Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Volume
- 4 (1910)
- Issue
- 6 (1.1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Gemeindevorstande werden geölten, das Blatt in Umlauf zu setzen. Weitere Abdrucke versendet anf Wunsch unentgeltlich der Verband der Deutschen Juden. Berlin W.35, Potsdamerstr. 45. \ no. 6. Januar 1910. Korrespondenz-Blatt des Verbandes der Deutseben luden - , herausgegeben von dessen Generalsekretär R.-A. Dr. Max J. Loewenthal- Berlin. . Durch Aufnahme eines Aufsatzes in dieses Blatt Übernimmt der Verband nicht die Vertretung jeder darin enthaltenen Meinungsäusserung oder Anregung. Der Nachdruck aller Artikel ist gestattet. 1 Zwei Berufe. Zwei Berufe höherer Art gibt es in Preussen, für die der Uebertritt zum Christentum ohne Einfluss zu sein scheint. Eür den ersten ist die Taufe offenbar bedeutungslos, weil auch Getaufte nicht avancieren; in dem zweiten scheint eine Benachteiligung^ der Juden nur selten zu erfolgen und aus diesem Grunde der Glaubenswechsel ohne Einfluss zu sein. Der erste ist der der Oberlehrer an den höheren Schulen, der zweite der der Baubeamten-. Beide Berufe sollen hier näher untersucht werden. Die bisherige preussische Schulverwalturig hielt offenbar daran fekt, dass zu Schuldirektoren sich nur geborene Christen eignen, Senn es gibt in Preussen keinen jüdischen Schuldirektor, soweit nicht die beiden jüdischen höheren Schulen in Frankfurt a. M. in Frage kommen; aber auch Getaufte werden nicht zü Schuld4rektoren ernannt. Es gibt in ganz Preussen nur einen einzigen getauften Schuldirektor, und dieser ist an einer städtischen- Schule angestellt und hat. schon in ganz früher Jugend den Glaubenswechsel vollzogen. Abgesehen von .dieser einzigen Ausnahme, die die Regel befestigt, gibt es in Preussen nur Direktoren, die als Christen geboren sind. Hinsichtlich der Zeit, die bis zur ^endgültigen Anstellung der Oberlehrer verstreicht, hat sich allerdings eine Zurücksetzung der Juden oder Bevorzugung der Getauften nicht feststellen lassen, da auf die Anstellung der Ausfäll der Examina, die "Wahl der Unterrichtsgegenstände und der jeweilige grössere oder, geringere Mangel an Lehrkräften von Einfluss war und ist. Den 96 jüdischen