Mannheim
Compact Memory

Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden · 1909-07-01 · 5 (7.1909) (Apologetische Sondernummer) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
Volume
3 (1909)
Issue
5 (7.1909) (Apologetische Sondernummer)
Date
1909-07-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4908657-6349519-6349554--067-4908717
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

j Die Gemeindevorstände werden gebeten, das Blatt in Umlauf zn setzen. * Weitere Abdrücke versendet auf Wunsch anentgeltlich der Verband dar Deutachen Judas, Berlin W. 35, Magdeburgerstr. 14. ,uo. 5. (Apologetische Sondernummer). Juli 190e9. Korrespondenz-Blatt des Verbandes der Deutschen luden herausgegeben , von dessen Generalsekretär R.-.V Dr- Max J. Loewenthal-Berlin. . Durch Aufnahme eines Aufsatzes in dieses Blatt übernimmt der Verband nicht die Vertretung jeder darin enthaltenen Meinungsäusserung oder Anregung. ° V Die Umkehr zum Judentum von Rabbiner Dr. L. Bacck-Düsseldorf. 1 Die Geschichte des Judentums beschränkt sich nicht au^f iden Kreis seiner Bekenner. Einen wesentlichen Teil meines Lebens und seiner Bedeutung bildet auch die stille Wirksamkeit, -die seine Ideen in der Entwicklung anderer Religionen, vor allem der christlichen Bekenntnisse, entfaltet haben. Fast jede religiöse Wandlung stellt hier eine bevrusste oder unbewusste Auseinandersetzung mit den Gedanken des Judentums dar, eine Abkehr von ihnen oder eine erneute Hinneigung zu ihrer Richtung. Es hat eine Zeit gegeben, wo sich im Christentum eine entschiedenere Hinwendung zu den Lehren der Synagoge anzubahnen schien. Es war,im Jahrhundert der Renaissance, als die geraden Wege zu den Quellen der Weisheit gesucht wurden. Die humanistische Reformation, die an den grossen Erneuerer des klassischen Altertums Erasjnus von Rotterdam anknüpft und in seinen Landsleuten, dem Dichter Coornheert und dem Staatsmann Hugo de Groot, und vor allem in dem Italiener Fausto Sozini ihre Vorkämpfer fand, durchbrach die Mauern des kirchlichen Dogmas. MaS-i wendete sich gegen Erhsünde und Genugtuungstod, gegen Gnadenwahl und Dreieinigkeit, man predigte die Kraft des sittlichen Tuns, die Freiheit und Frömmigkeit, die es ^auch ausserhalb der Kirche gebe, man begann besonders auch die Lehre des Judentums zu würdigen. Allein diese tapfere, hoffnungsreiche Bewegung vermochte keine dauernden Siege zu erringen.' Viele Führer waren bei ihra aber nur ein kleines Heer, und die Ketzergerichte lichteten die Reihen. Dfl$ Massenerfolge kämen denen zu, die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.