen Körperschaften gefällt. Will nun ein Jude oder auch ein gerecht urteilender Christ für die angegriffene und zu Unrecht geschmähte Religion eintreten, so ist er, selbst "wenn ihm die Unrichtigkeit des Vorwurfs bekannt ist, meist in Verlegenheit, da ihm das nötige Material nicht zur Hand ist. Deshalb ist eine Sammlung dieses — reichen — Materials notwendig. Aus diesen Gründen erschien es Uns als eine dringende Aufgabe des Verbandes im Interesse der Apologie des Judentums und auch der objektiven wissenschaftliche^. Forschung, ein apologetisches Archiv anzulegen, in dem das zerstreute Material nach Möglichkeit gesammelt und derart nach Gegenständen geordnet werden soll, dass jeder daraus leicht Aufschluss über die ethischen und dogmatischen Anschauungen des Judentums finden kann. Das Archiv ist nach der im folgenden gegebenen Einteilung angelegt, die nur einen vorläufigen Versuch darstellt, das grosse Material einigermassen zu ordnen, und die gemäss den uns zugehenden Anregungen nach und nach ergänzt und berichtigt werden soll. Ein ^alphabetisch nach Schlagwörtern geordnetes Verzeichnis soll das Nachschlagen im Archiv erleichtern. Ausserdem wird ein nach den Namen der Verfasser geordnetes Verzeichnis von Schriften zusammengestellt, in denen apologetisch verwendbare Ausführungen sich finden. — Für die Zeit seit 1. Januar 1910 werden die in Betralcht kommenden Neu-